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Eine ungewöhnliche Liebe

In wenigen Tagen geht für unsere Schwestern in Moos am Bodensee eine fast 90-jährige Ära zu Ende. Inmitten der Abschiede und Umzugskisten bringt ihnen ein ganz besonderer Gast noch etwas Freude. Und zeigt, welchen Eindruck sie selbst bei den Menschen vor Ort hinterlassen. Sr. Antonia Schmid erzählt.

Laut Wikipedia ist die Vogelscheuche eine in der Regel menschenähnliche Figur. Sie soll durch ihre Silhouette und Bewegungen im Wind, Vögel von Feldern oder Gärten fernhalten. Die von Menschen angebauten Samen, Pflanzen und deren Früchte sollen dadurch geschützt bleiben bis zur Ernte.

Jedoch erzählen unsere Schwestern Anna Christa, Almata, Gertrud und Charlotte eine  Geschichte mit anderer Wirkung vom Vogelschreck. Aufgrund ihrer Erzählungen werde ich kreativ! Eine Neuschöpfung aus Holzstangen, alten Kleidungsstücken und einigen Gartenutensilien sendet eine andere Botschaft aus, als Wikipedia berichtet. Freundlich schaut sie mich an! "Aha", denke ich, "sie ist eine missionarische Variante!"

Mit ihrem freundlichen Gesicht lädt AMALIA die Vögel des Himmels und die Gäste des Hauses  in den schönen Garten ein. AMALIA, die Gartenfreundin! Freude schöpfen beim Vogelschreck und auftanken durch das kraftvolle Orange und Rot der wunderschönen Tagetes mit dem beruhigenden Grün rundum!

In der Tat, so erzählt die Geschichte vom Vöglein und der Vogelscheuche, erlaubte sich ein kleiner "Piepmatz" in seiner Unbefangenheit und Not so viel Nähe zum Vogelschreck im Garten, dass eine Freundschaft daraus gewachsen ist. Mit dieser Geschichte "der ungewöhnlichen Liebe" betonen die vier Schwestern das gute Miteinander und das Voneinander Lernen beim Personal des Gästehauses. Die größte Freude am Leben erfahren jene, die sich nicht um jeden Preis absichern, sondern sich vielmehr von Gott dazu gesandt wissen, anderen leidenschaftlich Leben zu geben und ungewöhnlich zu lieben.

Im Oktober nehmen Sr. Anna Christa Kaiser, Sr. Almata Deppler, Sr. Gertrud Bucher und
Sr. Charlotte Irmler Abschied von Moos. Sie brechen in eine neue Lebensphase und zu anderen Steyler Wirkungsorten auf: nach Laupheim, Oberdischingen und Steyl. 

Die vier Schwestern haben mit dem missionarischen Vogelschreck AMALIA sichtlich ihre Freude. Sie sind binnen ein paar Tagen zu einem richtigen Green-Team mit AMALIA geworden.

So ungewöhnlich ist diese Liebe, die sich da im Mooser Garten abspielt! Und das ist es, was die Nachbarn, die Menschen der Umgebung, die Mitarbeitenden und Gäste des Hauses  hier in Moos vermissen werden: diese ungewöhnliche Liebe von Sr. Almata, Sr. Anna Christa, Sr. Gertrud und Sr. Charlotte. Für heute bleibt mir nur zu sagen: Tausend Dank für diese selbstlose und ungewöhnliche Liebe!

Text + Fotos: Sr. Antonia Schmid SSpS