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Abschiedsfeier der Schwestern im Arnold-Janssen-Klooster in Wahlwiller

Nach 37 Jahren in Wahlwiller feierten unsere Schwestern am Sonntag (13.08.) einen Abschied, der sie und die Menschen der Umgebung sehr bewegte. Das Exerzitienhaus war ein Ort der Begegnung für Menschen auf der Suche nach Sinn, Ruhe und Lebensorientierung. Durch seine besondere Lage am Dreiländereck fühlten sich hier Gäste aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland wohl. Leider machte es die personelle Situation der Schwestern notwendig, von diesem besonderen Ort Abschied zu nehmen. Sr. Martina Kohler SSpS berichtet von der Abschiedsfeier.

Heute war es nun endlich so weit – der lange erwartete und sorgfältig vorbereitete Tag unseres offiziellen Abschieds von den Menschen in Wahlwiller und Umgebung sowie von unseren Freunden, Bekannten, Gästen, Priestern, den benachbarten Ordensleuten und vielen anderen Menschen, die uns verbunden sind, war gekommen. Wir begannen den Tag wie immer mit der Bitte um den Heiligen Geist und einer besonders gestalteten Laudes um 7.00 Uhr.

Nach dem anschließenden Frühstück wurden überall noch letzte Vorbereitungen für den Empfang unserer Gäste getroffen. In der Küche wurden viele Brötchen belegt, Sr. Maria Decia wies den Autos Parkplätze an, Ursula Flörke nahm ihren Platz an der Telefonzentrale ein, und nach und nach durften wir die ankommenden Gäste willkommen heißen. Dass in unserem Haus etwas Besonderes stattfand, konnte man schon draußen erkennen an der vor dem Haus gehissten großen Kirchenflagge sowie an den vielen kleinen Fähnchen, die den ganzen Capucijnenweg bis unten ins Dorf Wahlwiller säumten. Viele Menschen, die heute nicht persönlich kommen konnten, hatten uns schon vorher Grüße und gute Wünsche geschickt.

Nach und nach füllte sich unser Haus mit über 200 Gästen, die sich im Speisezimmer der Exerzitanten bei einem Empfangskaffee stärken konnten. Es kamen Mitschwestern aus den Kommunitäten Laupheim, Wimbern, Mönchengladbach, Uden, und aus Steyl reisten die Mitschwestern mit einem großen Bus an. Mit ihnen kamen auch die Teilnehmerinnen des englischsprachigen Terziates, und wir freuten uns besonders, dass dadurch unsere weltweite Verbundenheit zum Ausdruck kam. Herr Gouverneur Bovens konnte leider nicht persönlich kommen. Ihn vertrat deshalb als Vertreter der Zivilgemeinde der Wethouder (Beigeordnete / Dezernent) der Gemeinde Gulpen-Wittem, Herr Piet Franssen.

Unter den vielen Gästen waren auch 10 Kirchenvorstands-Mitglieder der Gemeinden Wahlwiller, Eys und Nijswiller, unser Hausarzt Dr. Andriessen mit seiner Familie, Gerty mit ihrem Mann Joep, 2 Klarissen aus dem Konvent, der vor uns das Kloster bewohnt hatte, Pierre Rietrae mit seiner Ehefrau Jeanny und viele andere Menschen, die uns sehr verbunden sind. Die Provinzleitung wurde vertreten durch Provinzleiterin Sr. Anna-Maria Kofler und Sr. Antonia Schmid aus Steyl. Jutta Tetzlaff machte während des Tages Videoaufnahmen und Sr. Wilburga fotografierte, um die Atmosphäre dieses besonderen Tages als Andenken festzuhalten.

Um 11.00 Uhr feierten wir die Eucharistie in unserer gut gefüllten Kapelle. Schon am Vortag hatten wir Stühle, Bänke und Hocker dazugestellt, so dass alle Leute einen Sitzplatz bekommen konnten. Sr. Maria Stephane und Sr. Apollonia wiesen dazu den Gästen ihre Plätze an. Alle bekamen ein vorbereitetes Heft mit dem Ablauf der Liturgie. Wir freuten uns über die Anwesenheit unseres Bischofs Msgr. Frans Wiertz aus Roermond. Leider war es ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, den Vorsitz der Eucharistiefeier zu übernehmen, jedoch hatte er es sich nicht nehmen lassen, persönlich zu kommen und den Abschied mit uns zu begehen. Mit ihm zusammen konzelebrierten unser Pastor P. Reijnen CSsR, Msgr. Franssen und P. Tony Gelinck SVD.

Nach der Eröffnung durch P. Reijnen begrüßte Sr. Maria Hildegard unsere Gäste mit einigen persönlichen Willkommensworten. Ihr schloss sich Sr. Anna-Maria an, die das Leben und vielfältige Wirken der Schwestern in Wahlwiller während der vergangenen 37 Jahren würdigte und meinte, wir gingen nicht mit leichtem Herzen. Dennoch wüssten wir uns von Gott getragen und in eine gute Zukunft geführt, wenn wir uns auf das Wehen seines Geistes einlassen.

In seiner Predigt ging Pastor Reijnen darauf ein, dass uns jetzt sicher ein doppeltes Empfinden bewege: einerseits Dankbarkeit und andererseits Wehmut. Auch er betonte, dass wir uns voll Vertrauen auf die Wege Gottes einlassen dürfen, der uns in eine gute Zukunft führt. Musikalisch mitgestaltet wurde die Feier von der Choralschola, die die 8. Messe sang, und dem Frauenchor Donna Voce mit verschiedenen Liedern.

