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Zurück zu den Wurzeln

Am Sarkophag der Mitgründerinnen der Steyler Missionsschwestern.

Bewegte und bewegende Tage verbrachten sieben Mitarbeiterinnen des Dreifaltigkeitsklosters Laupheim, gemeinsam mit Sr. Hildegard Ossege und Sr. Mariana Bornschlägl, auf den Spuren der Steyler Missionsschwestern. Geboren wurde die Idee einer Fahrt zu den Anfängen der Gemeinschaft während der letztjährigen Weihnachtsfeier. Im diesjährigen Jubiläumsjahr des Dreifaltigkeitsklosters wurde diese dann in die Tat umgesetzt.

Dass es ein besonderes Ereignis ist, nach Steyl zu fahren, wurde den Frauen bereits bei der Abfahrt in Laupheim deutlich. Viele Schwestern waren zur Verabschiedung gekommen und schickten persönliche Grüße mit an die Schwestern in Steyl.

Die anstrengende Autofahrt mit vielen Staus war schnell vergessen, als Oberin Sr. Antonia Schmid und Sr. Rosa Maria Kinscher, zwei wohlbekannte Gesichter für die Mitarbeiterinnen, zur Begrüßung bereitstanden. Nach dem Abendessen unternahm die Gruppe eine erste Ortserkundung der Umgebung und nahm neben dem Mutterhaus der Schwestern auch das Männerkloster und die Maas in Augenschein.

Am Freitag stand zunächst eine Hausführung mit Sr. Gerhardine auf dem Programm. Ihr großes Wissen und die Geduld bei der Beantwortung vieler Fragen waren beeindruckend. Am Ende der Führung wussten die Frauen über Arnold Janssen, die Entstehung der Orden, Mutter Maria und Mutter Josefa, die Anfänge und den derzeitigen Stand der Missionsarbeit der Steyler Missionarinnen umfassend Bescheid. Besonders beeindruckend war der Sarkophag der beiden Gründerinnen, das gemeinsame Gebet dort und das Entzünden einer Kerze. Doch auch an die Erklärungen zum Viertelstundengebet, das die Schwestern früher praktizierten, blieben in Erinnerung. In mancher Situation der folgenden Tage besprachen wir dieses. Interessant war für die Frauen auch das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen der Arbeitsbereiche in Wäscherei, Küche  und Putzzentrale.

Am Nachmittag ging es zunächst zum Männerfriedhof und anschließend nach St. Michael zu den Steyler Patres. Sr. Hildegard Ossege führte durch die Unter- und Oberkirche. Sehr eindrücklich schilderte sie die Überführung der Gebeine Arnold Janssens, bei deren Umbettung sie dabei war. In der Oberkirche wurde wieder deutlich, wie durchdacht auch die Architektur und Kunst bei Arnold Janssen war. Gemeinsam beteten die Mitarbeiterinnen in ihren Muttersprachen das Vaterunser. Dies war ein bewegender Moment für alle.

Im Oratorium, dem einstigen Wohn- und Schlafraum von Arnold Janssen, erwartete Bruder Heinz Helf die Gruppe, um Einblicke in das Lebenswerk, aber auch die Arbeitsweise des Gründers zu geben. Bei der Führung durchs Kesselhaus und die Druckerei gewannen die Frauen einen Eindruck von den vielfältigen Aufgaben, die der Aufbau eines Missionsordens erfordert und wie groß die Beteiligung der Schwestern an der Verwirklichung war. Erfüllt von den Eindrücken ging es noch zu den Grotten und nach einem kurzen Sonnenbad im Park zurück ins Herz-Jesu-Kloster. Beim Zusammensitzen am Abend schaute Sr. Antonia vorbei und brachte die Gruppe mit Erzählungen über  ihren Sprachunterricht in Holländisch und Geschichten aus ihrer Zeit in Moos so zum Lachen, dass kein Auge trocken blieb. Außerdem machte sie noch interessante Vorschläge, was sich zu besichtigen lohnt.

Am Samstag besuchte die Gruppe zunächst das Kloster der Anbetungsschwestern, der sogenannten "Rosa Schwestern", die von Arnold Janssen gegründet wurden, um die Arbeit im Gebet zu unterstützen. Sr. Maria Adjutrix gab bereitwillig und immer mit einem Lächeln im Gesicht Antwort auf die zahlreichen Fragen der Gruppe. Nach einem Besuch auf dem Friedhof der Schwestern, ging es zu einem typischen niederländischen Restaurant, einem Pfannkuchenhaus. Alle waren begeistert von den leckeren Pfannkuchen.

Nachmittags ging es nach Kevelaer, einem Wallfahrtsort, zu dem Mutter Maria immer wieder gepilgert war, und anschließend nach Goch zum Geburtshaus Janssens und zur Pfarrei von Pater Hans Peters SVD, der durch die Kirche mit dem Original-Taufstein Janssens führte, der dorthin überführt worden war. Besonders schön für die Gruppe war die spontane Einladung zum Kaffeetrinken im Wohnzimmer des Paters, den Sr. Hildegard Ossege aus früheren Tagen kennt.

Zurück in Steyl wurde nach dem Abendessen noch eine Idee Sr. Antonias umgesetzt, eine Fahrt mit der Fähre über die Maas und anschließendem Pommes Frites-Essen auf Holländisch, d.h. mit Majo, Ketchup und Zwiebeln. Die Frauen waren sich einig, dass dies die leckersten Pommes waren, die sie bisher gegessen hatten.

Sonntags führte Sr. Mariana die Gruppe nach dem Frühstück noch in die sogenannten Katakomben, Kellerräume, in denen die Schwestern während des Krieges Schutz gesucht, Verwundete gepflegt oder auch die Gelübde abgelegt hatten. Die Mitfeier der hl. Messe, bei der die Assoziierten aufgenommen wurden, war noch einmal ein Höhepunkt des Besuches in Steyl.

Nach dem Mittagessen war dann schon der Moment der Abreise gekommen. Wieder standen Schwestern zum Abschied bereit, bekannte wie Sr. Antonia und Sr. Anna-Maria Kofler, aber auch viele, die die Frauen während ihres Aufenthaltes kennengelernt hatten. Die Tage waren wie im Flug vergangen, die Mitarbeiterinnen voll des Lobes über die sehr informative, aber auch spirituelle Gestaltung der Tage und die herzliche Aufnahme in Steyl. Und so wurden während der Rückfahrt bereits Pläne geschmiedet für einen zweiten, vertiefenden Aufenthalt im nächsten Jahr!

Text: Gerlinde Wruck

 

Abschied in Laupheim.
Herzlicher Empfang in Steyl.
Stürmischer Abendspaziergang an der Maas.
Filmvorführung im Ausstellungsraum.
Sr. Mariana führt durch die Bibliothek.
Am Sarkophag von Arnold Janssen.
Führung durch das Kesselhaus.
Im Sprechzimmer bei den Anbetungsschwestern.
Beim Pfannkuchenessen.
Sr. Hildegard zeigt M. Maria und M. Josefa in der Kirchentür in Kevelaer.
Auf der Fähre zum anderen Ufer der Maas.
Sr. Mariana führt durch die Katakomben.
Schwestern und Assoziierte kommen zur Verabschiedung.
Provinzleiterin Sr. Anna-Maria Kofler mit den Mitarbeiterinnen.
 
 

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Veröffentlicht: 04.10.2016 / Sr. Ilse Beckmann SSpS