Vor mehreren Jahren habe ich im schönen Südtirol Urlaub gemacht. Gemeinsam mit einer Schwester war ich auf mehrere Berggipfel gestiegen. Es war sehr anstrengend, hat mir auch viel Freude bereitet, zu Fuß unterwegs sein zu können. Als wir auf einem Gipfel standen, auf dem sich eine Seilbahnstation befand und ich den Berg betrachtete, überkam mich großes Mitleid mit dem Berg. Ich war traurig darüber, wie man ihn zugerichtet hatte.
Ich fragte den Berg: Was haben sie dir angetan? Ich sah große Löcher, die man in den Berg gebohrt hatte. An vielen Stellen waren sie mit Zement aufgefüllt worden. Hohe Eisenmasten mit unzähligen Schrauben hatte man aufgestellt. Schneisen in den Wald geschlagen. Der Berg erschien mir zutiefst verwundet, seiner Schönheit und Unversehrtheit beraubt. Es war, als ob er stöhnen und weinen würde. Mir kam das Wort aus dem Römerbrief in den Sinn: "Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne und Töchter Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt" (Röm 8,19-22). ...
Aus dem Editorial von Sr. Gabriele Hölzer SSpS
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