Trigger

In die Antwort hineinwachsen

Entscheidungen treffen und sie dann auch ganz leben – eine große Herausforderung in unserem Leben. Drei junge Frauen haben sich in Frankfurt ein Wochenende lang Zeit genommen, darüber zu reflektieren. Und an der Entscheidung von Sr. Christine und Sr. Maria teilzunehmen. Die beiden Schwestern erneuerten in einem Gottesdienst ihre zeitlichen Gelübde.

Jeden Tag treffen wir unzählig viele kleine Entscheidungen. Und immer wieder im Leben auch größere, die Weichen stellen: Die Entscheidung für ein Auslandsjahr, für einen bestimmten Beruf oder Studiengang, für eine Beziehung, für das Ordensleben oder die Ehe… Etwas Neues zu wagen ist spannend und weckt Begeisterung, gleichzeitig werden Ängste, Fragen und Zweifel wach. Wie kann ich gut damit umgehen? Und wieviel Sicherheit, dass meine Wahl die richtige ist, ist eigentlich realistisch? Das waren Fragen, die uns an diesem Wochenende besonders beschäftigten.

Am Freitagabend stiegen wir mit einem Film ein: "Kick it like Beckham". Eine britische Komödie, die aber auch zum Nachdenken anregt. Jess, die Protagonistin des Filmes, ist ein Teenager indischer Abstammung, der in England aufwächst. Sie steht auf den Fußballer David Beckham und hat auch selbst großes Potential als Fußballspielerin. Als ihr Talent entdeckt wird, und sich ihr damit ungeahnte Möglichkeiten eröffnen, gibt es nur ein Hindernis: Ihre Eltern sind dagegen. Für Jess beginnt damit eine Auseinandersetzung mit den Werten und Erwartungen ihrer Familie auf der einen Seite und ihren eigenen Lebensträumen auf der anderen.

Am Samstag ging es dann um unsere eigenen Entscheidungen. Erst einmal kamen wir mithilfe eines Positionierungsspieles unseren eigenen Gewohnheiten auf die Spur: Bin ich jemand, die lange Alternativen prüft, und viel Zeit und Energie für Entscheidungen verwendet, oder bin ich von einer Fülle an Möglichkeiten weniger überfordert und schneller zufrieden? Anschließend schauten wir auf Entscheidungen, die wir im Leben bereits gefällt haben, und was wir daraus über uns selbst und unseren Umgang mit Entscheidungen lernen können. Schnell ging das Erzählen ins Diskutieren über. Was ist mein Lebensziel? Was ist für mich wichtig? Gibt es Dinge, die in sich so wichtig sind, dass ich sie mir auch etwas kosten lasse? Geht Gott alle Wege mit? Oder gibt es Entscheidungen, mit denen ich mein Leben verfehlen kann?

Am Nachmittag gingen wir Schritt für Schritt den Weg der Entscheidungsfindung durch: vom Auslöser und den Gefühlen wie Gedanken, die darauf folgen, über Methoden zur Entscheidungshilfe bis hin zur Notwendigkeit, die Alternative zu verabschieden und der getroffenen Entscheidung nachzuspüren, dabei auch mit erneuten Ängsten zu rechnen und doch die Ruhe bewahren zu können, sofern die drei F’s überwiegen: Friede, Freude, Freiheit. Jede nahm sich Zeit, den Weg noch einmal mit Blick auf eine aktuelle Entscheidung nachzugehen und zu schauen, an welchem Punkt sie selbst gerade steht, und was für sie jetzt dran sein könnte. In einem Austausch über das Evangelium vom Sonntag hörten wir dann auch noch einmal bewusst darauf, wie die Bibel an diesem Punkt unseres Entscheidungsweges zu uns spricht.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Entscheidung von Sr. Christine Müller und Sr. Maria Müller, ihre Ordensgelübde für ein bzw. zwei weitere Jahre zu erneuern. In Sonntagsgottesdienst ihrer Kirche St. Aposteln sprachen sie in Gegenwart der Gemeindemitglieder und Mitschwestern ihr erneutes Ja aus. Pfarrer Werner Otto freute sich mit den beiden und betonte in seiner Predigt, wie sehr er die Gegenwart von Sr. Christine und Sr. Maria sowie all ihrer Mitschwestern im "Garten der Großpfarrei St. Bonifatius" schätze. Seit die Gemeinschaft vor knapp 1 ½ Jahren in Frankfurt ihre Zelte aufgeschlagen hat, ist viel Neues entstanden. Wie zum Beispiel das Kleidercafé, das jeden Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst öffnet, und in dem es auch immer reichlich Kaffee und Kuchen in freundschaftlicher Runde gibt. So war es denn auch an diesem Sonntag, an dem die beiden Schwestern ihre Gelübde erneuerten. Ein Ja zu Gott, das ohne Frage mit einem Ja zu den Menschen in St. Aposteln und darüber hinaus einhergeht.

Wer Ja sagt und Sinn erlebt, wie könnte er/sie da anderes leben als ein Ja? (Nach Dag Hammarskjöld)

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