Trigger
28.12.2017

Oft sind die Wege beschwerlich - doch die Schwestern nehmen sie froh auf sich, wissend, dass sie gebraucht werden.

Blick über den Tellerrand: Unsere Mission in der Region Äthiopien

Zur Region Äthiopien gehören Schwestern, die in Äthiopien, dem Südsudan und neuerdings auch in Uganda leben. Sr. Sheeba Mathew berichtet von ihren Aktivitäten an Orten, an denen es den Menschen ohne die Schwestern oft an Hilfe mangeln würde.

Wir freuen uns, Ihnen ein wenig über unsere Mission hier in Äthiopien, im Südsudan und in Uganda mitzuteilen.

Uganda: Eine neue Mission im größten Flüchtlingslager der Welt
Wir haben mit unserer neuen Mission in der ugandischen Diözese Aruwa, Lodonga, begonnen. Am 4. November 2017 haben wir in Anwesenheit von Bischof Sabino Ocan Odoki der Diözese Aruwa und unserer Regionalleiterin, Sr.Maria Jerly Renacia SSpS, eine neue Kommunität eröffnet und eingeweiht. Die Schwestern Benigilda, Sheeba und Dorothea waren bei diesem Ereignis ebenfalls anwesend. Außerdem waren unsere SVD-Missionare P. Francies, P. Ratnaswami aus Kenia, Br. Vincent und zwei Freiwillige aus Irland und Polen auch dabei. Die apostolische Gemeinde in der Nachbarschaft beehrte uns auch mit ihrer Gegenwart. Es war eine einfache aber eindrucksvolle Feier. Sr. Benigilda Ladia von den Philippinen und Sr. Dorothea aus Indonesien sind die Pionier-Schwestern dieser Mission. In der Anfangsphase werden sie besonders unter den  südsudanesischen Flüchtlingen in den Siedlungen wirken. Die Siedlungen sind sehr weit enfernt, aber die Schwestern sind entschlossen, ihnen beizustehen. Sie erleben den anfänglichen Kampf bei der Eröffnung einer Mission und das Wagnis einer neuen Mission. Begleiten wir sie mit unseren Gebeten.

Südsudan: Entschieden, zu bleiben
Jetzt gehen wir in den Südsudan, wo drei unserer Schwestern ihren Dienst tun. Zwei davon helfen in der SSS, (Solidarität mit dem Südsudan) Krankenpflegeschule in Wau, und eine hilft im Flüchtlingslager Juba, Remense. Sie stehen täglich recht schwierigen Wirklichkeiten gegenüber und haben sich dennoch entschieden, ihren liebenden Dienst bei den Menschen des Südsudans fortzusetzen und möchten bei ihnen sein. Sie sind glücklich und engagiert. Sie sind sehr dankbar für die Unterstützung und die Hilfe, die wir ihnen zukommen lassen.

Äthiopien: Bildung, Gesundheit, Seelsorge, Umwelt, Frauen & Kinder
Hier in Äthiopien sind wir 15 Schwestern und arbeiten in fünf Kommunitäten. Wir engagieren uns auf dem Gebiet der Bildung: schulisch und außerschulisch, bei Tätigkeiten auf dem medizinischen Sektor, Entwicklungsaktivitäten in den Dörfern, bei Frauen, Jugendlichen, Kindern, in der Seelsorge und bei Aktivitäten zum Umweltschutz.

