Die kleine Blume

Geschichte

Eine große Trockenheit breitete sich jeden Tag mehr aus. Zuerst regnete es immer weniger. Die Flüsse verloren ihre Strömung und wurden zahme Bäche. Es wurde immer schwerer, Wasser für Menschen und Tiere zu finden. Kleine Rinnsale kämpfen sich durch den Sand.
Das Gras wurde braun und verdorrte. Die Blätter verwelkten und fielen von Büschen und Bäumen. Kein Wölkchen erschien am Himmel. Der Morgen erwachte ohne die Erfrischung des Taus. Die Sonne brannte erbarmungslos nieder auf das Land. Dann starben die kleinen Bäume und Sträucher. Die Tiere liefen viele Kilometer, un einige Tropfen Wasser zu finden. Kleine und schwache Tiere waren diesen Strapazen nicht gewachsen und fielen kraftlos zu Boden. Nur wenige hatten die Kraft gehabt, rechtzeitig aus dieser Wüste zu fliehen.
Selbst die stärksten, ältesten Bäume, deren Wurzeln tief in die Erde reichten, verloren ihre Blätter, und sie versuchten, ihre Wurzeln noch tiefer ins Erdreich zu graben.
Alle Brunnen und Flüsse, die Quellen und Bäche waren vertrocknet. Nur ein geübtes Auge konnte nach langem Suchen die Stellen finden, wo es tief unter dem Sand feucht wurde. Aus dem angefeuchtetn Sand ließen sich für den geduldigen, anspruchslosen Sucher ein paar Tropfen Wasser heraus pressen. ...

© Afrikanisches Märchen aus Geist und Auftrag 1/21 Seite 31

Veröffentlicht: 25.02.2021  / Angela Küppers