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„Der wahre Sinn des Fastens liegt nicht im Verzichten“ (Karl Rahner)

13 Frauen sind am Aschermittwoch zu einem Oasentag ins Dreifaltigkeitskloster nach Laupheim gekommen, um sich eine Auszeit zu gönnen und die Fastenzeit bewusst zu beginnen. Ilga Ahrens, Mitglied der Lebensgemeinschaft der Steyler Missionarinnen, hatte den Tag vorbereitet. Bereits beim Betreten des Konferenzraumes wurde deutlich, es wird Besonders, erwartete die Teilnehmerinnen doch eine goldene Mitte, kein tristes Aschegrau.
Zu Beginn überlegten die Frauen, an welche Fastenbräuche ihrer Kindheit sie sich noch erinnern konnten. Der einhellige Tenor war, dass es weniger von allem gab – weniger Essen, weniger Lärm, weniger Aktivität – Ostern war dann die Freude riesengroß. Man konnte die Freude einer Teilnehmerin förmlich spüren, als sie vom ersten Tanz an Ostern erzählte.
Im nächsten Schritt gab Ilga Ahrens einen Überblick über die Entwicklung der Idee vom Fasten in Religionen und Philosophie. Die entscheidende Frau    ge ist dabei: was sagt das Fasten über mein Selbstbild und über meine Gottesbeziehung aus. Damit endete der Vormittag und für einige Frauen auch schon ihre Einstimmung in die Fastenzeit. Am Nachmittag kamen neue Gesichter dazu. Die Frage nach dem Fasten wurde aus biblischer Sicht mit der Erzählung vom Ährenraufen am Sabbath (Mk 2, 18-20) betrachtet. Und jetzt wurde auch der Sinn des Rahner-Zitates deutlich. Die Frage der Leute, warum die Jünger nicht fasten, beantwortet Jesus mit dem Hinweis, dass man nicht fasten kann, wenn der „Bräutigam“ bei den Jüngern ist. Erst wenn der Bräutigam weggenommen ist, wenn man wieder in Beziehung kommen will, dann werden die Jünger fasten. In Situationen der Gottferne ist aber nicht Gott verschwunden, sondern unsere Vorstellung von Gott - und so bedeutet Fastenzeit das Lösen von Gottesbildern, die uns von ihm trennen. Nach einer Kaffee-Pause mit der für Oberschwaben typischen Fastenbrezel vertieften die Teilnehmerinnen nochmal in einer kreativen Runde das Gehörte. In der Schlussrunde mit Ausblick auf die Fastenzeit berührte eine Teilnehmerin ganz besonders, indem sie sagte, dass sie die Freude mitnimmt. An diesem Tag hatte sie zum ersten Mal nach dem Verlust eines engen Angehörigen wieder Freude verspürt.

Text und Fotos: Gerlinde Wruck

Aschermittwoch für Frauen