Die Kommunität in Alemtena beteiligt sich an der Entwicklung auf dem medizinischen Sektor, der Bildung und bei den Frauen. Wir haben eine Schule, die mit dem Kindergarten beginnt und bis zur achten Klasse führt. Zwei Schwestern sind in diesem Apostolat engagiert. Die Zahl der Anmeldungen steigt, aber wegen Platzmangel können wir nicht alle Schüler/innen aufnehmen. Dieses Jahr haben wir 366 Schüler/innen in der Grundschule und 180 Kinder im Kindergarten. Die Eltern schicken ihre Kinder gern auf unsere Schulen, weil sie geliebt und umsorgt sind. Auf unserem Gelände sind sie in Sicherheit. Der Schwerpunkt der Schule liegt nicht nur auf schulischer Leistung, sondern bietet den Schüler/innen eine ganzheitliche Entwicklung. Sie bildet ihre Schüler/innen aus, damit sie in der Zukunft bessere Bürger sind. Die armen Kinder bekommen Mittagessen und viele Kinder zahlen kein Schulgeld. In diesem Jahr hat die Regierung eine neue Vorschrift erlassen, dass alle Schulen in der Oromoya Region auch eine Oromo Medium Bildung haben müssen. Das ist eine große Herausforderung für uns, weil wir mehr Klassenräume, mehr Personal und mehr Geldmittel brauchen. Wir wurden gezwungen, die Oromo Medium zu beginnen. Deshalb haben wir im Kindergarten eine Abteilung mit der Oromo Medium begonnen.
Die Ambulanz in Alemtena wird von zwei unserer Schwestern versorgt, die ihre Dienste Tag und Nacht anbieten. Unsere Einrichtung ist eine der besten in der Stadt Alemtena. Obwohl es viele private Einrichtungen dieser Art und staatliche Gesundheitszentren in Alemtena gibt, kommen die Patienten zu uns zur Behandlung. Sie haben das Gefühl, dass sie in unserer Einrichtung schneller gesund werden. Die Patienten erhalten persönliche Pflege und Zuwendung. Wir haben gut ausgebildete Krankenschwestern, einen Apotheker und Labortechniker. Jährlich behandeln wir in unserer Einrichtung etwa 8.100 Patienten und haben 216 Entbindungen. Wir schenken der vor- und nachgeburtlichen Pflege besondere Aufmerksamkeit. Unterernährte Kinder, HIV/AIDS Patienten, Waisen und gefährdete Kinder erhalten kostenlos Verpflegung und Medikamente. Die HIV-Patienten treffen sich alle 15 Tage zu einer Kaffeerunde und zur Kontaktpflege. Wir versorgen auch sechs Einzugsgebiete mit mobiler Betreuung und Impfungen.
Eine Schwester kümmert sich um das Frauenförderungszentrum Alemtena. Von Anfang an antwortete das Zentrum auf den Schrei der armen und ausgegrenzten Frauen und Mädchen. Das Zentrum bietet sehr viele verschiedene Aktivitäten an, um diese Frauen und Mädchen zu unterstützen. Durch sein Spar- und Kreditprogramm, Einkommen erzeugende Aktivitäten im kleinen Rahmen, Einarbeitungsprogramme, Bildungsunterstützung, Hilfe bei Berufsausbildungen, Vergabe von Getreidesorten an die armen Frauen und deren Familien, zielt das Zentrum darauf ab, das Leiden dieser armen Frauen, die Tag und Nacht damit ringen, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen können, zu lindern. Viele Frauen begannen ein kleingewerbliches Unternehmen mit dem Geld, das sie als Kredit und Anfangskapital zur Erzeugung von Einkommen, erhielten. Sie haben ein kleines tägliches Einkommen. Einige von ihnen haben kleine Ersparnisse. Sie können ihren täglichen Bedarf decken, ohne von jemandem abhängig zu sein. Frauen haben Kredite zum Bau von Häusern, Erwerb von Grundstücken, Ausstattung von Häusern, Kauf von Tieren und für Agraraktivitäten aufgenommen. Bewusstseinsbildung anhand verschiedener Themen ist eine der Hauptaktivitäten des Zentrums. Die kommerziellen Sexarbeiterinnen stehen im Mittelpunkt der Programme für Bewusstseinsbildung. Sie werden wenigstens fünfmal im Jahr zu verschiedenen Aktivitäten und zur Kontaktpflege ins Zentrum eingeladen.

Wenn wir uns der Kommunität in Badessa im Süden zuwenden, sehen wir drei unserer Schwestern engagiert bei außerschulischer Bildung, mobiler Gesundheitspflege und Anpflanzungsprogrammen. Der außerschulische Unterricht findet in fünf Dörfern statt und bereitet die Kinder auf die schulische Bildung vor. Es gibt etwa 600 Kinder, die von dieser Aktivität profittieren. Sie ist eine große Hilfe für die Kinder. Andernfalls erhielten diese Kinder keine Gelegenheit, zur Schule zu gehen. Sie würden zu Hause bleiben und das Vieh hüten und auf dem Feld helfen.
Das Anpflanzprogramm ist eine Methode, mit denen die Dorfbewohner versuchen, die Bodenerosionen ihren jeweiligen Gebieten aufzuhalten. Unsere Schwestern versorgen sie mit dem nötigen Material dafür: Setzlingen, Dünger, Plastiktaschen, Gartenwerkzeugen und anderen benötigten Sachen. Es ist auch eine Methode, um Arbeitsmöglichkeiten für diese armen Frauen zu schaffen und den Dorfbewohnern ihre Verantwortung für Mutter Erde einzuprägen.
Die Frauen im Zentrum in Badessa helfen auch Kindern mit Körperbehinderungen. Sie bringen sie ins Krankenhaus und bekommen freie Behandlung für sie. Die Schwestern übernehmen alle Ausgaben. Viele Kinder werden zur Behandlung nach Addis Abeba gebracht. Viele Jungen und Mädchen erhalten durch die Unterstützung der Schwestern Gelegenheit, Universitäten zu besuchen für weitere Studien. Die Schwestern haben eine Bibliothek für Mädchen. Zweiunddreißig Mädchen aus den Dörfern erhalten Unterstützung bei der Hausmiete, Lebensmitteln, Bildung und anderen Gelegenheiten.

