Trigger
31.10.2017

Lavendel gedeiht im rumänischen Klima sehr gut. Mit den Frauen macht Sr. Lioba daraus Lavendelöl und -säckchen.

Erfolgserlebnisse - Rundbrief von Sr. Lioba Brand aus Rumänien

In ihrem neusten Rundbrief berichtet Sr. Lioba von Erfolgserlebnissen im Alltag: mit den Kindern, die Ordnung lernen und daran Freude haben, oder auch mit Kräutersalben und -kissen, die bei den Leuten gut ankommen und in Rumänien leicht herzustellen sind.

Der Herbst hat die Mitte erreicht, hier in Roman kann man das auch immer gut riechen, weil die Zuckerfabrik jetzt mit Volldampf die Zuckerrüben verarbeitet. Da sind die Trocknungsgebläse und der Geruch davon im ganzen Stadtteil zu riechen. Den Garten habe ich soweit abgeräumt, damit wir den Platz für die neue Bestimmung übergeben können.

Der orthodoxe Pfarrer hat eine Stiftung „Hoffnung und Liebe“, die für arme Kinder nach der Schule ein Mittagessen ausgibt und bei den Hausaufgaben hilft. Das Haus, in dem er bisher war (ganz in der Nähe), muss grundrenoviert werden. Er möchte schon die Weihnachtsfeier bei uns machen und ist jetzt daran, das ehemalige Internat dafür vorzubereiten. Wenn seine bisherige Bleibe renoviert ist, dann möchte er seine Aktivitäten ausweiten und eine Kindergrippe beginnen. Wir Schwestern sind herzlich eingeladen, in seinen Aktivitäten mitzuarbeiten. Der Priester Mihai Popovici ist schon lange mit den Schwestern bekannt und freundschaftlich verbunden; er ist auch ein großer Freund der Armen. Soviel ich weiß, ist er der einzige orthodoxe Priester in der Stadt, der sich wirklich aktiv für die Armen einsetzt.

In der Schule haben wir den ersten Teil vom Semester erreicht. Diese Woche sind Herbstferien. Hier in Roman ist auch Herbstmarkt, da kommen die Händler vom ganzen Land und man kann schöne Kleider und kulinarische Spezialitäten kaufen. Ich bin diesmal nicht dazu gekommen, mir das alles anzusehen, weil vom P. Lucian (dem Präsident der Stiftung Humanitärer Friede FUP, bei der ich arbeite) der Vater in Bukarest gestorben ist, und ich auf der Beerdigung war.

Bei den Kindern können wir schon schöne Früchte unserer Arbeit erkennen. Zum Schuljahresbeginn hat jedes Kind ein Mäppchen mit Schreibzeug bekommen. Von Wohltätern haben wir sehr gute und schöne Buntstifte und auch Bleistifte bekommen. Dazu Spitzer, Radiergummi und ein Lineal. In jedem Mäppchen waren 24 Buntstifte. Diese sind nicht nur zum Malen gut, sondern auch zum Zählen üben. Außerdem lernen die Kinder jetzt auch mehr und mehr Disziplin, und es gefällt ihnen. Sie legen die Stifte auf den Tisch in Reih und Glied und richten sie mit dem Lineal gerade aus. Das haben sie selbst begonnen. Ich habe ihnen auch gezeigt, dass sie die Stifte vor sich legen und nicht am unteren Rand des Tisches, wo sie gleich mit dem Ellbogen auf den Boden geschupst werden. Im Speisesaal sitzt unsere Klasse jetzt zusammen an aneinander gereihten Tischen. An einem Ende sitzt Cornelia und am anderen Ende sitze ich. Die Kinder räumen die Teller sehr schön zusammen, die restlichen Speisen auf einen Teller, das Besteck alles in eine Richtung; sehr ordentlich, und sie haben Freude daran. Cornelia und ich werden sehr gut beobachtet, wie wir die Sachen machen, und die Kinder ahmen es eifrig nach.

Wie ich in früheren Briefen schon erwähnt habe, bin ich ja an verschiedenen Stellen beschäftigt beziehungsweise miteingebunden. Das eine ist das Reha-Programm vom ACAR Zentrum hier in Roman, da mache ich mit den Patienten einmal pro Woche etwas Kreatives, vorausgesetzt, dass sich Betroffene zu so einer Kur entschließen können. Den größten Erfolg haben wir mit der selbst gemachten Heilkräuter-Salbe. Dann bin ich auch noch mit den Lavendel-Säckchen beschäftigt, wenn eine Bestellung eingeht. Dann arbeite ich noch in Green Time, das ist eine Gärtnerei, wo Zierpflanzen gezogen werden, und seit 2015 auch fast 1 ha Lavendel. Der Lavendel gedeiht hier in diesem Klima sehr gut. Der Boden ist sehr lehmhaltig und die Pflanzen brauchen nicht gegossen werden. Wenn es gut regnet, saugt sich der Boden mit Wasser voll, dann braucht man nur noch durchzuhacken und der Untergrund bleibt sehr lange feucht. In dieser Gärtnerei werden seit 2015 auch 8 Leute aus dem Olympia-Dorf angestellt, und es wird das Öl aus dem Lavendel selbst destilliert. Der Lavendel wird biologisch angebaut, die Gärtnerei hat aber keine Bio-Zertifizierung. Ich weiß nicht, ob das wegen der vielen Rosenstauden (die wahrscheinlich gegen Mehltau und Läuse gespritzt werden) nicht geht, oder aus welchem Grund auch immer. Bei dem Lavendel ist das aber nicht notwendig, zu spritzen. Falls jemand Lavendel-Säckchen oder Lavendelöl möchte kann ich das mit den Frauen herstellen, nur brauch ich eine gewisse Zeit, mindestens 4-5 Wochen, und wegen der Transportkosten auch nur bei mindestens 20 Stück. Die Säckchen sind 8/13 cm und kosten inklusive Porto 3,00 EUR pro Stück. Das Lavendelöl ist in 10 ml Fläschchen. Ein Fläschchen kostet auch 3,00 EUR, inklusive Transport. Die Bestellung könnt ihr per Email machen bei mir (lioba.brand@kloster-laupheim.de), ich gebe es weiter oder kümmere mich selbst darum.

Das Vorbereiten unseres neuen Raumes im Olympia-Dorf braucht viel Geduld und Durchhaltevermögen. In der Zeit, als ich in Deutschland war, in der ersten Oktoberwoche, ist das Fenster eingeschlagen worden. Es konnte noch so gut wie nichts gestohlen werden, weil noch fast nichts im Raum war, es wurde einfach nur zerstört. Ich vermute, dass es Kinder waren, so im Alter von 12 Jahren. Inzwischen haben wir ein Gitter vor dem Fenster und ein neues Fenster. Diese Woche möchte ich noch weitermachen und den Holz-Herd hinbringen und den Bodenbelag. Die Mädchen von Taizé haben die Wände schön bemalt. Ich habe inzwischen Wundertätige Medaillen an Fenster und Türen angebracht und dem lieben Gott den Raum empfohlen.

So viel für heute. Euch allen von Herzen alles Gute und eine Gesegnete Zeit.
Sr. Lioba Brand