Maria – geführt vom Heiligen Geist

Der Mai ist nicht nur der Monat der Blütenpracht und der Maibäume. Für viele ist er auch der Marienmonat. Maria, die Mutter Jesu, steht in diesen Wochen besonders im Mittelpunkt. So auch bei zwei Besinnungsnachmittagen der Missionarischen Heilig-Geist-Gemeinschaft (MHGG).

In der neu gestalteten Dreifaltigkeitskapelle

Fast 50 Teilnehmende folgten am 06. und 07.Mai der Einladung von Sr. Theresia Eberhard und ihrem Team zu Besinnungsnachmittagen mit P. Manfred Krause SVD, um Kraft zu tanken für innere Erneuerung. Dies alles war auch spürbar in der Sehnsucht, frohe Gemeinschaft im Glauben zu erfahren. Die neu renovierte Dreifaltigkeitskapelle kam diesen Bedürfnissen sehr entgegen.

Wenn wir uns auf die Suche nach dem Leben Mariens begeben, begegnen wir einer enormen Ernüchterung. Es gibt keine historischen Quellen außerhalb der Bibel, aus der etwas über das Leben zu entnehmen wäre. 152 Verse des Neuen Testaments handeln von Maria oder geben Worte von ihr wieder.  In der Apostelgeschichte wird Maria als „Mutter Jesu“ bezeichnet. Im Markusevangelium finden wir keine Hinweise über Maria. Im Matthäus- und im Lukasevangelium lesen wir die Geburts- und Kindheitsgeschichte. Sie wird in zwei unterschiedlichen Versionen erzählt. Die Texte der beiden Evangelisten zählen allerdings nicht als verlässliche biografische Quellen, da in ihnen die Verkündigung Jesu Christi im Mittelpunkt steht. Im Johannes Evangelium wird Maria als „die“ Frau und Mutter angesprochen: Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. Als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr!“ Jesus spricht zu ihr: „Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“ Seine Mutter spricht zu den Dienern: „Was er euch sagt, das tut!“ Joh 2,1-11

Maria, die einfache, schlichte Frau – und doch im Herzen so groß und schön. Die wahre Verehrung Marias besteht darin, dass wir ihre menschlichen Tugenden und ihr Leben der Frohen Botschaft nachahmen. Marias Bestimmung ist auch unsere. Sie verehren, das heißt, ihr ähnlich werden. Auch an uns ergeht eine persönliche Verkündigung, begonnen in der heiligen Taufe. Gott im Herzen tragen, sich aufmachen, den Menschen das neue Leben bringen. Sich des göttlichen Kindes, das schwach und wehrlos unter uns ist, annehmen und es schützen – wie Maria und Josef auf der Flucht. 

Maria will nichts anderes, dass ihr Sohn Jesu, durch uns zum Leuchten kommt in unserer Welt. Sie ist die Frau, die ganz auf Gott ausgerichtet ist, die für das Wirken des Geistes verfügbar ist. Sie lehrt uns, Gott zu lieben und „Ja“ zu seinem Willen zu sagen, auch wenn dieser verwirrend erscheint. Sie verkörpert ein Leben der Vereinigung mit Gott in Einfachheit und Hingabe.

„Wer ist meine Mutter?“ Mt 12,48 lautet eine wichtige Frage von Jesus. Seine Antwort: „Wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Schwester, Bruder und Mutter“ Mt 12,50 Bitten wir Maria darum, zu werden wie sie: Leidenschaftlich, froh und stark im Glauben. Verwandelt zu werden, eine „andere Maria“ sein zu können. Sie, die freudig Glaubende möge uns anstecken, an das Unmögliche zu glauben.

Maria kann und will uns helfen, uns selbst zu entdecken, als Wohnung des barmherzigen Gottes, der wie ein Obdachloser auf der Suche nach einer Herberge ist. Sie will uns helfen, offen zu werden für andere, feinfühlig zu sein, uns bewegen zu lassen, Güte zu zeigen. 
 
Einander Schwester, Bruder und Mutter zu sein in unserem Alltag, auch über unsere Grenzen hinaus. Im Glauben liegt ein Glück, das wie eine Knospe aufblühen will. Wer glaubt, dessen Herz hat Gott an der Seite, der Freude, Freiheit und Fülle ist. Glauben ist Wagnis, das Wagnis gemeinsam glücklich zu sein.

Sr. Theresia Eberhard

Alles ist vorbereitet
Musikalische Begleitung gibt es auch
Liebevolle Details
Sr. Theresia in der Kapelle