Trigger
18.11.2019

Judith an einem Infostand des JRS

Freiwilligendienst MBB – Hilfe für den Start in ein geregeltes Leben

Neuanfänge sind immer spannend. Das weiß auch Judith L. zu berichten. Sie ist die erste Freiwillige, die mit dem europäischen Freiwilligendienst „Mission Beyond Borders“ an die Grenzen Europas entsandt wurde.

"Hallo, ich bin Judith und seit Mitte August in meinem MBB-Einsatz in Lissabon. MBB heißt 'Mission Beyond Borders' und ist das neue Freiwilligenprogramm der Steyler Missionsschwestern, bei dem junge Erwachsene an die Grenzen Europas gesendet werden, um dort mit der Migrations- und Fluchtsituation in Kontakt zu kommen und Projekte vor Ort zu unterstützen.

Ich arbeite hier in Lissabon in einem Zentrum des JRS Portugal (Jesuit Refugee Service), in dem Platz für 25 Migranten/Geflüchtete ist. Da hier in Lissabon mehr Migranten als Geflüchtete leben und JRS auch noch ein weiteres Zentrum für Geflüchtete in der Stadt hat, kommen bei uns vor allem Migranten unter, die Hilfe bei der Reorganisation ihres Lebens brauchen. Das heißt, wie unterstützen bei der Arbeits- und Wohnungssuche, begleiten sie zu Terminen aller Art und helfen ihnen sich im bürokratischen Chaos zurechtzufinden. Das Ziel dieser Institution ist die (Wieder-)Eingliederung in die Gesellschaft hier in Portugal und, damit die Menschen wieder ein Leben ohne unsere Hilfe führen können.

Ich bin schon seit August hier und würde am liebsten meinen Flug im Dezember noch was nach hinten schieben, so gut gefällt mir mein Einsatz hier. Ich wurde von Anfang an mit offenen Armen aufgenommen und in die Arbeit hier im Center eingeführt. Am Anfang bin ich vor allem auf Schwierigkeiten bei der Sprache gestoßen, aber da ich fließend Spanisch spreche, habe ich mich relativ schnell an das Portugiesisch gewöhnt und es lernen können. Jetzt, nach mehr als der Hälfte meines Einsatzes, habe ich kaum noch Schwierigkeiten zu kommunizieren oder mich zurechtzufinden.

Eine weitere Herausforderung war und ist das Autofahren. Hier auf der Stelle ist es wichtig, dass man mit dem alten VW-Bus des Centers zurechtkommt, da oft irgendwas geholt, gebracht oder anderweitig herumgefahren werden muss. Das ist für mich gar nicht so einfach, weil ich in Deutschland eher selten fahre und mich auch nur langsam an den Verkehr hier in Lissabon gewöhne. Aber trotzdem macht es Spaß den Bus über das Kopfsteinpflaster rollen zu lassen und ich habe nach jeder Besorgung ein kleines persönliches Erfolgserlebnis.

Auch mit der portugiesischen Kultur habe ich mich schnell angefreundet und gelernt, dass die Menschen hier super hilfsbereit sind und sich sehr viel Mühe geben mein ‘Portuñol’ (Mischung aus Portugiesisch und Spanisch [Español]) zu verstehen. Auch ist leider das Essen hier viel zu lecker und besteht aus vielen Törtchen und Süßspeisen, was ich aber gar nicht so schlimm finde.

Ich bin jetzt schon ein wenig traurig, dass ich schon in einem guten Monat nach Hause muss, aber ich werde diese letzte Zeit als MBBlerin dafür noch umso mehr genießen."