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Perspektivwechsel – MaZ-Karwoche in Berlin 2017

Wir, elf „MissionarInnen auf Zeit“, verbrachten die diesjährige Karwoche in Berlin/Kreuzberg in Vorbereitung auf unseren Dienst im Ausland, um mit den Missständen unserer eigenen Gesellschaft und den Ungerechtigkeiten der Welt konfrontiert zu werden. Mit unseren Erfahrungen aus der Woche kehren wir mit folgenden Eindrücken zurück:


Viele Menschen befinden sich am Rande der Gesellschaft. Und auch das Bild von Deutschland, dem europäischen Paradies, ist in vielen Hinsichten reine Illusion. Hunderttausend, wenn nicht sogar Millionen Deutsche begeben sich jeden Tag aufs Neue in einen Kampf ums Überleben in: Armut, Fremdheit, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Hunger, Sucht, Menschenhandel. Hinzu kommt die Aggression und Verrohung im Umgang miteinander. Und trotz aller Hilfe, die in Deutschland bereits geleistet wird, kann und darf die Menschheit nicht wegschauen und alles totschweigen. Auch mir wurden während der Karwoche in Berlin die Augen geöffnet. Durch einen Perspektivwechsel, einem ganz anderen Verständnis und dreifacher Offenheit sehe ich nun die Missstände unserer Gesellschaft klarer. Und genau dieses Bewusstwerden und auch die Bereitschaft, sich selbst zu öffnen und seiner Sehnsucht zu folgen, ist opportun für ein Leben in Frieden, für ein Leben ohne Rassismus und für ein Leben mit Gott. Und egal, wer wir sind oder wo wir sind, mit einer kleinen Geste und einem einfachen Lächeln können wir schon ein wenig Frieden stiften.

Text: Isabel Henning  Fotos: Sr. Maria Müller