Trigger
30.09.2017

Das ehemalige Mädchen-Internat wird ab Januar an die Stiftung „Hoffnung und Liebe“ vermietet.

Dem Himmel sei Dank - Rundbrief von Sr. Lioba aus Rumänien

Mit Hilfe dreier Heiliger haben sich für Sr. Lioba zwei wichtige Anliegen realisiert. Zugleich macht eine Maserepidemie Sorgen. Diese und weitere Neuigkeiten im Rundbrief für den September.

Hier in Rumänien wird der Herbst schon ab dem 1. September gerechnet. Inzwischen ist der Herbstbeginn ja auch schon im Kalender angekommen. Auf dem Markt sind die Tische voll bestückt mit den Herbstfrüchten. Jetzt wird der leckere Gemüseaufstrich Zacusca aus Auberginen, Möhren, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Sonnenblumenöl und Gewürzen gemacht. Jeder Haushalt hat da seine eigenen Rezepte. Oft kommen auch noch Petersilie oder junger Dill dazu. Außerdem Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer; und oft auch Chili, was hier auch sehr gerne gegessen wird. Ich habe auch 5 Chili-Pflanzen im Garten für Sr. Jovita. Im Frühjahr, als ich die Pflanzen auf dem Markt gekauft habe, sagte mir die Verkäuferin, dass eine Sorte besonders scharf sei und Sr. Jovita hat das bestätigt. Sie sagte, das war die schärfste, die sie hier gegessen hat. Auch Sr. Theresia ließ sich von meinen Pflanzen inspirieren und hat einen ganz leckeren Pickel hergestellt, was sehr gut als Geschmacks-Verstärker von manchen Schwestern genommen wird. Ich halte mich da immer etwas zurück.

Jetzt kann man hier auch sehr gut riechen, dass der Herbst mit der Zuckerrüben-Ernte gekommen ist, denn die Luft ist voll vom Geruch der Zuckerfabrik, wo die Rüben getrocknet oder verarbeitet werden.

Die Kinder kommen seit dem 11.09. wieder zur Schule. Wir haben eine volle Klasse mit über 20 Kindern an manchen Tagen. Vier Kinder aus unserer Klasse werden weiter gehen können in die Gruppe der 2. Chance und dort in 2 Jahren die verpassten Schuljahre 1-4 nachholen. Es sind aber auch schon neue Kinder zu uns gekommen, die das 11. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und sich bei uns auf den Schulbeginn vorbereiten.

Zurzeit sind 4 Mädchen aus Taizé bei uns für 3-4 Wochen, um eine kleine zeitliche Gemeinschaft hier zu leben. Sie haben viele interessante Spiele für die Kinder und beten und singen auch mit den Kindern, das kommt gut an. Bei uns im Haus haben wir montags Taizé-Gebet das ist jetzt richtig belebt worden.

Seit August geht hier die Epidemie der Masern um. Es sind auch schon 3 Kinder hier in Roman gestorben an der Krankheit. Die Krankheit ist im ganzen Land verbreitet. Anscheinend kommt es immer wieder zu Engpässen bei dem Impfstoff. Das haben mir auch Mütter aus dem Olympiadorf bestätigt. Von unseren Kindern sind auch einige krank. Aus diesem Grund haben Cornelia und ich überlegt, die Abwehrkräfte der Kinder mit natürlichen Mitteln zu stärken. Jetzt im Herbst ist hier die Ernte der Sanddorn-Beeren. Hier auf den trockenen Hügeln gibt es sehr viele Sanddornsträucher. Auch richtige Plantagen gibt es hier. Auf dem Markt kostet 1 kg frische Beeren 15 RON; das sind etwa 3,50 EUR. Hier werden hauptsächlich die Beeren so haltbar gemacht und jeden Tag ein Teelöffel genommen, wobei sie gequetscht werden und mit Honig übergossen. Dann ziehen sie Saft und es entsteht so eine Art Sirup. Heute haben wir es zum ersten Mal den Kindern gegeben. Nach anfänglicher Skepsis waren sie sehr begeistert davon. Im Sanddorn sind alle Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Es ist so ähnlich wie die Hagebutte. Wir versuchen die Darreichung auch umweltfreundlich zu gestalten und verwenden Teelöffel, die wieder gespült werden können.

Und noch eine Freude kann ich mitteilen. Im September sind gleich zwei von meinen und unseren Gebetsanliegen erhört worden. Das eine ist: Seit das Mädchen-Internat letztes Jahr geschlossen hat, haben wir nach einer Aufgabe oder Lösung gesucht, wie das Gebäude gut genutzt werden kann. Nachdem ich im deutschen Rundbrief gelesen habe, dass in Wahlwiller nach der Novene zum hl. Josef ein passender Käufer gefunden wurde, habe ich auch eine Novene zum hl. Josef in unserem Anliegen vorgeschlagen. Wir haben dann auch noch eine zum Hl. Judas Thaddäus gebetet und jetzt hat sich am vergangenen Mittwoch ein befreundeter orthodoxer Priester hier gemeldet und nach Räumen gesucht, wo er eine Kindertagesstätte unterbringen kann. Es soll eine Kindergrippe geben und eine Betreuung der Hausaufgaben für die Vorschulkinder bis zur 4. Klasse. Das passt natürlich sehr gut zu unseren Zielen. Vor allem, weil dieser Pfarrer sich auch besonders für die Armen einsetzt. Der gemeinnützige Verein heißt Hoffnung und Liebe. Die Ehefrau des Pfarrers ist auch ganz aktiv mit den Kindern. Sie haben jetzt schon ein Zentrum, wo sie die Kinder nach der Schule betreuen und Hausaufgabenhilfe anbieten, und auch ein Mittagessen. P. Mihai Popovici hat gesagt, dass sehr viele berufstätige Eltern auf ihn zugekommen sind und nach einer Möglichkeit gefragt haben, ihre Kinder an einem guten Ort unterzubringen, solange sie bei der Arbeit sind.

Die zweite Gebetserhörung war vom hl. Antonius, zu dem ich gebetet habe wegen eines Raumes im Olympia-Dorf, um dort mit einzelnen Gruppen Kurse und andere Aktivitäten zu machen, sodass die Mütter nicht immer mit dem Bus weggeholt werden müssen. P. Lucian von der Fundatia Pacea hat beim Bürgermeister noch einmal nachgefragt und gleich grünes Licht bekommen. Jetzt sind wir dabei den Raum einzurichten.

So viel gute Nachrichten für heute. Wie es weiter geht, schreibe ich dann im Oktoberbrief.
Ich wünsche Euch allen ein dankbares Herz für alle guten Gaben, die ihr empfangen habt, außerdem Gesundheit und Gottes reichen Segen.
Eure Sr. Lioba Brand SSpS