Du bist die Perle

Gleichnis-Bilder

Den Fund ihres Lebens haben die Beiden gemacht. Der eine stößt zufällig auf einen Schatz im Acker, den er als Tagelöhner oder Lohnarbeiter im Auftrag eines Großgrundbesitzers bearbeitet. Der andere, eine weltgewandter Großhändler und gewiefter Geschäftsmann, findet nach langer intensiver Suche eine ganz besonders schöne und kostbare Perle. Beide sind über ihren Fund hocherfreut und beschließen, sich diesen Schatz nicht entgehen zu lassen. Koste es, was es wolle, sie werden alles unternehmen, um in seinen Besitz zu gelangen. Der Tagelöhner verkauft, was er besitzt, leiht sich vielleicht noch bei Verwandten Geld, um den Acker erwerben zu können. Dann erst kann er den Schatz ausgraben und sein Eigen nennen. Der Perlenhändler ist entschlossen, jeden Preis für diese außergewöhnlich schöne und wertvolle Perle zu bezahlen (siehe Mt 13, 44-46).

Jesus ermutigt seine Zuhörer und Zuhörerinnen: Die Gottesherrschaft steht jedem Menschen offen, den Armen wie den Reichen. Es gibt verschiedene Zugänge zum Reich Gottes. Die einen stoßen zufällig und unerwartet darauf, andere finden es nach einer langen, behaarlichen Suche. Jesus geht es in den beiden Gleichnissen nicht nur um die Kostbarkeit des Fundes, die einmalige Gelegenheit oder die große Entschlossenheit der beiden Schatzfinder. Gerhard Lohfink formuliert den Beginn der Gleichnisse so: "Mit dem Eingehen in die Gottesherrschaft verhält es sich wie mit den beiden Geschichten, die da erzählt werden." Die beiden Finder benehmen sich sehr radikal und verrückt: Sie geben alles her, um das Eine Entdeckte zu erwerben. Was ist dieses Eine, für das sie alles, wirklich alles hergeben?  ...

© Sr. Gabriele Hölzer SSpS aus Geist und Auftrag 4/21 Seite 8

Veröffentlicht: 12.11.2021  / Angela Küppers