Trigger
29.01.2018

Andreas Brender (li.) und Stefan Teplan (re.) brachten den Gästen im Kloster Laupheim auf eindringliche Weise die Situation der Rohingyas näher.

Bewegender Erfahrungsbericht vom Flüchtlingslager der Rohingya in Bangladesch

Große Betroffenheit und Empathie löste Stefan Teplan bei seinem Vortrag über die Lage im größten Flüchtlingslager weltweit, dem der Rohingya in Bangladesch mit 700.000 Menschen, aus. Schwestern des Klosters und Interessierte aus Laupheim und Umgebung waren gekommen, um Eindrücke aus erster Hand zu erhalten.

Im Oktober vergangenen Jahres war Teplan mit Caritas international und anderen Hilfsorganisationen zur Stelle, als sich riesige Flüchtlingsströme aus Myanmar Richtung Bangladesch bewegten und Unterschlupf und Nahrung brauchten. Unter Plastikplanen, notdürftig verstärkt mit Bambus, fanden die Geflüchteten - davon 70% Frauen und Kinder - Schutz.

Eindrücklich schilderte der Referent die Freude der Familien, als er Kochgeschirr, Nahrung und Kleidung austeilte. Es bewegte ihn sehr, wenn er in die Gesichter sah: Menschen, die mit der Geduld der Verzweiflung einen ganzen Tag diszipliniert warteten, um einen Sack Reis zu bekommen. Angesichts der großen Kinderzahl stellen auch die kinderfreundlichen Zonen, die Caritas international dort aufbaut, einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Kindern und Jugendlichen dar. Sehr gut ist auch die medizinische Versorgung: Überall gibt es "Medical Camps", die die Ausbreitung von Epidemien bisher verhindert hat. Der Vortrag endete mit einem Gebet von Caritas international für Minderheiten.

Bei der anschließende Diskussion, geleitet von Andreas Brender, Referent für Spendenbetreuung bei Caritas international, wurden nochmals viele Fragen gestellt, z.B. wie eine Friedensnobelpreisträgerin bzw. Buddhisten solches Unrecht zulassen können, wie ein so kleines Land wie Bangladesch eine solch gewaltige Aufgabe bewältigen kann, oder auch, wie man die Rohingyas in ein Land zurückschicken kann, wo doch klar ist, dass sie weiterhin in Lagern leben müssen. Auf jede Frage gab es kompetente Antworten.

Es wurde auch deutlich, wie wichtig die Arbeit von Teplan und Brender ist, denn Hilfe braucht Kontinuität und es reicht nicht, nur zu helfen, solange die Not nur ein Thema für die Medien ist und nach wenigen Tagen oder Wochen von nächsten Thema abgelöst wird.

Text+Foto: Gerlinde Wruck