Trigger

Marina Sch. - Argentinien: Beste Einheit: Sant-Ur

Ich habe mein Triage beendet, meine ersten drei Monate in der Fazenda (und man munkelt, es seien die härtesten). Ich werde ein bisschen von der Gincana 2016 in Cordobá berichten:
Nachdem wir uns mit einem Einheitsschrei, einheitlichen T-Shirts und einer selbst gebastelten Flagge schon auf die Wettspiele vorbereitet hatten, stellten sich uns einige Hindernisse in den Weg. Würden wir überhaupt an der Gincana teilnehmen können?
Doch Miriam und Baldi, ein befreundetes Ehepaar, erklärte sich spontan bereit, uns zu begleiten. Und so brachen wir schließlich am 3. Dezember ins 500 km westlich gelegene Córdoba auf. 

Erschöpft, aber glücklich erreichten wir die Fazenda Feminina in Quilino gerade zur Abendmesse. Gemeinsam mit den Mädchen aus Quilino, Corrientes, Paraguay und Uruguay würden wir für eine Woche zusammen leben, beten, wetteifern und singen. Schon am ersten Abend lernten wir viele neue Lieder kennen.
Schon am nächsten Morgen erwies sich das als gute Übung: Gemeinsam mit allen 17 Fazendas masculinas und femininas der Region begannen wir singend und klatschend die spirituellen Einkehrtage. Diese beiden Einkehrtage fanden in Las Canteras, einer 80-Mann-großen Fazenda nahe Córdoba, statt.

In Vorträgen vor Plenum, aber auch in Kleingruppen beim "Seelenaustausch" beschäftigten wir uns montags mit Barmherzigkeit; ein Thema, das uns im vergangenen Jahr der Barmherzigkeit in der Fazenda intensiv begleitet hat. Dienstags lernten wir zunächst die Bewegung der Fokolare, in der die Fazenda ihren Ursprung hat, kennen. Einige Fokolare nahmen sich Zeit, um uns Anfänge, Organisation und persönliche Erlebnisse mit der Bewegung zu berichten. Anschließend setzten wir uns mit dem Prozess des Verzeihens auseinander.
Für mich bot dieser ruhige, aber auch bewegende Start in die Gincana Gelegenheit, um auf meinen eigenen Weg in Fazenda zurückzublicken: Die Gemeinschaft, für die wir uns entschieden haben. Das Wachsen in Glauben und Spiritualität, das uns hält. Die Schwierigkeiten, die wir gemeistert haben. Und auch der Weg voll Freuden und Krisen, der noch vor uns liegt.

Spätestens am Mittwoch war jedoch die Ruhe vorbei, der Wettkampf unter uns Mädels begann. Gemeinsam mit den Mädels aus Uruguay bildeten wir das Team Sant-Ur und rangen um den Sieg in überraschenden Disziplinen:
Wir suchten unseren Teamkollegen ihre Schuhe im Schuhsalat, reinigten mit selbigen Tische, aßen Zwiebeln um die Wette und bildeten Skulpturen aus Materialien im Innenhof. Auch ein Tanz-Battle und eine Ralley mit Fragen rund um die Fazenda mussten wir bestreiten.
Voll Motivation und Bereitschaft für ungewisse Aufgaben stürzten wir uns in den Wettkampf. Aber nicht nur die Spiele, sondern auch unser Eifer beim Aufräumen, Pünktlichkeit und die Einheit untereinander ging in die Bewertung mit ein.
Viele von uns hat es einiges an Überwindung gekostet, ohne Scham teilzunehmen. Doch schließlich hatte sich die gute Einheit untereinander bewährt: Als bestes Team der Gincana 2016 gingen wir, die Mädels aus Santa Fe, hervor.
Den Abschluss der Wettspiele feierten wir Mädels mit einem Kulturabend, bei dem sich erstaunliche Talente präsentierten und das alltägliche Fazendaleben durch den Kakao gezogen wurde.

Der Samstag bot ein wenig Gelegenheit, um sich vom Tanzen, Wettrennen und Wettschreien zu erholen. Doch nicht lange, denn es galt, Pizza für alle Mädels vorzubereiten: Stolze 33 Pizzen kneteten und belegten wir.
Anlässlich von 10 Jahren Fazenda in Argentinien feierten wir am Sonntag alle zusammen eine Messe. Anschließend ging das Fest weiter, bei dem wir gemeinsam zurückblickten, Tänze und Theater vorführten. Wir Mädels aus Sant-Ur traten mit einem Tanz aus "Gen Rosso"und einer Folklore-Nummer auf. Ganz schön schwer viel uns letztlich der Abschied von den anderen Mädels und Teamkolleginnen, die wir in den wenigen Tagen kennengelernt und lieb gewonnen hatten.

Wieder zurück in Santa Fe erwarteten uns schon vor Weihnachten Überraschungen: Viele Unterstützer der Fazenda spendeten in der Adventszeit Möbel für das neue Haus, beteiligten sich an den Kosten der Fazenda und überraschten uns mit weihnachtlichen Leckereien. Was für eine Freude!
In flotten Schritten nahte Jesu Geburt. Täglich bereiteten wir unser Herz vor, probten für das lebensechte Krippenspiel, bastelten und probten Weihnachtslieder.
Klar, einige Traditionen erinnerten mich in diesen Tagen an unsere Weihnacht zuhause. Und doch waren dieser Advent, diese Weihnachten so ganz anders für mich: Angefangen beim Adventskranz mit fünf Kerzen, Schwitzen beim Christbaumschmücken, aber auch Heilig Abend mit Jesus im Blickpunkt, fern von der Familie. Dieses Fest wird mir trotz seiner Einfachheit oder gerade deshalb noch lange in Erinnerung bleiben.

Veröffentlicht: 05.01.2017 / Martin Eibelsgruber

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