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26.12.2017

Sr. Lioba (2. v. li.) und ihre KollegInnen der Stiftung humanitärer Frieden bei einem Ausflug in Brasov.

Schönes und Außergewöhnliches - Rundbrief von Sr. Lioba aus Rumänien

Die Adventszeit brachte für Sr. Lioba, neben dem gewöhnlichen Adventstreiben, auch einige außergewöhnliche Erfahrungen mit sich - wie den Ausflug in eine Stadt, in der man "sich die Augen mit süßer Limonade spülen kann", oder den Besuch der Leiterin der Kongregation, Sr. Maria Theresia Hörnemann.

Die Adventszeit war dieses Jahr sehr kurz, aber der Geburtstermin bleibt trotzdem immer der gleiche. So möchte ich Euch allen von Herzen Glück- und Segenswünsche schicken. Es ist mir ein großes Anliegen, Euch allen von Herzen zu danken für alle Unterstützung in jedweder Art, die ich von Euch erhalten habe. Auch das rege Interesse an unserem Leben und an unserer Arbeit ist eine sehr wichtige Unterstützung. Herzlichen Dank auch für die vielen lieben Geburtstagsgrüße, die mich auf verschiedenen Wegen erreicht haben.

Die letzten Stunden vor dem großen Fest haben wir erreicht. Das gründliche Üben mit den Kindern hat sich gelohnt, sie haben wunderschön gesungen. Zusammen mit den Kindern der "2. Chance" waren wir auch wieder bei uns im Haus und in dem Dorf aus dem Cornelia (die Klassenlehrerin) kommt. Dort gibt es auch eine Kommunität der Franziskanerinnen und der Franziskaner. Bei Cornelia zu Hause haben wir ein warmes Mittagessen bekommen und bei den Franziskanern Kuchen, Süßigkeiten und Obst. Am Dienstag, 19.12., war schon die Weihnachtsfeier und der Abschluss in der Schule. Dabei erhalten die Kinder ein Weihnachtsgeschenk, das von "Kinder helfen Kindern" aus Deutschland jedes Jahr hier ankommt.

Diesen Dezember habe ich sehr viele schöne und außergewöhnliche Dinge erlebt. Am ersten Wochenende waren wir - das Personal mit den 4 Franziskaner Patres, die bei der Stiftung "humanitärer Friede" (FUP) arbeiten - in den Bergen bei Braşov (Kronstadt) als Team-bildende Maßnahme. Leider konnten nicht alle die dazugehören mitkommen. Das Wetter hat sich auch nicht von der besten Seite gezeigt. In den Bergen ist eine Kommunität von 5 Patres. Die Luft ist ganz rein und sehr gut. Ich habe mich danach gesehnt, im Sommer einmal an diesen Ort zu kommen, um Heilpflanzen zu sammeln. In dieser Gegend ist auch der höchste Berg von Rumänien (Moldoveanu, 2544 m) nicht so weit entfernt. Den konnten wir aber wegen dem diesigen Schnee-Regen-Wetter nicht einmal sehen. Dafür die schöne Stadt Braşov. Da sagte der Pater zu mir: "Hier, Sr. Lioba, können Sie ihre Augen mit süßer Limonade spülen", was so viel hieß wie: "Hier kannst du dich an dem schönen deutschen Stadtbild erfreuen". Es war wirklich der Eindruck einer deutschen, mittelalterlichen Stadt, wie z.B. Rothenburg ob der Tauber. Auf dem Marktplatz war der Weihnachtsmarkt vorbereitet, aber noch nicht eröffnet. Jetzt, zum Abschluss, haben wir Angestellten von FUP die 4 Patres zu einem Weihnachtskonzert in die Philharmonie nach Iaşis eingeladen. Zusammen waren wir gestern dort in einem sehr schönen Konzert der Philharmoniker und dem Chor dazu. Iaşi, die älteste Universitätsstadt von Rumänien, war auch wunderschön weihnachtlich geschmückt.

Vom 30. November bis 07.Dezember hatten wir Schwestern Besuch von Sr. Maria Theresia Hörnemann, unserer Generaloberin. Sie war das erste Mal wieder nach 20 Jahren in Rumänien und hat große Veränderungen festgestellt. Früher als Novizen-Meisterin war sie mit den rumänischen Schwestern 3-mal in Rumänien. Dabei waren auch unsere Provinzoberin Sr. Hemma Jaschke und Sr. Anna Trojer als Übersetzerin. Wir hatten schöne und gute Tage zusammen. Die Besucherinnen haben alle unsere Apostolate besucht. In jedem Apostolat arbeiten wir mit anderen Gemeinschaften und Gruppen zusammen. Die neuste Zusammenarbeit mit dem orthodoxen Priester Mihai Popovici und der Stiftung Hoffnung und Liebe ist sogar konfessionsübergreifend. Der Beginn mit dem Zentrum für 40 Kinder nach der Schule die Hausaufgaben zu machen und in Workshops Artikel zu fertigen muss auf Januar verschoben werden, weil der Priester nicht so schnell die Handwerker gefunden hat, wie er es sich erhofft hatte.

In dem Raum im Olympia-Dorf haben wir regelmäßig Versammlungen abgehalten. Im Frühjahr muss unbedingt eine Einzäunung vor dem Fenster passieren und dann möchte ich dort mein urbanes Gardening praktizieren. Die Kinder haben mich schon angefleht: "Sr. Lioba willst du nicht bei uns wohnen?!" Sie würden sich sehr freuen, wenn auch ihr Ort eine Aufwertung erfährt.

Weihnachten im Stall, das kann man da sehr realistisch erleben. Diese Woche hat Fernando ein Schwesterchen bekommen. Die Mutter ist 22 Jahre und es ist ihr 5. Kind.

Von tiefstem Herzen wünsche ich Euch allen ein frohes gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes reichen Segen im neuen Jahr. Möge Euch allen Eure Güte und Liebe in Segen verwandelt werden.

In herzlicher Verbundenheit grüße ich euch bis zum neuen Jahr,
Sr. Lioba Brand SSpS