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28.11.2017

Sr. Carmen bringt Bibel und ein Stethoskop von Sr. Veronika zur Gedenkstätte der Märtyrer.

Besonderes Gedenken an Sr. Veronika als moderne Märtyrerin

Beim jährlichen Gottesdienst der Gemeinschaft von Sant'Egidio zu Ehren moderner Märtyrer wurde in diesem Jahr besonders unserer im Südsudan getöteten Mitschwester Veronika Theresia Rackova gedacht.

Der Gottesdienst fand am Montag, 27. November, in der Basilika San Bartolomeo all'isola Tiberina (Basilika St. Bartholomäus auf der Tiberinsel) in Rom statt. Pfarrer Romano sagte bei seiner kurzen Besinnung: Sr. Veronika war wie die klugen Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und hinausgingen, um den Bräutigam zu treffen. Sr. Veronika hatte ihren Teil getan, der barmherzige Gott klopfte an die Tür ihres Lebens und fand sie bereit, aufzuwachen und sogar um Mitternacht zu dienen. Die Lampe der klugen Jungfrau war eingeschaltet. Diese Lampe leuchtete sogar während ihres Lebenskampfes. Wir sind sicher, dass er ihr half, ewige Freude zu erlangen, ihrem Bräutigam folgend.

Sr. Veronika wurde in der Nacht des 16. Mai 2016 während ihrer Mission im Südsudan schwer verletzt und starb am 20. Mai 2016 in einem Krankenhaus in Kenia. Sie war Ärztin. Kurz vor ihrer Tötung hatte sie eine schwangere Frau mit Geburtskomplikationen aus der Klinik gebracht, wo sie in ein größeres Krankenhaus mit besseren Einrichtungen eingeliefert wurde.

In einer Prozession mit Generalleiterin Sr. Maria Theresia Hörnemann, Generalrätin Sr. Eleonora Cichon, Pfarrer Romano und Ministranten brachte Sr. Carmen Silvero (die mit Sr. Veronika im Südsudan zusammengearbeitet hatte) die Bibel und ein Stethoskop vom Hauptaltar zur Gedenkstätte für die neuen Märtyrer. Diese "Reliquien" von Sr. Veronika wurden in der Seitenkapelle deponiert, die den missionarischen Märtyrern Afrikas gewidmet ist.

Vor dem Schlusssegen dankte Sr. Maria Theresia im Namen der Kongregation der Gemeinschaft von Sant'Egidio, den Botschaftern der Slowakei in Italien und dem Heiligen Stuhl, Frau Pavla Rakova (Schwester von Sr. Veronika), unseren Steyler Mitbrüdern und allen Anwesenden für ihre Teilnahme an dieser Stunde des Gebets zum Gedenken an unsere liebe Schwester Veronika. "Es war eine große Freude für uns, dass Schwester Veronika einen Platz in dieser Kirche fand, wo sie auf besondere Weise mit anderen Männern und Frauen verehrt wird, die ihr Leben für Glauben, Gerechtigkeit, Frieden und Wahrheit hingegeben haben. Wir wünschen uns, dass in dieser Kirche nicht nur Schwester Veronika gedacht wird, sondern auch all jenen, die ihr Leben verloren haben, deren Namen aber nicht bekannt sind und deren niemand gedenkt“, so Sr. Maria Theresia.

Schwester Veronika liebte das Leben. Sie wusste, wie man das Leben bezeugt. Das Leben für sie war ein Geschenk von Gott. Sie wurde eine medizinische Missionarin, um diese Liebe zum Leben mit anderen zu teilen. Sie wusste, dass Leben und Arbeit im Südsudan ein großes Risiko darstellten. Sie hatte, im vollen Sinn des Wortes, ihr Leben im Dienste des Lebens gegeben.

Wir beten darum, dass das Leben und der Tod von Schwester Veronika ein starker Aufruf für unser Leben und für unsere apostolische Arbeit sei. Als Christen unserer Zeit engagieren wir uns mit Freude und mit all unseren Energien in dem Leben, das Gott dieser Welt fortwährend schenkt. So schloss Sr. Maria Theresia mit der Zuversicht: "Ich bin sicher, dass Schwester Veronika uns auf diesem Weg mit ihrer mächtigen Fürbitte zu Gott hilft."


Mehr: Originaltext (Englisch) und weitere Fotos auf der Seite der Kongregation.