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Weihnachten "unter der Brücke"

Weihnachten im Kloster? Da haben mich schon einige meiner Freunde skeptisch gefragt, was man da dann so macht? Ehrlich gesagt wusste ich zu Beginn auch nicht so recht, was mich in Frankfurt bei den Steyler Missionsschwestern erwarten würde. Aber jetzt im Nachhinein würde ich sagen spannende und spirituelle Feiertage mit vielen Begegnungen erwarten einen über Weihnachten im Kloster.

Neben den Weihnachtsmessen und Impulsen zu Weihnachten, gab es beim Raclette-Essen mit minderjährigen Flüchtlingen die Möglichkeit, mit diesen ins Gespräch zu kommen, zu singen und zu lachen. Auch bei einer kleinen Weihnachtsfeier im Wohnwagencamp war so allerhand los. Man merkt dort wieder einmal, wie unterschiedlich und vielfältig die Menschen sind, die sich hinter dem Begriff "Flüchtlinge" verbergen. Es sind einfach Menschen, Menschen wie Du und Ich. Und ich habe gemerkt, dass es nicht so viel bedarf, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich war beeindruckt, wie gut die meisten nach einem Jahr bereits Deutsch sprechen, besonders die Kinder waren sogar kräftig dabei deutsche Weihnachtslieder zu singen. Und doch sind es auch Menschen, die auch ihre eigene Kultur mitbringen, die interessant und sehr zu schätzen ist. So regen die Begegnungen auch zum Nachdenken an, wie würde es mir wohl gehen, wenn ich meine Heimat verließe? Wäre ich auch derart offen gegenüber einer fremden Kultur?

So kann man Weihnachten im Kloster verbringen: etwas nachdenklich, sehr besinnlich, aber auch voller Freude und am Ende des Tages meist mit Glühwein und Plätzchen mit den Schwestern im Wohnzimmer, um den Christbaum zu loben...

Julia Schuchmann