Wurzel und Flügel

Gleichnis-Bilder

Durch die Corona-Pandemie ist der Wandel, der in unserer Gesellschaft stattfindet, wie durch ein Brennglas noch stärker hervorgetreten. Auch die MHGG befindet sich in einem Veränderungsprozess. Immer wieder erreicht uns die Nachricht vom Tod eines Mitglieds. Angehörige kündigen für Eltern oder Bekannte die Zeitschrift, da sie nicht mehr lesen können. Fast alle Leiterinnen der MHGG sind in vorgerücktem Alter und es fällt ihnen schwer, Tagungen zu organisieren, weitere Fahrten zu machen und die administrativen Arbeiten zu erledigen. Veränderungen stehen an. Was kann uns in dieser Zeit des Umbruchs Halt und Kraft geben?
Im Johannesevangelium vergleicht Jesus sich mit einem Weinstock: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun" (Joh 15, 1-8).

Jesus spricht vom Bleiben, vom Sich-Verwurzeln und Verankern in der Erde. Ist das ein Widerspruch zu den Herausforderungen des Wandels? Überall, wo sich Wandel ereignet, ist das Bleiben besonders wichtig. Das Bild vom Weinstock, der tief und fest in Grund und Boden verwurzelt ist und bleibt, ist kein Bild für Unbeweglichkeit. Die Rebe wird bearbeitet, gereinigt und beschnitten, Dürres wird entfernt. Wenn abgestobene Teile vom Weinstock abgeschnitten sind, kann er seine Kraft und Nahrung in die fruchtbaren Äste und Zweige pumpen und sie fördern, kann sich neues Leben entwickeln. ...

© Sr. Gabriele Hölzer SSpS aus Geist und Auftrag 1/21 Seite 8

Veröffentlicht: 25.02.2021  / Angela Küppers