Aus der Quelle schöpfen

Titelthema

Die ersten Worte, die Jesus im Johannesevangelium spricht, sind als Frage formuliert: "Was sucht ihr?" (Joh 1,38). Er stellt sie an zwei junge Menschen, die durch Johannes den Täufer auf ihn aufmerksam gemacht wurden. Von einem der beiden wissen wir, dass er Andreas hieß, der Bruder von Simon Petrus, der später auch zu den engen Freunden Jesu gezählt wurde. Der andere allerdings bleibt namenslos. Warum? Vielleicht deshalb, damit wir als Leser des Evangeliums an dieser Stelle unseren eigenen Namen einsetzen können. So bleiben wir keine reinen Beobachter dieser biblischen Geschichte, sondern werden vielmehr mit hineingenommen als Beteiligte.

"Was suchst du?" Das ist also die erste Frage, die Jesus auch mit stellt, wenn ich ihm näher kommen möchte und mich für seine Botschaft interessiere. Sie wirft mich zuerst einmal auf mich selbst zurück und wird zur Anfrage an mich und mein Leben. Fragen solcher Art können allerdings auch lästig sein. Wir kennen das ständige Nachfragen des kleinen Kindes: "Warum?" oder auch: "Wieso?" Das kann nerven, und doch wissen wir, dass ein Kind nur durch solche Fragen seine Welt schließlich zu verstehen beginnt. ...

© Norbert Cuypers SVD aus Geist und Auftrag 1/21 Seite 4

Veröffentlicht: 25.02.2021  / Angela Küppers