Jetzt steigen wir in die Berge hinauf. Die Kommunität in Chole liegt auf dem Berggipfel 2800 ft über dem Meer. Es ist ein sehr kalter Ort. Zwei Schwestern erfüllen dort ihren Sendungsauftrag. Eine Schwester arbeitet in der Erziehung, und die andere Schwester arbeitet mit Frauen und Kindern. Chole hat einen Kindergarten mit 180 Kindern. Die meisten Kinder kommen aus orthodoxen und Muslim-Familien. Es gibt wenige Katholiken in diesem Ort. Aber unsere Schwestern leben und wirken dort bereitwillig.
Entwicklungsprogramme für Frauen sind andere Tätigkeiten, an denen unsere Schwestern beteiligt sind. Sie haben ein Spar- und internes Kreditprogramm. Die Frauen selbst sparen und leihen Geld an Mitglieder ihrer Gruppe. Sie haben kleine Gruppen gebildet. Sie sind sehr aktiv und haben gute Ersparnisse. Sie haben auch ein Programm zum Mästen von Schafen. Die Schwestern geben ihnen ein Startkapital, damit sie alle diese Tätigkeiten beginnen können. Wenn sie einmal eine bestimmte Summe erspart haben, können sie allein wirtschaften. Für Jugendliche gibt es im Zentrum Computerunterricht. So erhalten die jungen Menschen Gelegenheit, etwas zusätzlich zu ihrer Schuldbildung zu lernen. Die Schwestern stellen auch ein Wohnheim zur Verfügung für die Mädchen aus entlegenen Dörfern, die keine Gelegenheit haben, ein Gymnasium zu besuchen. Man kümmert sich im unserem Wohnheim um sie und sie sind geschützt. Diese Mädchen werden auch geistlich gebildet.

Die Kommunität Waragu liegt zwischen vier Bergen. Es ist tatsächlich ein wunderschöner Ort! Zwei Schwestern leben und wirken dort. Es ist ein Ort ohne Netzwerk, ohne Strom und ohne Transportmittel. Aber ein wunderbarer Ort zum leben. Wir haben eine Ambulanz, außerschulischen Unterricht für Kinder und ein Förderungszentrum für Frauen. Viele Katholiken leben in diesem Gebiet und daher haben wir eine lebendige Seelsorge. Es gibt keine andere Ambulanz in der Nähe. Das Hospital zur Einlieferung ist drei bis vier Stunden entfernt. Unsere Anwesenheit in diesem Ort ist ein Segen für die Menschen. Während dieses Jahres wurden 11.063 Patienten in der Ambulanz behandelt und 452 Mütter vor der Geburt. Es ist der beste Ort für sichere Entbindungen. Tag und Nacht sind die Schwestern im Einsatz. Die Menschen in diesem Tal haben keine andere Einrichtung dieser Art und keine anderen Möglichkeiten.
Das Förderungszentrum für Frauen veranstaltet verschiedene Aktivitäten während des Jahres. Eine Schwester kümmert sich um die Aktivitäten für das Zentrum. Das Zentrum bietet Bewusstseinsbildungsprogramme, Gesundheitsbildung, fachliche Schulungen und Schulungen zur Führung eines Kleingewerbes. Die Frauen erhalten ein Startkapital, um Einkommen erzielende Aktivitäten in kleinem Maßstab zu beginnen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Diese Frauen sind arm. Sie sind daran interessiert, neue Sach- und Fachkenntnisse zu erwerben und fürchten sich nicht davor, sie anzuwenden. Das Zentrum bietet armen und alleinstehenden Müttern Unterstützung beim Bau eines Hauses an. Die Jugendlichen werden zur Berufsausbildung geschickt und finanziell dabei unterstützt. Gewöhnlich gehen die Jugendlichen zum Studium weg von hier, und wenn sie ihre Studien abgeschlossen haben, möchten sie nicht mehr hierher zurückkommen. Sie arbeiten lieber in den Städten und verdienen dort Geld. Da diese Ort sich nicht entwickelt hat, bleiben die Jugendlichen nicht gern hier im Tal. Es ist sehr schwierig, Krankenschwestern und andere Arbeiter zu finden, die bereit sind, in diesem Ort zu arbeiten.


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Unsere Schwestern in der Region Äthiopien geben sich mit all ihrer Kraft, all ihren Fähigkeiten und tiefer Überzeugung, in der Nachfolge Jesu unterwegs zu sein, in die verschiedenen Tätigkeiten hinein. Zugleich sind sie auf die finanzielle Unterstützung wohltätiger Menschen angewiesen. Wenn auch Sie an dieser Mission teilhaben möchten, finden Sie nachfolgend die Daten unseres Spendenkontos:
Steyler Missionsschwestern e. V.
Steyler Bank, Sankt Augustin
Konto-Nummer: 10639
BLZ: 386 215 00
IBAN: DE76 3862 1500 0000 0106 39
BIC: GENODED1STB