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Steyler Schwestern nähen Mund-Nasen-Masken

Schneiderinnen und Schwestern arbeiteten Hand in Hand, um möglichst viele Masken zu nähen

Das Heilig-Geist-Kloster in Wimbern ist zur Nähstube geworden. Weil es nicht mehr ausreichend Schutzmaterial gibt, nähen Ehrenamtliche und Schwestern fürs Kloster und für die Gemeinde. Ein Aufruf im Pfarrbrief ließ die Telefonleitung heiß laufen.

Telefonklingeln ohne Pause! Direkt nach dem Auflegen klingelte es praktisch weiter. Ununterbrochen. Frau Glück an der Pforte des Klosters konnte sich vor Anrufern gar nicht mehr retten. Da kein Durchkommen war, wichen die Anrufer sogar auf das Telefon im Pfarrbüro der katholischen Kirche St. Antonius und St. Vinzenz aus, die mit der ganzen Angelegenheit aber nichts zu tun hatte.

Aber zurück zum Anfang: Es fing schon vor drei Wochen an, als das Kloster kaum noch Schutzmaterial für die Pflegekräfte zur Verfügung hatte. Prompt nahm die Schneiderei des Klosters die Sache selbst in die Hand und nähte für die Mitarbeiterinnen und Schwestern Mund-Nasen-Masken aus Damaststoff. Dieser hochwertige Stoff ist doppelt genäht und wird dadurch bei Gebrauch nicht sofort feucht. Zudem sind die Masken bei 95 Grad waschbar und können mehrfach verwendet werden Nach einem Blick in das Stofflager, in dem noch große Ballen Damaststoff vorrätig waren, entstand die Idee, auch die Einwohner*innen in Wickede und Umgebung mit einem Schutz zu versorgen.

Gesagt getan. Mit der Hilfe der Mitarbeiterinnen und Schwestern konnten innerhalb von drei Tagen rund 500 Masken angefertigt werden. Die Nähstube war gut gefüllt, jeder half, wo er konnte. Durch das Aufteilen der einzelnen Arbeitsschritte lief die Arbeit schließlich wie am Fließband: Einige Schwestern, u. a. Sr. Maria Mitis, Sr. Regina Agnes, Sr. Mariana, Sr. Ignatiele und Sr. Helena Lucia, schnitten die Stoffstücke zu, während Sr. Adeltrud die Falten in den Damaststoff bügelte. Das Bügeln entpuppte sich jedoch als Herausforderung, sodass sogar die Oberin Sr. Maria Elisabeth einschritt und selbst wie ein Weltmeister eine Falte nach der anderen in den Stoff bügelte. Selbst der Hausmeister Herr Martens blieb nicht verschont und schnitt fleißig Drähte zu, die ein anderer zurechtbog, während in der nächsten Ecke die geübten Händen von Frau Wilczek, Frau Sklorz und Frau Grote die Nähmaschinen bedienten, um die Masken fertig zu nähen.  

Am Donnerstagabend dann die große Sorge: Bei der rasanten Arbeit waren die Bänder für den Schutz knapp geworden. Kaum fand das Problem Gehör, kamen auch schon aus Wickede und Umkreis Sachspenden, sogar aus Steyl fuhren Schwestern an und brachten Nachschub.  

Als am Samstagmorgen im Franziskus-Forum endlich der Schutz, für den tagelang geschuftet wurde, verteilt werden konnte, war die Resonanz überwältigend. Ohne Getümmel und Gedränge konnte der erste Teil der Masken an jeden Anwesenden unter Einhaltung des nötigen Abstandes verteilt werden. Eine weitere Ausgabe ist für diese Woche geplant.

Durch vorherige und weitere Spenden ist es wieder möglich, weiterzuarbeiten, bis es aus dem Nähzimmer des Klosters vor Eifer nur so raucht. Bereits 300 weitere Interessenten hatten sich am Montagmorgen wieder gemeldet und es wird alles drangesetzt, jeden einzelnen mit einem Mund-Nasen-Masken zu versorgen – solange der Vorrat reicht!

Text und Fotos: Christiane Hesse, Leiterin der Verwaltung im Heilig-Geist-Kloster

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