Trigger

Zurück in der Mission – Rundbrief von Sr. Lioba Brand aus Rumänien

Nach ihrem Sommerurlaub in der deutschen Heimat ist Sr. Lioba wieder in Rumänien angekommen und in das volle Leben vor Ort eingestiegen. Von Jakobus-Salbe über Mottenkugeln bis zur griechischen Minderheit ist da alles dabei.

In diesem Jahr war ich länger in Deutschland, weil ich auch noch meine Jahresexerzitien im Allgäu gemacht habe. So habe ich beschlossen, für die Monate Juni und Juli gemeinsam einen Brief zu schreiben. Inzwischen bin ich wieder zurück und voll beschäftigt.

Die Ferien waren sehr schön, ich habe viele liebe Menschen getroffen und schöne Orte besucht, wie z.B. die Elbphilharmonie und das Allgäu. Sehr schön war auch die Silber- und Goldjubiläumsfeier in Laupheim. Natürlich hat mich die Begegnung mit der Familie, Freunden und Mitschwestern wieder sehr gefreut und auch gestärkt.

Bevor ich in Urlaub gefahren bin, haben wir mit unserer Klasse einen schönen Ausflug zum Geburtshaus des rumänischen Schriftstellers Ioan Creanga und zu der Burg Neamț gemacht, die in der Stadt Deutscher Markt auf dem Berg liegt. Die Burg heißt übersetzt auch Deutsch Burg. Die Klasse, in der ich hauptsächlich mitgeholfen habe, war ja ein Projekt in dem Kinder, die den Einschulungstermin verpasst haben, auf den Schulbesuch für die 2. Chance vorbereitet worden sind. In diesem Jahr hat die Regierung hier auch erlaubt, dass die Kinder bis 8 Jahre noch die Klasse 0 (das ist so viel die die Vorschule) beginnen können. Das war bisher nicht möglich. So waren in unserer Klasse 6 Kinder, die dank dieser Regelung nun ganz normal zur Schule gehen können. Weitere 6 Kinder haben das Alter von 11 Jahren erreicht und können ab September in die Klasse der 2. Chance gehen. So wird ab September diese Klasse nicht mehr weitergeführt. Stattdessen werden zwei Gruppen für den Kindergarten gemacht.

Nachdem ich vom Urlaub zurückgekommen bin, konnte ich an dem Programm der Sommerschule mitwirken, das vom 02. bis 27. Juli die Kindergartenkinder auf die Zeit nach den Sommerferien vorbereitet hat. Zum Abschluss haben wir den Botanischen Garten in Iaşi besucht. Das war ein großes Ereignis. Auch ein sehr eindruckendes Erlebnis für die Kinder. Wir haben auch wieder Kräutersalbe hergestellt. Diesmal ist es eine St. Jakobus-Salbe geworden, weil sie genau am 25.07. gemacht wurde. Die Salben wirken richtige Wunder. Ich könnte schon mein ganzes Zimmer mit Votivtafeln tapezieren, wo sie überall sehr schwierige und auch langwierige Fälle geheilt haben.

Im Olympia-Dorf ist auch nach dem Urlaub weiterhin Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Nichts geht schnell und unkompliziert. Vor dem Ausflug mit den Kindern haben wir alle Eltern (alle sind von diesem Slum Olympia-Dorf) besucht und ihnen ein Stück Körperseife und ein Stück Wäscheseife gegeben, und die Kinder sind wirklich sauber und schön zum Ausflug gekommen.

Unsere Partner, der Verein Hoffnung und Liebe von dem orthodoxen Priester Michael Popovici, hat das Zentrum für die Kinder den ganzen Sommer geöffnet. Die Pfarrersfrau ist das Herz dieses Zentrums. Sie ist jeden Tag da und hat ein besonderes Talent, besonders auch für behinderte Kinder. Sie haben eine Verbindung zu der griechischen Minderheit und pflegen griechische Tänze und lernen auch die griechische Sprache. Immer wieder sind auch Veranstaltungen, wo sie auftreten. Dafür haben sie die griechischen Trachten. Jetzt im Sommer, wo die Kinder keine Hausaufgaben haben, machen sie mehr kreative Sachen und Gesang und Tanz.

Bei uns hat es die ganze Zeit viel geregnet. Ich brauchte noch nicht ein einziges Mal gießen. Im Garten ist alles mit voller Kraft gewachsen. Jetzt muss ich, so bald ich etwas Zeit habe, den Urwald etwas roden.

Als ich vom Heimaturlaub mitten in der Nacht in Roman zu Hause ankam, wurde ich mit Mottenkugeln empfangen vor der Haustüre. Grund ist eine Familie von Mardern, die rund um unser Kloster ihr Unwesen treiben und den sauberen Eingang immer als Toilette benutzen. Der Geruch der Mottenkugeln soll die Marder vergrämen. Auch eine Lebendfalle ist im Einsatz. Nachdem schon die Nachbarskatze in die Falle ging, konnten wir auch einmal einen Marder fangen. Den haben dann die Männer der Pfarrei mitgenommen. Seither ging keiner mehr in die Falle, nur wieder die gleiche Katze. Anscheinend hat sie kein Trauma davon bekommen. Sie ist ganz friedlich wieder heraus spaziert.

Liebe Grüße an Euch alle, Gesundheit und Gottes reichen Segen.
Im Gebet verbunden grüße ich von Herzen,
eure Sr. Lioba Brand