Trigger
07.08.2017

Sr. Lioba (li.) mit den Frauen, die in diesem Sommer den ICDP-Kurs abgeschlossen haben.

Im Lauf der Jahreszeiten (Rundbrief von Sr. Lioba Brand)

Inzwischen ist Sr. Lioba Brand aus ihrem Heimaturlaub in Deutschland wieder zurück in Rumänien gelandet. Was diesen Sommer - persönlich und jahreszeitlich - prägt, erzählt sie in ihrem neusten Rundbrief.

Letzte Woche bin ich von meinem Aufenthalt in Deutschland zurückgekehrt. Die Abreise hat ziemlich holprig begonnen, aber dann ist doch noch alles gut gegangen. Der Heimaturlaub war diesmal davon geprägt, dass wir das Elternhaus in Herbsthausen ausgeräumt haben, und auch einen Abschieds-Dankgottesdienst in der Herbsthäuser Kirche gefeiert haben. Das hat die Zeit für mich schwer und wehmütig gemacht. Ich habe gemerkt, so wie man eine Zeit braucht, um an einem Ort anzukommen, braucht man auch einige Zeit zum Abschied nehmen. Für das Ankommen, habe ich gemerkt, brauche ich etwa zwei Jahre. Danach habe ich einige Freunde vor Ort, kenne die Wege und auch die Sprache einigermaßen. Bei jüngeren Menschen geht das vielleicht schneller, aber ich bin ja in meinem Leben auch schon an vielen Orten gewesen und das habe ich wahrgenommen.

In meiner Abwesenheit ist das Leben hier weitergegangen. Es hat viel geregnet und die Pflanzen sind gewachsen. Die Tomaten hängen übervoll mit schönen, sehr geschmackvollen Früchten, die Gurken sind in diesem Jahr kein bisschen bitter und tragen viele Früchte. Leider war ich nicht hier, als die Bohnen ihre Haupternte hatten. Ich habe die Neckarkönigin als Stangenbohne und French Beans als Buschbohne angepflanzt. Jetzt sind nur noch wenige zum Ernten daran. Jetzt sind einige Lücken im Garten und ich überlege, was man im August noch anpflanzen kann. Auch in der Schule bei den Kindern haben meine Kolleginnen gut nach den Tomatenpflanzen geschaut und es hängen wirklich rote Tomaten daran, die noch viel besser schmecken als die vom Treibhaus. Das kommt sicher daher, dass sie mehr Sonne abbekommen. Jetzt habe ich wirklich wieder etwas zum Urban-Gardening dazu gelernt. Das Pflanzgefäß muss groß genug sein. Teilweise habe ich die Pflanzen einfach in dem Plastiksack von der Pflanzerde gelassen und habe unten nur ein paar Löcher hineingestochen, dass das Wasser ablaufen kann. Den Sack habe ich dann in eine Kiste oder einen Korb gestellt.

Da gleich nach meiner Ankunft hier das Programm losging, bin ich jetzt erst verspätet mit meinem Rundbrief dran. Gleich am Freitag (28.07.2017) hatte ich mit Claudia wieder ein Treffen mit den Müttern im Rahmen der ICDP-Ausbildung (international childhood development program). Claudia, die seit September 2015 den Kindergarten bei der FUP (Fundatia Umanitara Pacea) geleitet hat, hat im Juli eine neue Arbeitsstelle im staatlichen Krankenhaus in der Notaufnahme als Sekretärin begonnen. Deshalb mussten wir die verbleibenden 3 Treffen mit den Müttern so bald wie möglich abhalten. Jedes Treffen bedarf aber auch einer Vorbereitung, so kam ich gleich etwas in Druck nach meiner Ankunft. Inzwischen haben wir alle 8 Treffen mit den Müttern oder Großmüttern erfolgreich beendet. Die Mütter sind gerne zu den Treffen gekommen und sie waren sehr offen uns gegenüber. Sie waren auch froh und dankbar für das, was sie gelernt haben. Sechs Personen konnten den Kurs abschließen.

Seit dem 17.07. – 11.08. gibt es für die Kinder vom Olympia-Dorf ein Ferienprogramm. Hier wird das Sommerschule genannt. Es kommen so etwa 20 Kinder. In diese Aktivität bin ich natürlich auch involviert. Inzwischen haben wir schon eine gute 7-Kräuter-Hautcreme gemacht. Auch Obstsalat und andere Sachen standen auf dem Programm.

Momentan sind wir von der Hitzewelle ganz in den Griff genommen. Das ist sehr schwer, weil in unserem Park Ende Juni bei den Stürmen einige große Äste von den Kastanienbäumen abgebrochen sind, und jetzt 4 Bäume die Krone verloren haben. So haben wir nur noch von 3 Bäumen Schatten. Der Sturm war gerade an meinem letzten Arbeitstag, bevor ich nach Deutschland geflogen bin. Es gab dann in der Schule und im Büro in der FUP zwei Wochen kein Strom. Gott sei Dank waren da die Kinder in den Ferien. So gibt es einige Dinge, die mich immer wieder auch an die Zeit in Papua Neu Guinea erinnern. Momentan ist es die Hitze, zu der mir eine Mitschwester in PNG den Rat gegeben hat: "Solange etwas nach unten läuft, brauchst du dir keine Sorgen machen, nur, wenn etwas nach oben grabbelt, musst du sofort nachschauen."

Soviel für heute. Ich wünsche Euch allen eine erholsame Ferienzeit, Gesundheit und Gottes reichen Segen.
Eure Sr. Lioba Brand