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Valerie Stenzel und Ruth Memmert - MaZ in Bolivien: Vielfältige Aufgaben und spannendes Mitleben.

Wir , Valerie und Ruth, sind seit Mitte August und Anfang Oktober in Bolivien, genauer gesagt im Anden-Bergdorf Sopachuy. Zusammen wohnen wir im unteren Teil eines Häuschens der bolivianischen Trierer Josefsschwestern. Gemeinsam mit den beiden Schwestern Vorort arbeiten wir im Comedor Popular Infantil Niño Jesús (etwa: Kindervolkskantine Jesuskind). Dort bekommen 60 bis 70 Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse täglich drei Mahlzeiten unter der Woche, nachmittags ist Hausaufgabenbetreuung und anschließend freie Zeit zum Spielen. Für einen kleinen Teil der Kinder ist der Comedor ein Internat, da ihr Schulweg so weit ist.
Morgens während die Kinder in der Schule sind, helfen wir den beiden Köchinnen beim Essenvorbereiten und Putzen. Wer zwischendrin mal keine Lust mehr darauf hat, der geht Müllverbrennen. Im Comedor gibt es außerdem zwei Spielzimmer für die Kinder, die mit ihren Schulaufgaben fertig sind. Jede von uns betreut eines davon, was bedeutet Brettspiele spielen, basteln Kuscheltierschlachten oder auch verkleiden und Tischkickern.
Unsere Tage sind aber nicht nur vom Comedor geprägt, sondern auch vom Engagement in der Kirchengemeinde, zu der wir durch die Schwestern gute Kontakte haben. Im Gottesdienst musizieren wir gemeinsam mit Keyboard, Gitarre, Trommel und Paarhufer-Schellenkranz.

Zum Abendgebet der Schwestern können wir ganz selbstverständlich dazukommen, was nach einem ereignisreichen Arbeitstag unglaublich hilft, zur Ruhe zu kommen.
Samstagabends nach der Messe gehen wir in die Jugendgruppe der Gemeinde. Dort werden nochmal Themen der Messe aufgegriffen und besprochen, aber auch viel über alles mögliche Andere gequatscht. Einmal waren wir schon bei einer Aktion der Gruppe dabei, bei der wir durch die Straßen liefen und Gebäck für einen guten Zweck verkauften.
Sonntagabends gehen wir zu einer Art Mädelstreff: einer kleinen Gruppe, mit der wir das Abendgebet der Schwestern mitbeten und anschließend zu Abend essen, Kleidung für Comunidades (verstreute, oft ärmere Höfe auf dem Land) sortieren, basteln und vieles mehr. Diese Gruppe wird von einer der Schwestern geleitet und ist ein Angebot für interessierte junge Frauen, Einblicke in das Leben der Schwestern zu erhalten.

Mit das Schönste an unserem Leben hier ist, dass wir oft morgens aufwachen, ohne zu wissen, was wir am Tag alles erleben werden. Nicht nur einmal wurden wir vom Padre (dem Ortsgeistlichen) und den Schwestern damit überrascht, Comunidades (kleinste Dörfer in abgelegenen Gebieten) zu besuchen und dort beispielsweise eine Erstkommunion zu feiern. Bei gutem Wetter auf der Ladefläche des Jeeps die Landschaft zu genießen, hebt die Stimmung bei allen noch mehr.
In den Comunidades werden wir auf direktere und extremere Art und Weise mit den wirklich armen Lebensumständen der Landbevölkerung konfrontiert.
Seit unserer Ankunft in Bolivien durften wir schon einige Feste mitfeiern wie z.B. die Todos-Santos-Feier (Allerheiligen) auf dem Friedhof. In letzter Zeit gab es viele Erstkommunionen und auch eine Firmung, auf die sich Valerie besonders freute, weil sie gebeten wurde, Firmpatin für einen Jugendlichen zu sein. Im Moment sind wir mit den Kindern vom Comedor dabei einen Tanz für die Entrada (Tanzparade) der Schutzpatronin Sopachuys zu üben.

Wir sind glücklich hier zu sein und gespannt, was die weitere Zeit noch so alles mit sich bringen wird!