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Sechs Missionarinnen, die alles gegeben haben

Strahlende Gesichter sah man am Samstag (23.9.) überall, wo man hinblickte im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim. Sr. Hermina Roder feierte 65-, Sr. Irmingilde Bücheler und Sr. Maria Söllner 60-, Sr. Regina Michaela Pracht und Sr. Lucia Reyering 50- und Sr. Luzia Schmuki 25-jähriges Ordensjubiläum.

Aus diesem Anlass waren Gäste aus ganz Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz angereist. Die Feier begann mit einem Festgottesdienst in der Kapelle des Dreifaltigkeitsklosters. Hauptzelebrant war Pater Norbert Cuypers, Konzelebranten waren der Hausgeistliche Pfarrer Franz Scheffold, Stadtpfarrer Alexander Herrmann, Pater Siegfried Knaus, Hausgeistlicher im Haus St. Hildegard in Oberdischingen, der an diesem Tag auch sein 50-jähriges Priesterjubiläum feierte, Pater Herrmann und Pater Gregor.

Sr. Antonia Schmid begrüßte Jubilarinnen, Geistliche, Schwestern und Gäste auch im Namen von Sr. Anna-Maria Kofler, Leiterin der Provinz. Ein Zitat des Ordensheiligen P. Josef Freinademetz stellte sie über das Fest: "Die einzige Sprache, die jeder versteht, ist die Sprache der Liebe". Die Sprache der Liebe der Jubilarinnen hat im Herzen Gottes begonnen. Liebe ist die Bewegung hin zu tiefer Gemeinschaft untereinander und die Einladung anderer in diese Gemeinschaft hinein. In Argentinien, Äthiopien, Botswana, Ghana, Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die Schwestern dies erlebt und gelebt. Sie haben der Einladung Gottes ein konkretes Herz und Gesicht gegeben, andere in diese Gemeinschaft eingeladen, egal welcher Nationalität und Sprache. Mit Vertrauen, Hingabe und Leidenschaft sind die Schwestern ihren Weg in Freude und Schmerz gegangen, so Sr. Antonia. "Ihr habt alles gegeben."

In seiner Predigt verglich Pater Norbert Cuypers das Ordensleben mit dem Eheleben. In einer Beziehung gibt es Höhen und Tiefen und auch die Fragen, ob sich das alles gelohnt hat. Die Schwestern, die an diesem Tag Jubiläum feiern, haben die Liebe ernst genommen. Fruchtbar wird das Leben erst, wenn wir bleiben, auch wenn es schwierig wird. Das Alltagskleid der Liebe ist die Treue, das Bleiben in der Beziehung zu Jesus. Doch Leben heißt auch Veränderung und so hat sich hoffentlich das Bild von Gott auch bei den Schwestern gewandelt, so der Geistliche. Die Sprache der Liebe muss immer wieder neu ins Alltagsleben übersetzt werden. Die Aufforderung Jesu an uns lautet: "fruchtbar sollt ihr sein und nicht ihr sollt leisten. Als ehelose Ordensfrauen habt ihr Früchte hervorgebracht". So galt der Dank an diesem Tag der Treue Gottes zu den Schwestern und zu ihren Beziehungen.

Pater Norbert schloss mit einem Gedicht von Andreas Knapp:

jünger werden

wer mein jünger sein will, der verleugne sich selbst und folge mir nach

jugendlich trunken
meinte ich alles zu geben
und dir egal wohin
lässig zu folgen

alt und ernüchtert
möchte ich vor allem zugeben
egal wohin ich auch gestolpert bin
bist du mir unablässig nachgefolgt

Anschließend erneuerten die Jubilarinnen ihr Ordensgelübde der Keuschheit, Armut und des Gehorsams, einer Weiterführung, Vertiefung und Konkretisierung des Taufversprechens. Für jede Schwester wurde am Licht der Osterkerze eine Kerze entzündet.

Ganz still wurde es in der Kapelle als von der Empore mit Gitarrenbegleitung die Vertonung des Freinademetz -Zitates erklang: "Die einzige Sprache, die alle Menschen verstehen, ist die Sprache der Liebe." Es war eine berührende Zusammenfassung des bisher Gehörten.

Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Sr. Hildegard Ossege bei Pater Norbert und allen Konzelebranten, bei allen Anwesenden für ihr Kommen, dem Laupheimer Singkreis, der mit seinem Halleluja beinahe schon einen himmlischen Vorgeschmack gegeben habe und P. Schölte an der Orgel. Allen wünschte sie einen sehr schönen Tag, der seine Fortsetzung beim Feiern im Saal des Klosters fand.

Text und Fotos: Gerlinde Wruck