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Ina K. - Philippinen: Das Leben zwischen arm und reich

Meinen ursprünglich geplanten Einsatzort in Davao City musste ich aus Sicherheitsgründen wechseln. Deshalb stand mir eine zweite Eingewöhnungsphase bevor, die ich aber auch erfolgreich absolviert habe.
Ich bin nun in Dumaguette, einer kleinen Studentenstadt, die auf den ersten Blick sehr reich erscheint. Nachdem ich aber auf Grund meiner Arbeit hinter die Fassaden blicken durfte, musste ich feststellen, dass der Schein trügt und es auch hier mehr als genug Armut gibt.

Ich lebe hier mit 14 anderen Mitgliedern einer christlichen Organisation namens "YWAM" – (Youth with a mission) zusammen. Arbeiten tue ich allerdings in einer privaten Hilfsorganisation namens "LCP" – Little Children of the Philippines. Es handelt sich um eine Orgsanisation, die sich besonders für arme Familien einsetzt, indem sie Sponsoren für die Kinder suchen, Vorschulen bauen und Therapien für Kinder mit Spastiken anbietet. Allerdings nehmen sie auch Kinder auf, die aus ihren Familien verstoßen wurden.

Ich bin hier in zwei Bereichen beschäftigt – zum einen helfe ich bei den Therapien für die Kinder mit Spastiken und zum anderen unterstütze ich eine Schule für Straßenkinder. Meine Arbeit besteht darin, die Kinder zu therapieren bzw. die Therapeuten bei ihrer Arbeit meinen Fähigkeiten entsprechend zu unterstützen. Auch wenn es anfangs schwer war, mit diesen Kindern umzugehen, schöpfe ich von Tag zu Tag mehr Mut und Selbstsicherheit.

Zum anderen habe ich in der Schule für die Straßenkinder die Aufgabe, den Kindern vor dem Unterricht zu zeigen, wie man sich richtig wäscht, da sie sonst nirgends die Möglichkeit haben. Weiterhin helfe ich natürlich auch beim Unterricht der Kinder, aber auch Spiele und Gesänge gehören dazu.
So erlebe ich jeden Tag viel, wie zum Beispiel den ersten Besuch der Straßenkinder bei einem Doktor. Noch nie habe ich so viele Kinder gesehen, die sich auf einen Arztbesuch freuen.

Oft ist es sehr monoton, aber dennoch kommt es häufig zu Situationen und Ereignissen, die ich immer in meinem Kopf behalten werde. Und aus diesem Grund freue ich mich noch mehr auf die verbleibende Zeit hier, da die besten Ereignisse und Erfahrungen immer überraschend kommen.

Veröffentlicht: 26.03.2017 / Martin Eibelsgruber

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