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Das Leben als MaZ zu Coronazeiten

Mitte September kam der aktuelle MaZ-Jahrgang zum Blockseminar in Steyl zusammen. Obwohl derzeit kein außereuropäischer Einsatz möglich ist, ließen sich die jungen Menschen begeistern und beschreiben hier, was MaZ für sie bedeutet.  

Als erste Gruppe hat der MaZ-Jahrgang 2020/2021 ihr Blockseminar im neuen Begegnungszentrum in Steyl gehabt. Und das obwohl sie gar nicht hätten kommen müssen. Warum? Weil eine Ausreise dieses Jahr aufgrund von Corona nicht möglich ist. Viele der Einsatzländer lassen keinen MaZ-Einsatz zu. Die Projektstellen sind geschlossen oder ganze Städte sind im Lockdown.

Doch wir haben festgestellt, MaZ sein bedeutet mehr als nur die Ausreise in ein fremdes Land.

Was ist MaZ für dich jetzt?

Jona: MaZ ist für mich ein Lebensmotto. Auch wenn ich jetzt nicht in naher Zukunft so viel damit zu tun haben werde. Ich werde die Werte, die wir hier vermittelt haben, beibehalten und versuchen mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.

Mayli: MaZ ist für mich ein Gefühl oder eine Lebenseinstellung, die ich davor nicht kannte und die man, auch wenn man nicht ins Ausland geht, in Deutschland haben kann. Ich würde nicht sagen, dass ich vorher in einer Blase gelebt habe, aber MaZ hat mir Perspektiven gezeigt und das Leben etwas echter und sinnerfüllender gemacht.

Josia: MaZ heißt für mich, dass ich auch während meines Bundesfreiwilligendienstes mir nicht nur die Probleme in der Welt bewusst mache, sondern auch aktiv etwas dagegen tue und versuche, in meiner Stadt, in meinem Umkreis etwas zu bewegen.

Marlene: MaZ öffnet mir die Augen. Ich habe gelernt, genauer hinzuschauen. Ich bin als MaZ in Lissabon, Portugal im Einsatz und werde dort bei der Essensausgabe für Wohnungslose einer Pfarrei helfen. Und ich werde beim Jesuiten Flüchtlingsdienst ehrenamtlich tätig sein.

Miri: MaZ bedeutet für mich die Welt mit anderen Augen zu sehen, aktiv zu sein, Gemeinschaft zu leben. Ich werde als MaZ über neun Monate in der Kommunität in Taizé (Frankreich) als Freiwillige mithelfen. Dort werde ich viel im Bereich der Jugendarbeit machen können und vor allem an der Organisation der wöchentlichen Jugendtreffen mitwirken, wobei mein Einsatzbereich sehr vielfältig sein wird.

Mathilda: MaZ sein öffnet Augen und macht das Leben für mich echter. Da ich nicht auf die Philippinen ausreisen kann, werde ich meinen MaZ Einsatz hier in Deutschland, in der Elisabeth-Straßenambulanz Frankfurt beginnen. Während unseres Seminares in Frankfurt ist mir bewusst geworden, wie präsent Armut in Deutschland ist. Als MaZ hier in Deutschland zu sein, wird eine ganz neue Herausforderung sein, mit Sicherheit jedoch nicht weniger erfahrungsreich.


Clara: Für mich ist MaZ, die Fähigkeit andere zu sehen und zu hören, die sonst vergessen und vernachlässigt werden. Und es bedeutet auch, genau diesen Menschen eine Stimme zu geben und für sie dazu sein.

Juli: Die letzten Wochen der Vorbereitung haben mir gezeigt, dass man zum MaZ-Sein nicht ins Ausland reisen muss. Im nächsten Jahr werde ich in Krankenhäusern arbeiten und die Blutspende und Flüchtlingshilfe in Deutschland unterstützen. Ich freue mich auf ein einzigartiges Jahr mit vielen bereichernden Begegnungen und Momenten, getragen von unserem MaZ-Spirit.

Julia: Ich fange bald an zu studieren. Obwohl eine richtige Ausreise als MaZlerin nicht stattfinden kann, bleibe ich eine im Herzen. Bereits jetzt fängt meine Reise an.

Statements und Text: Maria Jonsthövel