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Drei Fragen an: Annette Schönich

Annette Schönich aus Marburg ist seit vielen Jahren Mitglied der Missionarischen Heilig-Geist-Gemeinschaft (MHGG) und lebt damit unserer missionarisches Charisma ganz konkret vor der eigenen Haustür. So gewinnt ihr christliches Leben im Alltag an Tiefe und Klarheit. Im "Jahr der Gemeinschaft mit anderen" stellt sie sich in diesem Monat unseren drei Fragen.

Wie haben Sie die Steyler Missionsschwestern kennengelernt?
Als ich das erste Mal Steyl besuchte, wusste ich noch gar nichts von der MHGG. Ich lag schlummernd in der Babytragetasche und wurde von meinen Eltern durch die langen Flure der Steyler Gebäude getragen. Die Atmosphäre muss sehr beruhigend auf mich gewirkt haben, denn nach den Äußerungen meiner Verwandten habe ich mich sehr friedlich verhalten. Grund für diesen allerersten Besuch war die Tatsache, dass wir jedes Jahr mit der ganzen Familie die Schwester meiner Mutter, die Steyler Missionsschwester war, besuchten. Für meine Geschwister und mich immer ein besonderes Erlebnis!
Später lernte ich Steyl näher und intensiver kennen. Eines Tages führte ich ein Gespräch mit einer Ordensschwester. Unter anderem kamen wir auch auf die MHGG zu sprechen. Der Inhalt dieses Gesprächs klang noch lange in mir nach und ließ nach und nach den Entschluss in mir reifen, selbst Mitglied dieser Gemeinschaft zu werden.

Was verbindet Sie (bis) heute mit ihnen?
Ich kann heute sagen, dass ich mich bewusst mit dem Leben in der MHGG vertraut gemacht habe. Ich fühle mich in meiner Überzeugung bestätigt, dass sich der Weg, den ich beschritten habe, lohnt. Für mich ist es heute wichtig, als Mitglied der MHGG die "Zeichen der Zeit" zu erkennen.
Das Evangelium sagt uns Gottes Liebe, Gottes Anwesenheit in unserem Leben zu: Er ist mit uns auf dem Weg. In dieser Gewissheit und aus dieser Zuversicht heraus können wir getrost Ja sagen zu jedem neuen Tag… Dies schenkt uns das Vertrauen und den Mut, JA zu sagen zu seiner Einladung, das Leben mit IHM zu gestalten. Konkret erlebe ich das in den alltäglichen Begegnungen, in meinem Umfeld – der Familie, der Nachbarschaft, in meinem Beruf, in der Pfarrgemeinde… - sozusagen "Mission vor der Haustür"…
Richtungsweisend in dem Zusammenhang war für mich die internationale Versammlung der MHGG in Nemi, wo wir uns gegenseitig unsere Nöte und Sorgen mitteilten. Viele konkrete Beispiele wurden aus den einzelnen Ländern erzählt. Wir entdeckten: Dort, wo im Alltag die Verehrung des Heiligen Geistes richtig gesehen und vollzogen wird, da gewinnt das christliche Leben an Tiefe und Klarheit. Fülle, Wärme und Schwungkraft, vor allem aber auch Lebendigkeit kommen zum Ausdruck und bestimmen das Miteinander der Menschen – so bleibt das Leben bewahrt vor Müdigkeit und Erschlaffung.
Besonders diese Lebendigkeit, dieses Feuer, das aus unserem, aus meinem Leben Müdigkeit und Erschlaffung fernhalten kann, hat mich angesprochen. Ich möchte, dass diese Erkenntnis die Grundlage meines Lebens bildet. So bemühe ich mich, Tag für Tag ein wenig davon in die Praxis umzusetzen – an meinem Arbeitsplatz als Physiotherapeutin, bei Aufgaben in der Gemeinde…
Für unseren Aufbruch und unser Unterwegssein in der MHGG ist für mich von Bedeutung, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, der viele „Gangarten“ ermöglicht. Das heißt, dass die verschiedenen Gruppen der MHGG ihre je eigene Form leben können und wir füreinander und untereinander Verständnis aufbringen und so die jeweils andere Gruppe akzeptieren.
Im Juni 2008 habe ich die Schwesterngemeinschaft bei der Seligsprechungsfeier von Sr. Josefa SSpS, Hendrina Stenmanns, die in Tegelen in den Niederlanden stattfand, in verschiedenen Bereichen unterstützt. Es war ein besonderes Erlebnis für meine Freundin und mich.
Eine weitere gute Erfahrung, die ich in Steyl machen durfte, war das Schreiben meiner Diplomarbeit im Rahmen meiner Eutonie Ausbildung: "Rhythmus – Atem – Bewegung" (nach der Lehr- und Übungsweise von H.L. Scharing). Ich durfte auch in dieser Zeit die Gastfreundschaft der Klostergemeinschaft erfahren: Da sein, Gemeinschaft erleben, die Stille und den Rhythmus des Klosteralltags erleben und so den Raum für mich finden, in dem meine Gedanken wie einzelne "Steinchen" ein schönes "Bauwerk" entstehen ließen. Es tat gut, in diesen Tagen meine Erfahrungen und Gedanken kontinuierlich aufzuschreiben. Die Zeit des Aufenthaltes war für mich eine Zeit zur Vertiefung und zur Verinnerlichung dieser Übungsweise.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft mit den Steyler Missionsschwestern?
Ich wünsche mir, dass das, was bisher auf diesem Weg Wirklichkeit wurde, Schritt für Schritt vertieft wird und sich in unserem alltäglichen Leben widerspiegelt.

Zur Person

Mein Name ist Annette Schönich. Ich wohne in Kirchhain/ Kreis Marburg (Mittelhessen). Ich arbeite als Physiotherapeutin am Universitätsklinikum Marburg. Durch kontinuierliche Fortbildungen, u.a. auch im Bereich der Eutonie nach der Lehr- und Übungsweise von H.L. Scharing, habe ich die Möglichkeit, den Heilungsprozess der mir anvertrauten Patienten ganzheitlich zu begleiten. Als Ausgleich und Entspannung gestalte ich meine Freizeit gerne mit Tätigkeiten wie Fotografieren, Gartenarbeit, Kochen und Backen – ebenso mache ich gerne Sport und erfinde mit einfachen Mitteln kreative Bewegungsspiele, die im Umgang mit meinen Patienten positive Resonanz findet. Gerne schaue ich über den Tellerrand hinaus. So treffe ich mich mit Freunden seit vielen Jahren in der Gemeinschaft der Steyler Missionsschwestern.

Missionarische Heilig-Geist-Gemeinschaft (MHGG).

Die Missionarische Heilig-Geist-Gemeinschaft (MHGG) ist eine Gemeinschaft von Christen, die an ihrem Platz in Familie, Gemeinde und Arbeit gemeinsam mit der Steyler Ordensfamilie auf dem Weg ist.