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Leben, das zum Diamanten wurde

Auf 60 Jahre Ordensleben konnten am Samstag (19.08.) sechs Schwestern im Herz-Jesu-Kloster Steyl bei ihrem sogenannten Diamantenen Professjubiläum mit Dankbarkeit zurückschauen. "Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade" (Joh 1,16) waren die Worte, die sie selbst als Leitspruch für diesen Jubeltag gewählt hatten.

"Als Missionarinnen habt ihr diese Gnade nicht für euch behalten", erinnerte Sr. Stefanie Hall, Provinzrätin, am Beginn der Eucharistiefeier die sechs Jubilarinnen Sr. Annemarie Reisch, Sr. Gottfrida Höing, Sr. Maria Marta Pielucha, Sr. Tarcildis Westerhoff, Sr. Theodore Lampe, und Sr. Virgula Schmitt. Vielmehr haben sie diese Gnade mit ihre je eigenen Gaben an verschiedenen Orten dieser Welt mit den Menschen geteilt. "Euer Leben ist dadurch zu einem Schatz geworden, einem Diamanten", folgerte Sr. Stefanie und dankte den Schwestern im Namen der Kongregation für diesen Diamanten.

Der Steyler Missionar P. Rüdiger Brunner, der der Eucharistiefeier vorstand, richtete ein besonderes Willkommen an die vielen Angehörigen, die der Einladung nach Steyl gefolgt waren. Ihm war es ein Anliegen, den Angehörigen zu versichern, wie sehr sie den Jubilarinnen am Herzen liegen. Zugleich nutzte er die Gelegenheit, mit einem gängigen Vorurteil aufzuräumen. Nämlich, dass die Tante im Kloster zu bedauern ist. "Natürlich", so versicherte er, "auch bei Ordensfrauen packt das Leben konkret zu." Da gibt es viele Freuden, aber auch Streit und Leid. Und Phasen, in denen bei allem Alltagstrubel die Zeit für das Gebet und die Beziehung mit Gott in den Hintergrund rücken kann. Und doch bleibt in alldem die Zusage Gottes, dass seine Liebe treu ist und alle Wege mitgeht. Diese Zusage, sie findet sich zum Beispiel in der Bibel – "dem Liebesbrief Gottes", wie P. Brunner es nannte. Und diese Garantie gilt nicht nur den Ordensleuten, sondern jeder und jedem.

Beim anschließenden Mittagessen im Festsaal drückte Sr. Maria Marta im Namen aller Jubilarinnen noch einen "Liebesbrief aus dem Herzen der Jubilarinnen" aus. Sie dankte allen – den Gästen, den Mitschwestern, den vielen helfenden Händen – für ihr Dasein, Mitfeiern und Mitfreuen. "Das gibt uns Mut weiterzumachen!"

Fotos: Heinz Helf SVD