Trigger
08.05.2018

Beten mit dem ganzen Körper

In der zweiten Ausgabe von Geist und Auftrag geht es um das Gebet mit den Füßen...

Wenn kleine Kinder Musik hören, fangen sie häufig an, sich im Kreis zu drehen und zu tanzen. Ganz selbstvergessen bewegen sie sich zur Musik durch den Raum, so leicht wie eine Feder und mit einer großen Lebensfreude. Sie klatschen dazu in die Hände und jauchzen vor Vergnügen. Erst wenn sie total erschöpft sind, hören sie auf. Es fasziniert mich, ihnen einfach nur zuzuschauen, mich von ihrer Lebenslust mitnehmen zu lassen.
An Kindern entdecken wir, dass wir im Tanz Freude und Glückseligkeit erfahren und ausdrücken. Sich der Musik hinzugeben, leicht, unbeschwert und so glückselig zu sein wie ein Kind - danach sehnen wir uns. Deshalb tanzen wir gern, wenn wir Feste feiern. Der Tanz verleiht uns die heitere Beschwingtheit an den Festtagen unseres Leben.
In einem Gedicht, das dem hl. Augustinus zugeschrieben wird, heißt es: "Ich lobe den Tanz, der alles fordert und fördert: Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele. Tanz ist Verwandlung des Raumes, der Zeit, des Menschen, der dauernd in Gefahr ist zu zerfallen, ganz Hirn, Wille oder Gefühl zu werden. Der Tanz dagegen fordert den ganzen Menschen, der in seiner Mitte verankert ist, der nicht besessen ist von der Begehrlichkeit nach Menschen und Dingen und von der Dämonie der Verlassenheit im eigenen Ich. ..."

Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS

Veröffentlicht: 08.05.2018 / Angela Küppers