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Die Fülle Gottes mit allen Sinnen erfahren

Kräuterkissen, Teemischungen, Rosen-Lavendelzucker und Mooskissen - aus Kräutern lässt sich vieles machen. Und ein jedes hat auch eine symbolische Bedeutung. Beim Laupheimer Kräuterfest zu Maria Himmelfahrt wurden sie in all ihrer Fülle gesegnet und weitergeschenkt.

Es hat bereits Tradition, das Marienkräuterfest im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim. Zum fünften Mal haben die Schwestern eingeladen und viele, meist weibliche Besucherinnen sind der Einladung gefolgt.

Das Fest begann mit einem gemeinsamen Mittagessen. Claudia Renz zauberte aus Brennnessel, Giersch und Melde einen leckeren Auflauf. So manche Teilnehmerin freute sich angesichts dieses Genusses auf die Fülle an Brennnesseln und Giersch im eigenen Garten.

Beim anschließenden Programm, das unter anderem von den "Kräuterfreundinnen", einer Gruppe ehrenamtlich im Kräutergarten arbeitender Frauen gestaltet wurde, konnte die Vielfalt der Kräuter erfahren werden. Getrocknete Kräuter aus dem Klostergarten konnten bei Sr. Hedwig Fischer in Kräuterkissen eingenäht werden. Eine andere Möglichkeit, die heilsame Wirkung zu erproben, war, Teemischungen für Magenverstimmung, Aufwachtee oder einfach nach Gefühl selbst zusammenzustellen. Ein selbst gemörserter Rosen-Lavendelzucker erfreute Auge und Gaumen. "Himmlische" Düfte erfüllten den Saal, in dem mit ätherischen Ölen gearbeitet wurde. Selbstgebastelte Mooskugeln, und Mooskränze machten deutlich, mit wie Wenigem man wunderschöne Werke schaffen kann.  Bei der Führung durch den Kräutergarten erfuhren die Besucherinnen, dass viele Kräuter in früheren Zeiten immer auch eine symbolische Bedeutung hatten und nicht nur auf die Heilwirkung reduziert waren. So war z.B. die rote Rose ein Symbol für die Schmerzen Marias, die weiße Rose ein Symbol für ihre Unschuld.

Neue Angebote in diesem Jahr waren Kräutermärchen mit Sr. Annemarie Smaglinski, Beten mit Leib und Seele mit Sr. Dorothee Laufenberg und ein Workshop über die Bedeutung Marias im Leben der Menschen heute mit Sr. Bernadette Dunkel.

Zum Binden des Kräuterbüschels waren nochmals neue Besucher gekommen. Kräuterfachfrau Gerlinde Wruck lud die Besucherinnen ein, beim Binden neben den klassischen Regeln wie Zahlen und Pflanzenarten, immer auch die symbolische Bedeutung der Pflanzen in den Blick zu nehmen. Mit Sorgfalt wählten die Besucherinnen aus einer Fülle an Kräutern aus dem Kräutergarten aus. Zu Beginn der Segnung wurden die Kräutersträuße des Vorjahres verbrannt. Dies geschieht im Vertrauen darauf, dass Gott in jedem Jahr genug wachsen lässt und wir uns keine unnötigen Vorräte ansammeln sollen. Bei der anschließenden Segnung durch Sr. Bernadette Dunkel im Park des Klosters war die Freude und Dankbarkeit für die Fülle, die Gott schenkt spürbar.

Text und Fotos: Gerlinde Wruck