Viele Personen waren an der Gestaltung der Messe beteiligt: Sr. Maria Stephane trug die Lesung vor und half bei der Austeilung der Kommunion. Sr. Maria Veronika, Judit Kolster und eine Frau aus der Pfarrgemeinde wechselten sich bei den Fürbitten ab. Sr. Maria Hildegard und Sr. Anna-Maria brachten die Opfergaben zum Altar. Besonders eindrucksvoll war der Tanz von 6 indischen Mitschwestern bei der Doxologie. Zum Abschluss der Eucharistiefeier sangen die Frauen von Donna Voce noch gemeinsam mit dem Gesangsduo „Limbo Expres“ ein berührendes Abschiedslied im hiesigen Dialekt.

Nach der Messe waren alle eingeladen zu einem einfachen Mittagessen mit Tomatensuppe, belegten Brötchen, verschiedenen Salaten, Wein, alkoholfreien Getränken und Kaffee. Dazu hatten wir uns, entsprechend den verschiedenfarbigen Zetteln, die die Gäste am Eingang erhalten hatten, auf verschiedene Räume aufgeteilt. Unser Schwesternspeisezimmer bot Platz für 90 Gäste. Am Festtisch dort saßen Bischof Wiertz, Pastor Reijnen, Sr. Anna-Maria, Sr. Maria Hildegard, Sr. Maria Veronika, Sr. Andrea Maria, Sr. Bernadette (Klarissin), P. Gelinck, Msgr. Franssen und Wethouder Franssen. Im Gästespeisezimmer konnten 50 Personen das Essen einnehmen, an den Tischen im Kreuzgang ca. 64 Personen, und die runden Tische in Gruppenraum III boten Platz für weitere 30 Personen. Für alle Räume gab es einen genauen Einsatzplan für die verschiedenen Dienste wie Tische decken, bedienen bei Tisch oder Sorge für den Tischschmuck. Die gute Zusammenarbeit zwischen Schwestern, Angestellten und freiwilligen Helferinnen machte einen reibungslosen Ablauf möglich.

Nach dem Mittagessen war Gelegenheit für eine Runde durch Haus oder Garten, und um 14.15 Uhr trafen wir uns draußen vor dem Haupteingang, wo die Blaskapelle „Harmonie Excelsior“ aus Nijswiller Aufstellung genommen hatte, um uns ein Abschiedsständchen zu bringen. Nach gegenseitigen Worten des Dankes und der Verbundenheit luden wir die Musiker noch zum Kaffeetrinken bei uns ein.

Nachdem sich viele Gäste des Vormittags verabschiedet hatten, füllte sich unser Haus am Nachmittag zum offenen Empfang mit zahlreichen weiteren Menschen, die zum Abschied gekommen waren. Darunter waren einige Benediktiner von Mamelis, ehemalige Mitarbeiterinnen von Kerkrade, persönliche Bekannte und Freunde von Schwestern, Ordensleute aus der Umgebung, Mitbrüder aus Montenau, eine Gruppe von zukünftigen Bewohnern des Hauses und viele andere. So waren wir froh, dass unser Cateringservice aus Mechelen mit 5 Personen die Bedienung übernahm und wir Schwestern uns ganz unseren Gästen widmen konnten. In der Halle waren 6 Stehtische aufgestellt, und ansonsten konnten wir uns auf die verschiedenen Räume aufteilen.

In der Kapelle zeigte Judit Kolster durchlaufend ab 14.45 Uhr die Powerpoint-Präsentation, die Sr. Maria Hildegard eigens für den heutigen Tag vorbereitet hatte. Sie zeigte die Geschichte unseres Hauses in den vergangenen 37 Jahren und gab auch einige grundlegende Informationen über unsere Kongregation und unseren missionarischen Auftrag als SSpS. Dies wurde von den Gästen mit viel Interesse aufgenommen.

Ab 15.15 Uhr waren alle Steyler Mitschwestern und Mitbrüder in unser Schwesternspeisezimmer eingeladen zu Kaffee, Kuchen und Begegnung. Im Konferenzsaal nahmen Sr. Anna-Maria, Sr. Maria Hildegard und Sr. Maria Veronika die offiziellen Glückwünsche und Geschenke der Gäste entgegen. Währenddessen spielte und sang der Musiker Ruud Verhoeven aus Gulpen.

Um 16.45 Uhr fuhr der Bus nach Steyl wieder ab, und nach und nach verabschiedeten sich auch die übrigen Gäste. Am Ausgang bekamen alle einen Abschiedskalender, den sie gerne als Geschenk mitnahmen.

Zwischen 17.30 und 19.00 Uhr trafen wir Schwestern uns mit den wenigen noch verbliebenen Gästen und Helferinnen zum offenen Abendessen in unserem Schwesternspeisezimmer. Es waren noch Salate und Brötchen übrig, die wir uns schmecken ließen, dankbar dafür, dass das Abschiedsfest vollauf gelungen ist. Zum Abschluss gab es für alle noch ein Eis. Der heutige Tag wird uns allen in guter, wertvoller Erinnerung bleiben.

Text: Sr. Martina Kohler SSpS / Fotos: Sr. Antonia Schmid SSpS