In jedem Ende steckt ein neuer Anfang

Titelthema

Veränderungen gehören zu jedem Leben hinzu. Unser Leben verändert sich ständig, sowohl persönlich als auch gesellschaftlich, und es stellt sich die Frage: Wie gehen wir damit um? Es gibt Menschen, die sagen: "Irgendwie lebe ich ein Stück an mir selbst vorbei." Sie spüren einen Wunsch nach Veränderung, aber trauen sich nicht, diesen Schritt zu tun, weil sie Angst vor dem Unbekannten und vor seinen Folgen haben sowie Kritik und Widerstand von andern fürchten. (...)

Ein Neuanfang der MHGG
Als ich 1978 die Zeitschrift übernahm, waren es Ordensleute, die den Kontakt zu den Mitgliedern der Gemeinschaft pflegten. Sie waren die Entscheidungsträgerinnen, hielten Vorträge und begleiteten die spirituelle Entwicklung der Gemeinschaft. Ein großer Prozentsatz der Mitglieder befand sich noch in den besten Jahren. Sie drängten darauf, eigene Vorstellungen und Wünsche von einer geistlichen Gemeinschaft einbringen und sie mitgestalten zu können. Sie schlugen Themen vor, schrieben Beiträge, luden zu Gebetstreffen ein, die sie entwickelt und gehalten haben, und verschickten Einladungen zu Einkehrtagen. Sie organsierten Busfahrten für Mitglieder zu Einkehrtagen und Pilgerreisen zu den Gründungsstätten der Steyler Gemeinschaften und den Geburtsstätten der Gründergeneration.
Sie nahmen teil an vielen Überlegungen und Entscheidungen und haben in Leitungsgremien mitgearbeitet. Mit Herzblut und Organisationstalent, einem großzügigen Einsatz ihrer Zeit und viel Phantasie haben sie sich eingebracht, neue Mitglieder gewonnen und die Kontakte zu den Mitgliedern gepflegt, die bereits viele Jahre der Gemeinschaft angehörten.

Veränderungen
Inzwischen sind Jahrzehnte vergangen. Viele Mitglieder sind gebrechlich geworden, andere verstorben. Auch die Schwestern wurden älter, gebrechlicher, und sind verstorben. Die Teilnahme an Einkehrtagen ist für viele nicht mehr möglich, da sie nicht mehr reisen oder Auto fahren können, längere Busfahrten sind zu anstrengend. Viele Ältere sorgen für ihren Partner oder ihre Partnerin. Das Austragen der Zeitschriften wird zum Problem.
Einige Mitglieder leben im Pflegeheim. Das Lesen ist zu anstrengend. Jedes Vierteljahr werden ca. 300 Mitglieder abgemeldet. Da sich nur sehr wenige neue Mitglieder anmelden, wird die Gemeinschaft stets kleiner und älter. Auch die Mitarbeit im Zentral- und Regionalteam sowie der Redaktion ist beschwerlich. Wir möchten alles regeln, solange wir das noch können, damit andere unsere Arbeit weiterführen oder abschließen können. ...

© Sr. Gabriele Hölzer SSpS aus Geist und Auftrag 1/26 Seite 4