Trigger

Gemeinsam – Einsam

Eine kleine Gruppe junger Erwachsener machte sich auf nach Frankfurt, um dort das Wochenende einsam und gemeinsam zu verbringen.

Einsam war die Zeit zum Reflektieren über das eigene Leben, das künstlerische Darstellen von Freundschaften und der Spaziergang durch die ganz unterschiedlichen Stadtteile Frankfurts, vorbei an Drogenkonsumenten, durch die sauberen Bankenviertel, bis hin zum sonnigen Mainufer, wo sich viele junge Leute trafen und Pärchen unterwegs waren. Wir erlebten so – im Stillen für uns - ganz verschiedene Lebenswirklichkeiten, die nebeneinander existieren, und durchlebten mal Einsamkeit, mal Gemeinsamkeit.

Gemeinschaftlich waren der teils sehr persönliche Austausch über Höhen und Tiefen unseres bisherigen Lebenswegs, oder das Ranking darüber, wann wir einen ruhigen Abend brauchen und wann uns Gesellschaft wichtig ist. Interessant war hier vor allem, zu sehen, wie ähnlich unsere Bedürfnisse doch sind, trotz aller Verschiedenheit. Neben den thematischen Schwerpunkten blieb auch Zeit zum Spielen, Quatschen und Lachen.

Besonders schön waren auch die gemeinsamen Mahlzeiten mit den Schwestern und der Iranerin Parmis, die ebenfalls zu Besuch war. Ihre Deutschkenntnisse waren zwar noch sehr bruchstückhaft, trotzdem war es schön zu sehen, wie sie sich mit Händen, Füßen und Wortfetzen um Kommunikation bemühte, und ihr Sprachcomputer sorgte einmal für allseitige Erheiterung, als er sich mit dem Wort "Pfeffer" in die Diskussion ums Essen einmischte.

Wir beschäftigten uns an dem Wochenende zwar einerseits thematisch mit dem Gegensatz von "Gemeinschaft – Einsamkeit", gleichzeitig tauchten wir auch ein Stück weit in das Leben der Schwestern ein. Die gemeinsamen spirituellen Momente und die Gespräche beim Essen, waren für mich einmal mehr eine schöne Erfahrung.

Als Abschluss bleibt mir ein Zitat an das Wochenende im Kopf: "Die Einsamkeit hat mich gelehrt, dass das Zusammensein mit anderen etwas ziemlich Schönes ist. Und das Zusammensein mit anderen hat mich gelehrt, dass die Einsamkeit etwas ziemlich Schönes ist." (Günter Radtke)

Mareike Hillenbrand