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Zeit zu Danken

Die Sonne spielte mit beim Dankfest in Wimbern.

Es war ein bewegtes Jahr für unsere Deutsche Provinz: fünf Niederlassungen wurden geschlossen, zwei eröffnet. Weil all das glatt über die Bühne gegangen ist, fand heute in Wimbern und Steyl ein Dankfest statt.

Es kommt nicht oft vor, dass alle knapp hundert Schwestern im Heilig-Geist-Kloster im Festsaal zusammenkommen. Und wenn, dann, weil es was zu feiern gibt. So wie heute beim Dankfest. Mit einer langen Kaffeetafel wurde es eröffnet. Anschließend nahm Provinzleiterin Schwester Anna-Maria Kofler die Schwestern anhand einer Powerpoint-Präsentation mit auf eine Reise durch das vergangene Jahr.

140 Slides mit Fotos von Häusern, die geschlossen und eröffnet wurden. Dahinter viele Geschichten von Mitschwestern, die für einige oder viele Jahre an den verschiedenen Orten gelebt haben, sich in Pfarrgemeinden und anderen Bereichen engagierten, Beziehungen knüpften, heimisch wurden – und wieder aufgebrochen sind.

Fünf Häuser wurden in diesem Jahr geschlossen. Den Anfang machte Harsefeld im Februar. Gut 25 Jahre waren unsere Schwestern in der Diaspora nahe Hamburg tätig, zuletzt in der Gemeinde, der Schule, mit Flüchtlingen und als Tagesmutter. Im April dann hieß es Abschied nehmen von Bötzingen im Kaiserstuhl. Zum Bedauern der Menschen vor Ort und auch der Schwestern, zugleich aber auch mit der Gewissheit, dass der Geist in die Großstadt und zu anderen missionarischen Herausforderungen ruft. Ein Großteil der Schwestern zog darum zur Neugründung einer Gemeinschaft nach Frankfurt, und eine Schwester auch nach Berlin Marzahn. Beide Gemeinschaften wollen an den Brennpunkten, am Rande der Gesellschaft, präsent sein. Die dritte Schließung in diesem Jahr war die des Arnold-Janssen-Klosters in Rhede. Fast hundert Jahre war unsere Gemeinschaft hier vor Ort und entsprechend schwer fiel der Abschied. Es hatte sich auch sehr viel angesammelt, was die Auflösung des Hauses nicht nur emotional, sondern auch logistisch zu einer Herausforderung machte. Im September wurden innerhalb einer Woche gleich zwei Gemeinschaften geschlossen. Mit dem Weggang aus Thal ging auch das Ende unserer Präsenz in der Schweiz einher – durchaus verbunden mit der Hoffnung, eines Tages zurückzukehren. Für unsere Schweizer Schwestern war der Abschied nicht leicht, doch sie haben sich tapfer darauf einlassen können und leben sich nun ebenso tapfer in Laupheim ein. Wenige Tage später wurde auch das Provinzialat in Mainz nach zwölf Jahren geschlossen. Der große Abschied in der Gemeinde in Finthen war verbunden mit der Missionsentsendung von Schwester Barbara Rossmadl in die Region Botswana-Sambia-Südafrika. Es zeigte noch einmal deutlich, dass Abschied auch Aufbruch ist. Auch der Sitz Provinzleitung hat damit gewechselt. Er befindet sich jetzt in Mönchengladbach, wo unsere Gemeinschaft seit einigen Jahren unter einem Dach mit dem TaK (Treff am Kapellchen) lebt und dort spirituelle und kreative Angebote für und mit Menschen am Rande der Gesellschaft verwirklicht. Und noch ein weiteres Projekt ist seit längerem in Planung und wird demnächst eröffnet: eine kleine internationale Gemeinschaft im Mutterhaus in Steyl, welcher vier Schwestern aus Deutschland, der Slowakei, den Philippinen und Indien angehören werden.

Mehr als eine Stunde erzählte Schwester Anna-Maria von diesen Ab- und Aufbrüchen. Immer wieder kamen auch Schwestern zu Wort, die selbst dabei gewesen waren. Auch wer nicht unmittelbar involviert war, konnte so spüren und nachempfinden, wie viel sich nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich bewegt hat. Dass alle Umzüge so gut über die Bühne gegangen sind, das war ein Grund, um heute Danke zu sagen – Gott und allen Schwestern, die auf verschiedene Weise daran mitgewirkt haben.

Parallel zum Dankfest in Wimbern fand heute auch ein Dankfest mit gleichem Programm im Herz-Jesu-Kloster Steyl statt. Im Süden Deutschlands, in Laupheim, wird es am kommenden Sonntag sein.

 

Veröffentlicht: 04.12.2016 / Sr. Michaela Leifgen SSpS