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Wir wollen einfach nur danken

Vor 50 Jahren versprachen vier junge Frauen Gott, in Keuschheit, Armut und Gehorsam ihre missionarische Berufung als Steyler Missionsschwester zu leben. Diesem Versprechen sind sie treu geblieben. Am Samstag (5.8.) feierten sie im Herz-Jesu-Kloster Steyl ihr Goldenes Ordensjubiläum.

Sr. Johanna Regina Hamacher, Sr. Maria Mechtild Bischof, Sr. Margret Theresa Drießen und Sr. Regis Niklas (die aus gesundheitlichen Gründen in der Stille mitfeierte) können auf 50 Jahre als Steyler Missionsschwester zurückschauen. 50 Jahre, in denen sie selbst vieles erlebt und auch durchgehalten haben. 50 Jahre, in denen Gott treu zu seinem Bund gestanden und sie durch Höhen und Tiefen begleitet hat. Mit dem Psalmvers "Danket dem Herrn, denn er ist gut" war das Motto des Tages damit auch passend zusammengefasst. "Wir wollen einfach nur danken", sagte eine der Schwestern im Rahmen der Vorbereitung des großen Tages auf die Frage, was ihnen wichtig sei. Viele Verwandte und Bekannte, Mitschwestern aus dem Mutterhaus, der näheren Umgebung und selbst aus Ländern wie Indien und Indonesien, die zurzeit zu einem Erneuerungskurs in Steyl weilen, schlossen sich diesem Dank gerne an.

Provinzrätin Sr. Luzia Schmucki begrüßte die Festgemeinde mit einem Zitat von Papst Franziskus: "Das Gute neigt immer dazu, sich mitzuteilen." Sie dankte den vier Schwestern, dass sie in den vergangenen fünf Jahrzehnten die gute und frohe Botschaft Jesu mit ihrem Gesicht, ihren Händen und Füßen, ihrem Herzen und ganzen Sein mitgeteilt haben. Denn, auch so schreibt Papst Franziskus: "Das Leben wird reicher, wenn man es hingibt; es verkümmert, wenn man sich isoliert und es sich bequem macht. In der Tat, die größte Freude am Leben erfahren jene, die sich nicht um jeden Preis absichern, sondern sich vielmehr leidenschaftlich dazu gesandt wissen, anderen Leben zu geben."

Pater Manfred Krause, Steyler Missionar, der der Eucharistiefeier vorstand, erinnerte in seiner Predigt daran, dass Dankbarkeit eine Einstellung ist, für die man sich jeden Tag neu entscheiden kann. Er gab auch einige konkrete Hinweise, sich in einer Haltung der Dankbarkeit zu üben. Ein Tag habe 86.400 Sekunden. "Danke" sagen dauert genau eine Sekunde. Wer 20 Mal am Tag dankt, hat dadurch nicht viel Zeit „verschwendet“ und doch viel zu einer gesunden und lebensbejahenden Haltung beigetragen. Denn, so behauptet es die Wissenschaft, Dankbarkeit trägt wesentlich zum Wohlbefinden und zur Gesundheit bei. Vor zwei Tagen hatte P. Krause den ältesten Mitbruder (93) seiner Gemeinschaft gefragt, was er mit Dankbarkeit verbinde, und als Antwort erhalten: "So wichtig wie der morgendliche Kaffee".  Das inspirierte ihn dazu, den Jubilarinnen als Geschenk eine Tasse für den morgendlichen Kaffee zu überreichen – mit dem Schriftzug "Danket dem Herrn, denn er ist gut!"

Nach dem Gottesdienst und der Gratulation gab es für alle Schwestern und Gäste ein gutes Mittagessen im Festsaal. Pünktlich zum Ende desselben kam dann auch die Sonne zum Vorschein, sodass viele sich die Füße im Garten oder an der Maas vertraten, oder aber das Angebot einer Führung durch das Kloster annahmen, bevor es schließlich Kaffee und Kuchen sowie später noch ein gemeinsames Abendessen gab.

Fotos: Br. Heinz Helf SVD (unten) und Sr. Antonia Schmid SSpS (oben)