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Dank für 90 Jahre "segensreiches Wirken"

Rote Rosen als Dank für die jahrelange Arbeit in Oberdischingen

Ein Krieg, ein Großbrand, neue Bestimmungen des Hauses – das Missionshaus in Oberdischingen blickt auf 90 bewegte Jahre zurück. Dieses Jubiläum wurde jetzt gefeiert.

Am 28. Mai waren es genau 90 Jahre, dass die ersten drei Schwestern im St. Hildegard-Kloster in Oberdischingen ein neues Zentral-Haus der Steyler Missionsschwestern in Süddeutschland begonnen haben. Der Neuanfang war nicht leicht, denn das große „Schloss des Malefizschenken“ war sehr heruntergekommen und es fehlte an allem. Doch bald kamen junge Frauen, die sich für das Missionsleben interessierten und brachten Leben ins Haus. Die Zahl der jungen Schwestern wuchs schnell, bald konnten von hier die ersten Schwestern nach China und Papua-Neuguinea entsandt werden.

Nach zehnjähriger Tätigkeit wurde das Kloster durch das „Braune Regime“ geschlossen. Es wurde von dieser Besatzung übel zugerichtet, demoliert und geplündert, sodass es nach dem Krieg komplett renoviert werden musste. Danach wurden in St. Hildegard Kurse des Müttergenesungswerkes abgehalten. Diese wurden von unseren Schwestern geleitet.

Vor 50 Jahren, am 24.Juni 1969, vernichtete bei Renovierungs- arbeiten ein Großbrand das Hauptgebäude des Klosters. Nach vielen Überlegungen wurde das Haus wieder aufgebaut und zwar als Altenheim. Bis 1995 konnten wir Steyler Missionsschwestern mit eigenen Kräften das Haus führen. Dann wurde unser Altenheim an den „Deutschen Orden“ übergeben. Eine kleine Gruppe von sechs Schwestern arbeitet jetzt noch ehrenamtlich im Pflegeheim und in der Betreuung der alten und hilfsbedürftigen Bewohner mit; ebenso in der Altenpastoral und in der Sterbebegleitung.

Dieses 90-jährige Jubiläum wurde jetzt gefeiert. Die neue Heimleiterin, Frau Ege, hat alle Schwestern der Gemeinschaft des Dreifaltigkeitsklosters in Laupheim, die einmal in Oberdischingen gelebt und gewirkt haben, zu einem kleinen Fest eingeladen. Es war eine große Freude für uns alle, dass 16 ehemalige „Oberdischingerinnen“ die Einladung angenommen haben.

Mit einer Dankandacht in unserer Kapelle begannen wir den Nachmittag. Nach einer herzlichen Begrüßung begaben wir uns in den festlich geschmückten Speisesaal zu einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Sr. Hildegard Ossege von Laupheim überreichte allen Schwestern, die viele Jahre in St. Hildegard gewirkt haben, eine rote Rose. Der Ortspfarrer, Dr. Harald Talgner, dankte den Schwestern für das jahrelange Hiersein, für das Gebet und das segensreiche Wirken in der Pfarrgemeinde. Besonders würdigte er den über 40-jährigen Dienst als Organistin in der Pfarrkirche von Sr. Caecilita Stockert.

Zum Abschluss überreichten Mitarbeiterinnen den Schwestern, die jetzt im Pflegeheim noch mithelfen, ein liebevoll hergerichtetes Geschenkkörbchen. Vor dem Abschied hatten wir Gelegenheit durch den Park zu spazieren und an unsere Mariengrotte zu gehen. Dieser Nachmittag war so schön, dass sogar die Heimleiterin eine baldige Wiederholung vorschlug.

Text: Sr. Maria Lucie  Blessing SSpS
Fotos: Sr. Mary Aricatt Devassy SSpS