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Drei Fragen an: Uta Slotosch

Im Jahr der "Gemeinschaft mit anderen" stellen wir unter dieser Rubrik jeden Monat eine Person vor, die auf ihre je eigene Weise mit uns auf dem Weg ist. Den Anfang macht Uta Slotosch. Sie engagiert sich sowohl in Deutschland als auch im Ausland gemeinsam mit uns für eine bessere Welt. Am 4. Januar ist sie für einen mehrwöchigen Missionseinsatz bei unseren Schwestern in Papua Neuguinea aufgebrochen.

Wie haben Sie die Steyler Missionsschwestern kennengelernt?
2013 hatte ich als Mittvierzigerin das ziemlich typische Gefühl: "Das kann doch nicht alles gewesen sein…" Meine unerfüllten Sehnsüchte waren unspezifisch, gingen aber alle in die Richtung: Fernweh, Benachteiligten helfen, mehr Spiritualität leben, Abenteuer…. Ich fragte Johannes Holz, der damals in Berlin für das Erzbistum und Missio arbeitete, ob er eine Idee hat, denn für ein typisches MaZ (=Missionarin auf Zeit) war ich zu alt und konnte auch nur 6 Wochen realisieren. Er gab mir prompt eine Emailanschrift von einer Ordensschwester, die er bei einer Missio-Aktion kennengelernt hatte und die in Papua Neuguinea (PNG) arbeitet: Sr. Anna Damas SSpS. Nachdem ich im Atlas das Land nachgeschlagen hatte, schrieb ich ihr und nach einigen Emails hat sie mich eingeladen, im Oktober 2013 in Alexishafen sechs Wochen mit im Kloster zu leben und dort an einer Berufsschule für Mädchen mitzuhelfen! Diese sechs Wochen waren unbeschreiblich… Die Schwestern – allen voran Sr. Anna – beeindruckten mich zutiefst: so viel Mut, so viel Kraft und so viel tätige Nächstenliebe, genährt aus dem Glauben, dem Gebet – allein in ihrer Nähe sein zu dürfen, mitleben, mitarbeiten und mitbeten zu dürfen, war eine Ehre, machte mich glücklich und trieb mich an!

Was verbindet Sie (bis) heute mit ihnen?
Zurück in Berlin traf ich später die beiden Steyler Missionare Pater Waldemar und Bruder Theo, die beide 40 Jahre in PNG gelebt haben. Sie erzählten mir vom "Probe-Pilgern" um Berlin und ich lief mit. Da traf ich dann Sr. Brigitta SSpS und Sr. Regina SSpS und wurde wieder in meinem Eindruck der Steylerinnen bestätigt. Irgendwann wurde ich Abonnentin der stadtgottes und fand diese besondere, klare Spiritualität wieder, aus der ich in vielen Lebenslagen Trost, Glaubensunterstützung, Richtungen finde. Eine besondere Freude war es, als ich bei der Steyler-Aktion "Ordensleute für Menschenwürde" um Unterstützung gebeten wurde und hierbei Sr. Michaela kennenlernen durfte sowie viele weitere Ordensleute – jede und jeder einzelne ist eine Bereicherung für mein Leben. So kreuzen sich unsere Wege immer wieder und ich bin sehr dankbar dafür! Als ich Sr. Anna, die aus PNG auf Heimaturlaub war, im Kloster in Steyl besuchte, lernte ich das Zentrum kennen und lieben und fuhr auch in einer persönlich schwierigen Situation für eine Auszeit hin und wurde so warmherzig von Sr. Stefanie und den liebevollen Mitschwestern aufgenommen, dass ich weiß, ich kann jederzeit wieder zum "Auftanken" ins Kloster Steyl fahren!

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft mit den Steyler Missionsschwestern?
In der sehr nahen Zukunft wünsche ich mir, dass mein geplanter Aufenthalt in Papua Neuguinea [der am 4. Januar gestartet ist] wieder eine gute Erfahrung wird – für die SSpS, die die Krankenstation in Yampu, im Hochland, leiten und mir erlauben, mit ihnen zu leben und zu arbeiten, und auch für mich, dass ich mich wieder so behütet fühle, wie ich es kenne. Ich wünsche mir, dass ich auch in Zukunft  mit den Steyler Missionsschwestern mitwirken kann, im Inland oder Ausland, denn für mich sind die SSpS Weltverbesserinnen – mal im Kleinen, mal im ganz Großen. Immer wird die Welt ein bisschen oder viel heller, ein bisschen oder viel einfacher, ein bisschen oder viel schöner für die anderen Menschen, da wo SSpS wirken! 

Zur Person

Ich bin verheiratet und wir haben drei wundervolle Töchter (12, 18 und 23 Jahre), bin 50 Jahre alt und voller Zuversicht, dass eine Zeit kommt, in der ich mich mehr für die "Weltverbesserung" engagieren kann. Ich versuche, christlich zu leben, und bin in vielen Ehrenämtern unserer Kirchengemeinde in Berlin aktiv – außerdem habe ich mich zur Ehrenamtlichen Ambulanten Sterbebegleiterin ausbilden lassen und entdecke durch meine Besuche bei Sterbenden viel Neues für das Leben. Als Vorbereitung für meinen Einsatz in der Krankenstation in PNG und aus genereller Neugier habe ich im vergangenen Jahr eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin gemacht – die Praktikas in der Notaufnahme und im Rettungswagen waren spannend, erfüllend und auch wieder voll mit wertvollen Erkenntnissen. Als "Lohnarbeit" vermiete ich möblierte Wohnungen, strebe jedoch für das Jahr 2018 an, einen Arbeitsplatz zu finden, der sinnstiftend und erfüllend ist - und mit dem ich auch ein ganz klein wenig die Welt verbessern kann.