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Wallfahrt der MHGG nach Kevelaer zu „Maria, Trösterin der Betrübten“ am 13. Mai 2017

Als wir diese Wallfahrt im vergangenen Jahr planten, war uns noch nicht bewusst, dass außer in Fatima auch in Kevelaer ein Jubiläumsjahr bevorstand, nämlich das 375-jährige Bestehen des Wallfahrtsortes.
Ella sagt: Als Sr. Lucia Regina mich fragte, ob ich mitfahren möchte, wusste ich sofort, dass ich mitfahren muss! Während des Gebetes im Bus merkte ich, der Friede war in mir schon da, und ich dankte Gott für diese Fahrt mit der Gemeinschaft“.
Wallfahrtsorte erfahren gerade in unserer Zeit große Lebendigkeit. Das haben wir erlebt, als wir uns am Samstag, dem 13.05.17 von Wimbern zur Wallfahrt nach Kevelaer aufgemacht haben mit insgesamt 43 Pilgern, Mitgliedern der Missionarischen Heilig-Geist-Gemeinschaft und anderen, die auch gern dabei sein wollten.
Um 7.00 Uhr fuhr der Bus bei bedecktem Wetter los. Für die Busfahrt hatten Sr. Lucia Regina und Margarete Reisinger ein Programm aus Liedern und Gebeten zusammengestellt. Außerdem informierte  uns Sr. Lucia Regina  über die Geschichte des Gnadenbildes und  die Entstehung des Wallfahrtsortes Kevelaer.
Nach knapp 2 Std. hatten wir, inzwischen bei strahlendem Sonnenschein (entgegen allen schlecht-Wetter-Prognosen),  unser Ziel erreicht. Sternförmig führen die Zugangswege zum Wallfahrtszentrum. Durch die mit Fahnen geschmückte Busmannstraße gingen wir zuerst zur Gnadenkapelle, um vor dem Gnadenbild ein Gebet zur Begrüßung der Gottesmutter zu sprechen. Die Gnadenkapelle ist das Herzstück der Wallfahrt.  
Die Kapelle, d. h. zunächst ein Bildstock, wurde 1641 von Hendrik Busmann erbaut, nachdem er noch zur Zeit des Dreißig-jährigen Krieges 3 Mal den geheimnisvollen Ruf: „An dieser Stelle sollst Du mir ein Kapellchen bauen“ gehört hatte, und seiner Frau Mechel im Traum ein Heiligenhäuschen in einem glänzenden Licht erschienen war. 1642 stellte man den Bildstock in die heutige Gnadenkapelle.

Um 10.00 Uhr fand  in der Wallfahrtsbasilika, eine beeindruckende  neugotische Kirche, die innen prächtig in den Farben Rot, Blau und Gold gehalten ist, die Eucharistiefeier statt. Außer uns waren noch etliche andere Pilgergruppen an diesem Tag in Kevelaer und nahmen ebenfalls an der Hl. Messe teil.  Wir hatten das Glück, dass der Domknabenchor aus Essen zu Besuch war und mit seinem Gesang den  Gottesdienst noch festlicher gestaltete.
Nach der Eucharistiefeier  war  noch  etwas Zeit zur freien Verfügung, das Innere der Basilika näher zu betrachten. So konnten wir uns überzeugen – wirklich, diese Kirche ist mit ihren gotischen Farbakkorden, die das Leben von Heiligen, Geschehen der Heilsgeschichte, der Kirchengeschichte oder aus der Hl. Schrift erzählen, die schönste Kirche des Rheinlandes. Wir konnten auch die seligen Mitgründerinnen Helena Stollenwerk (Mutter Maria) und Hendrina Stenmanns (Mutter Josefa) der Steyler Schwesternkongregation, wie auch den hl. Arnold Janssen erkennen, die an der seitlichen großen Bronzetür mit anderen in der Diözese Münster verehrten Seligen und Heiligen dargestellt sind.  
Seit 1923 ist die Basilika „päpstliche Basilika“, d.h. der Pfarrer als Wallfahrtsleiter kann an den 4 großen Marienfesten den Pilgern den päpstlichen Segen erteilen. Nach diesen besonderen Eindrücken begaben wir uns um 12.00 Uhr zum  Priesterhaus, um uns mit einem Mittagessen in dem herrlichen alten Klostersaal zu stärken. Danach war die Gelegenheit,  für jeden auf eigene Faust, die Umgebung der Basilika mit den verschiedenen Kapellen zu besuchen. Neben der Gnadenkapelle ist die Kerzenkapelle besonders beeindruckend, mit den vielen Wappenschildern, den Kerzen und Danksagungen vieler Pilger, die schon lange vor uns diesen Wallfahrtsort besuchten. Hier konnte jeder/jede von uns zu einem stillen Gebet einkehren oder  in besonderem Gedenken Kerzen anzünden.

