Ein neuer Kräutergarten für Laupheim

Sr. Lioba Brand ist eine Frau der Tat. Als klar war, dass der Kräutergarten des ehemaligen Dreifaltigkeitsklosters wegen des Neubaus des Seniorenzentrums illerSENIO nicht erhalten bleiben konnte, schaute sie sich rund um Laupheim nach einem neuen Platz um – und wurde fündig.

Sr. Lioba sammelt Blüten für ihre Salben und Tees

Mit flinken und geschickten Fingern zupft Sr. Lioba Brand Calendula Blüten und legt sie in ein Eimerchen. Doch plötzlich hält sie inne. Ein Schmetterling umkreist die Ordensschwester. Auch Bienen und Hummeln tummeln sich auf Echinacea Blüten. So soll es sein. Natur, Tiere und Menschen im Einklang in Gottes Schöpfung, aus der alle Kraft schöpfen können. Genau das ist Sr. Lioba ein großes Anliegen und deswegen war es ihr auch wichtig, einen neuen Kräutergarten anzulegen.

Im Nachbarort von Laupheim ist seit Herbst 2023 ein neuer Garten entstanden. Gemeinsam mit Mitschwestern und acht Frauen kümmert sich Sr. Lioba um die fast 200 Quadratmeter. Neben Heil- und Küchenkräutern gibt es Hochbeete mit Salaten, Gurken und Zucchinis. Umrahmt wird der Garten auf der einen Seite von einer Totholzhecke, die von bunten Blumen- und Tontöpfen eingefasst ist. Auf der anderen Seite blühen Sonnenblumen und Rosen.

Direkt angrenzend an den Garten haben außerdem drei Falken ihr Zuhause. „Da hatten wir neulich Glück“, erzählt Sr. Lioba. An einem Sommernachmittag war sie mit etwa 15 Schwestern im Garten. „Der Falkner war an diesem Tag zufällig auch da und bot uns an, dass wir seinen Falken namens ‚Bübi‘ mal auf den Arm nehmen konnten“, erklärt Sr. Lioba. Die Mitschwestern waren begeistert und viele nahmen das Angebot an. Sie zogen sich den Falkner-Handschuh an und der Falke ließ sich bei ihnen nieder. „Ein sehr erhabenes Gefühl“, sagt Sr. Lioba. Und ein Nachmittag, den auch die Mitschwestern so schnell nicht vergessen werden.

Dass Tiere und Menschen einander guttun, wissen auch die Verantwortlichen von illerSENIO und luden eine Gruppe Alpakas mit ihren Begleiterinnen ins Seniorenzentrum ein. Zur Freude der Bewohnerinnen und Bewohner und der Schwestern. Die extra dafür ausgebildeten Alpakas freuten sich über Streicheleinheiten und fraßen den Schwestern das Futter aus den Händen.  

Zurück im Garten. Der Eimer mit den Calendula Blüten ist gut gefüllt. Sie werden für Salben und Tropfen verwendet. Im Vorbeigehen rupft Sr. Lioba noch ein wenig Unkraut und erntet eine Salatgurke. Zwei Bänke und ein Tisch stehen beisammen, dort wird sie sich mit den Kräuterfrauen treffen und planen, welche Arbeiten als Nächstes anstehen. Die Kräuter sollen zum Beispiel noch mit Täfelchen beschriftet werden.

Sr. Lioba ist zufrieden. Klar, der neue Garten kann noch nicht mit dem über Jahre gewachsenen Garten des ehemaligen Klosters verglichen werden, aber alles wächst und gedeiht gut – Gott sei Dank.

Steffi Mager