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Ein Abschied, der berührt

Nach 37 Jahren Leben und Wirken haben heute die letzten Schwestern das Arnold-Janssen-Kloster im niederländischen Wahlwiller verlassen. Ein Haus aufzulösen, das für Exerzitien und Besinnungstage vielen Menschen Raum geboten hat, ist keine Kleinigkeit. Es war ein großes Unterfangen – logistisch wie emotional.

Vor 37 Jahren kamen unsere Schwestern von Kerkrade, wo sie in einem Krankenhaus gewirkt hatten, nach Wahlwiller, um hier mit einer neuen Aufgabe zu beginnen: der Exerzitienarbeit. Zugleich sorgten sie weiter für Kranke in Kerkrade und Aachen, besuchten Menschen in der Gemeinde und waren auf pastoraler und diözesaner Ebene in der Nachbardiözese Aachen tätig. Da Wahlwiller am Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande liegt, war es ein Ort, der Menschen verschiedenster Nationalitäten und Kulturen zusammenzubringen vermochte.

Die Entscheidung, diesen Wirkungsort zu verlassen, war eine gemeinsame Entscheidung der Schwestern und der Provinzleitung. Sie wurde vor allem notwendig, da die meisten der Schwestern inzwischen das Rentenalter weit überschritten hatten. So lange und so gut es ging, haben sie alles für die Gemeinschaft und ihre Aufgaben vor Ort gegeben. Dafür gilt ihnen unsere ganze Wertschätzung und Anerkennung. Zuletzt lebten in Wahlwiller noch 14 Schwestern. Die meisten von ihnen (11) sind nun in das Mutterhaus Steyl gezogen, je eine weitere nach Wickede-Wimbern, Laupheim und Aachen.

Das Haus wird in Zukunft von der "Zorggroep Heuvelland", einer örtlichen Organisation, genutzt. Sie bietet Menschen mit Autismus und ähnlichen Erkrankungen betreutes Wohnen an. Wir sind dankbar, dass damit das Haus auch in Zukunft einem guten sozialen Zweck dient.

Am Ende dieses Tages klingt nach, was Provinzleiterin Sr. Anna-Maria Kofler schon vor drei Wochen bei der offiziellen Abschiedsfeier sagte: "Wir gehen nicht leicht von hier fort, gibt es doch so vieles, was hier gewachsen ist, was hier so lebensspendend geworden ist. Vieles wofür der Boden bereitet wurde, was gewachsen ist und dessen Früchte wir gerne erlebt hätten. Aber es gibt einen guten Grund zum Aufbruch: Im Hören auf den Geist Gottes und die Menschen, die betroffen sind, lassen wir uns erneut rufen."