In den umliegenden Devotionaliengeschäften gab es auch Kerzen und andere Wallfahrtsandenken  für zuhause zu kaufen.
Maria führt immer zu Jesus. Darum ist besonders auch die Sakramentskapelle zu erwähnen, in der zu jeder Zeit eucharistische Anbetung gehalten wird und jeder der möchte, sich in Stille zum Gebet zurückziehen und dem Herrn persönlich begegnen kann. Eine kleine Gruppe, die sich stark genug fühlte, wollte es sich nicht nehmen lassen, den Kevelaerer Kreuzweg zu betrachten. Wir fanden ihn, etwas außerhalb des Wallfahrtszentrums, gegenüber dem Klarissenkloster in einer großen Parkanlage, die Figuren der Stationen in einer geschützten Nische menschengroß aufgestellt. Für manche von uns gehört der Gang des Kreuzwegs selbstverständlich zur Wallfahrt, die Betrachtung des Leidens und Sterbens Christi, weil ja Maria zuerst diesen Weg mit Jesus, ihrem Sohn, gegangen ist.

Um 15.00 Uhr fand in der Basilika die Dankandacht, mit vielen bekannten Marienliedern und Weihegebeten statt, außerdem wurden jetzt die zuvor gekauften Wallfahrtsandenken gesegnet.
Um 16.30 Uhr versammelten wir uns nochmal am Gnadenbild, um, nachdem wir alle Sorgen und Wünsche abgeladen hatten, für den schönen Tag, für alles erfahrene Gute zu danken und Abschied zu nehmen.
Gegen 17.00 Uhr machten wir uns wieder auf die Rückreise, die nochmal von einigen Liedern und Gebeten begleitet wurde. Jede/ jeder konnte still oder im Gespräch mit dem Nachbarn Rückschau halten auf das Erlebte am Gnadenort Kevelaer.
Beachtung findet von vielen, das Gnadenbild ist das kleinste aller Wallfahrtsbilder der Welt, ein kleiner einfarbiger Kupferstich in  Augenhöhe. Es befindet sich gegenüber dem Eingang der Gnadenkapelle in einer Fensteröffnung, vor dem sich die Pilger am liebsten aufhalten. Von innen wie von außen konnten wir den Blick auf die Mutter, Trösterin der Betrübten, werfen. Und wir sind uns dessen sicher,  dass der Blick der Mutter uns folgt auf unserem Weg zurück ins alltägliche Leben. Wer sich Maria anvertraut, der ist immer in ihrem Schutz geborgen.

Jährlich kommen etwa eine Million Pilger nach Kevelaer, Gläubige wie Nichtgläubige. Als Suchende machen sie sich auf den Weg zu Maria, die hier in Kevelaer den Ehrentitel trägt: CONSOLATRIX AFFLICTORUM - Trösterin der Betrübten, Mutter Jesu und unsere Mutter.

Warum pilgern so viele Menschen nun schon seit 375 Jahren an diesen Wallfahrtsort Kevelaer?  Menschen vor allem aus den Beneluxländern und aus Deutschland, die immer wieder hierher kommen, erfahren und bezeugen es,  hier geschieht Glaubensbegegnung. Hier ist der Ort, der Wärme ausstrahlt, ein Stück Heimat schenkt, Kraft und Trost und in einer Zeit der Desorientierung und Haltlosigkeit Perspektive gibt und Orientierung. Manche von uns konnten es auch ausdrücken: „Die Wallfahrt hat mich im Glauben gestärkt und  mir Kraft für meinen Alltag gegeben“.

Sind vielleicht die Wallfahrtsorte die Orte der Zukunft, wo Menschen Heimat im Glauben finden, wenn sie diese an ihren Wohnorten in den Gemeinden nicht mehr erfahren können?

Um 19.00 Uhr schließlich konnten wir uns, nach einem ereignisreichen Tag, in Wimbern voneinander verabschieden.


Anita Schuster
Sr. Lucia Regina Theves