Trigger

Eine harte Prüfung im Olympiadorf

Der verwüstete Gruppenraum

Warum sich Sr. Lioba Brand gerade wie Hiob fühlt, erzählt sie in ihrem neuesten Rundbrief

Auch in diesem Monat wird der Rundbrief auf den letzten Drücker fertig. Das kommt davon, dass ich mich momentan manchmal wie Hiob fühle, der von Gott geprüft wird, wie stark sein Glaube ist. Schon seit Herbst 2018 sind die wöchentlichen Versammlungen mit den Eltern im Olympiadorf sehr gut besucht. Begonnen haben wir mit fünf bis sieben Frauen, inzwischen kommen 20 und mehr Personen zu unseren Versammlungen am Mittwoch. Allerdings habe ich auch schon sehr viele Enttäuschungen erfahren müssen. Gleich im ersten Jahr wurde das Fenster eingeschlagen und der Raum verschmutzt. Schon beim ersten Einbruch gab es fast nichts, was gestohlen werden konnte. Die Verwüstung aber war verheerend.

Daraufhin habe ich für ein Gitter am Fenster und neue Fenster gesorgt. Auch haben wir eine zusätzliche Türe zwischen dem Vorraum und der Eingangstür eingebaut und einen Holz-Herd zum Heizen und Erhitzen von Wasser installiert. Davon wurde auch gleich der Schonstein beziehungsweise das Ofenrohr gestohlen. Auf den groben Zementboden habe ich PVC ausgelegt. So hatten wir einige Zeit Ruhe, nur den Garten konnte ich nicht verwirklichen, weil jede Fläche, die ich vom Müll freigeräumt hatte, sofort wieder zugemüllt wurde. Vor Weihnachten wurde dann die Holztüre sehr stark beschädigt, aber Gott sei Dank nicht ganz eingebrochen. Wir haben dann eine gebrauchte Türe eingebaut.

Zum Frühlingsanfang haben wir gespürt, dass es gut ist weiter zu gehen mit der Gruppe und einen Namen zu suchen. Wir haben die Leute befragt, und sie haben sich für den Namen „Gruppe der Einheit - Gemeinsam sind wir stärker" ausgesprochen. Als wir am 20.03. morgens gekommen sind, hatten wir die fünf Regeln für die Gruppe dabei, um sie den Leuten zu erklären. Nach dem Öffnen der Türe habe ich die Katastrophe gesehen. Die Decke war durchbrochen worden und Einbrecher sind durch die Decke in den Raum eingestiegen. Sie haben die Leiter noch an der Wand stehen lassen, anscheinend sind sie irgendwie überrascht worden. Gestohlen haben sie so gut wie nichts. Zum einen, weil wir wirklich keine Wertsachen dort aufbewahren und auch sonst nur die einfachsten Sachen, die wir für das Gruppentreffen benötigen. Das schlimmste war die Verwüstung, die sie angerichtet haben. P. Lucian hat gesagt, wir sollen die Bundespolizei verständigen, weil die lokale Polizei dort im Olympiadorf von manchen Gruppen Geld bekommt, damit sie nichts unternehmen.

Es kam auch die Spurensicherung und hat alles aufgenommen. Der Nachbar hat uns auch erzählt, dass er zwei Personen in der Nacht gesehen hat, und dass der eine von der Leiter gefallen ist und sich den Arm gebrochen hat. Ich hoffe, es kehrt jetzt erst einmal wieder Ruhe ein. Letztendlich machen wir ja alles nur für die Leute.
 
Die Regeln für unsere Gruppe sind folgende:

1.    Wir sprechen nur über uns selbst.
2.    Jedes Mitglied ist bereit, eine Änderung zum Guten hin zu machen
3.    Wir reden positiv.
4.    Wir hören aufeinander und respektieren die Meinung der anderen.
5.    Wir bieten uns gegenseitig Hilfe in der Not an.

So mache ich mich wieder daran die Wunden zu heilen, und ein gutes Beispiel zu geben, dass wir uns nicht entmutigen lassen. Es braucht aber doch ungeheuer viel Kraft.

Am 22. März hatte Beatriz ihren 4. Geburtstag. Sie ist eines von den Kindern, die nicht so ein gutes Zuhause haben. Die Mutter ist mit den fünf Kindern alleine und selten zu Hause. Aber die Kinder sind sehr liebenswert. Ich wasche öfters die Kleider und auch die Kinder. Wir haben eine kleine Geburtstagsfeier ausgerichtet, das war eine übergroße Freude. Anschließend haben auch noch alle einen Ausflug in den Stadtpark gemacht. Dort gibt es einen schönen Spielplatz und auch einige Tiere, wie Rehe, Enten und andere Vögel.

Ich wünsche Euch allen noch eine gute Vorbereitungszeit auf das Osterfest und neuen Aufschwung im Frühling.

Im Gebet verbunden grüße ich von Herzen
Eure Sr. Lioba SSpS