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Neues Projekt für Flüchtlinge in Griechenland

An die Ränder gehen, auf den Schrei der Flüchtlinge antworten, in Gemeinschaft mit denen leben, die ausgegrenzt werden – all das sind starke Worte, die unseren missionarischen Auftrag beschreiben. Und, die auf Taten drängen. So wird Ende März eine neue Gemeinschaft in Griechenland entstehen.

Die Idee dazu entstand beim Treffen der Provinz- und Regionalleiterinnen aus aller Welt im Oktober letzten Jahres in Indien. „Manchmal muss man aus seiner eigenen Realität heraustreten und sie von außen betrachten, um neue Ansätze denken zu können“, kommentierte Sr. Anna-Maria Kofler, die als Leiterin der Deutschen Provinz selbst daran teilnahm, die Dynamik der Versammlung. Gemeinsam mit den Regional- und Provinzleiterinnen Europas traf sie sich im Rahmen der Versammlung in Indien, um über die Situation im europäischen Kontinent ins Gespräch zu kommen. Schnell war klar: Wir wollen eine gemeinsame Antwort auf die Not der Flüchtlinge geben. Ebenso schnell geriet auch Griechenland in den Fokus. Denn: „Griechenland liegt am Rand Europas und steht großen wirtschaftlichen und sozialen Problemen gegenüber. Die Lage dort ist noch schwieriger, weil die Nachbarländer (Mazedonien und der Balkan) ihre Grenzen geschlossen haben und das Abkommen mit der Türkei unterzeichnet wurde“, so Sr. Anna-Maria.

Noch während der Versammlung trugen die Schwestern so viele Informationen wie möglich über die Situation der Flüchtlinge in Griechenland zusammen sowie über die Arbeit des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) vor Ort, mit dem sie gerne zusammen arbeiten wollten. Die Schwestern waren überrascht, wie schnell sie Informationen sammeln und den Kontakt mit JRS aufnehmen konnten, und wie positiv die Reaktionen auf ihre Idee waren. Auch von den Mitschwestern der anderen Kontinente erfuhren sie tiefe Einigkeit und eine echte Unterstützung für das Projekt. Einstimmig wurde noch in Indien beschlossen, als Steyler Missionsschwestern in Europa eine Gemeinschaft in Griechenland zu bilden. Inzwischen ist das Projekt auch offen für Schwestern aus anderen Kontinenten.

Mitte Dezember reisten Sr. Anna-Maria Kofler und Sr. Maria José Rebelo, Leiterin der Region Spanien-Portugal, nach Griechenland, um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen und Vertreter des JRS, den Erzbischof von Athen sowie natürlich die Flüchtlinge selbst zu treffen. Auch hier fügten sich die Fäden auf wunderbare Weise zusammen. Schnell war klar, dass die neue Gemeinschaft in einem vom JRS gemieteten Haus unterkommen kann. Dieses Haus wird im Moment renoviert und soll danach außerdem einen Speiseraum für obdachlose Flüchtlingsfamilien, einige Zimmer für Flüchtlingsfamilien und Büroräume des JRS enthalten. Erzbischof Sebastianos von Athen zeigt sich sehr erfreut über die Initiative unserer Schwestern, erfährt er doch immer wieder, wie schwierig es ist, mit einer kleinen Zahl an Katholiken, in dem zusätzlich von der Wirtschaftskrise geplagten Griechenland, den vielen Flüchtlingen in ihren tragischen Lebensumständen zu helfen.

Derzeit werden drei Schwestern gesucht, die das Projekt in Griechenland in wenigen Monaten beginnen können. Die Vision ist, dort eine kontemplative und mitfühlende SSpS-Gemeinschaft zu bilden, die ein offenes Haus für Flüchtlinge und für die sein soll, die mit ihnen arbeiten. Das Projekt ist erst einmal auf drei Jahre angelegt, und damit eine sogenannte „Mission in Bewegung“.

Blick auf das Meer, in dem schon so viele Flüchtlinge ihr Leben verloren haben.
Das "beste" Flüchtlingslager Athens - mit fast 2.000 Bewohnern.
Sr. Anna-Maria mit geflüchteten Familien im Haus der Jesuiten.
Sie schmieden gemeinsam Pläne: zwei Jesuiten und eine Anwältin des JRS mit unseren Schwestern Anna-Maria und Maria José.

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Veröffentlicht: 11.01.2017 / Sr. Michaela Leifgen SSpS