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20.03.2020

Eine Gebetskette aus Steyl aus dem Jahr 2018.

22. März: Tag der weltweiten Solidarität und des Gebets

Die Internationale Vereinigung der Generaloberinnen (UISG) hat zu einem Tag des Gebets eingeladen, an dem sich die Steyler Missionsschwestern in Deutschland beteiligen werden. Wir laden auch Sie ein, mit uns gemeinsam zu beten.

„Jetzt ist für jeden von uns die Zeit gekommen, auf die weltweite Coronavirus-Krise zu reagieren, indem wir uns mit anderen solidarisch zeigen, insbesondere mit denjenigen, die am verwundbarsten und am meisten gefährdet sind. Es ist die Zeit, die von der Weltgesundheitsorganisation und unseren jeweiligen Regierungen vorgegebenen Richtlinien zu befolgen“, heißt es in dem Aufruf der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen.

Aus Fürsorge um unsere Mitmenschen entfallen wegen des Coronavirus alle Veranstaltungen in unseren Klöstern und kleinen Gemeinschaften. Auch die Veranstaltungen von in:spirit finden nicht statt. Die Gottesdienste sind aktuell nicht mehr für die Öffentlichkeit. Aber im Gebet sind wir verbunden. Diese Verbundenheit möchten Schwestern weltweit am Sonntag, 22. März ausdrücken.

„Diese außerordentliche Zeit bietet Raum für aufrichtige Dankbarkeit, insbesondere gegenüber denjenigen, die täglich die kranken und älteren Menschen pflegen, denjenigen, die in der Forschung auf der Suche nach Impfstoffen sind, und denjenigen, die im öffentlichen Dienst arbeiten. Ganz gleich, wer sie sind oder wo sie sind, sie sollten wissen, dass sie in den Gedanken und Gebeten von Ordensschwestern weltweit sind", so lautet die Botschaft der Generaloberinnen.

Das gemeinsame Gebet:

HOFFNUNG 
Sperrung
Ja, es besteht Angst.
Ja, es herrscht Isolation.
Ja, es gibt Panikkäufe.
Ja, es gibt Krankheit.
Ja, es gibt sogar den Tod.
Ja, es gibt Krankheit,
Sie sagen, dass man in Wuhan nach so vielen Jahren des Lärms
die Vögel wieder hören kann.
Sie sagen, dass nach nur wenigen Wochen der Ruhe
der Himmel nicht mehr so dicht mit Rauch verhangen ist,
sondern blau und grau und klar.
Man sagt, dass in den Straßen von Assisi
die Menschen sich gegenseitig zusingen
über die leeren Plätze hinweg
ihre Fenster offen halten
damit diejenigen, die allein sind
die Geräusche der Familie um sie herum hören können.
Man sagt, dass ein Hotel im Westen Irlands
kostenlose Mahlzeiten und Lieferung frei Haus anbietet.
Heute verteilt eine junge Frau, die ich kenne,
Flugblätter mit ihrer Telefonnummer in der Nachbarschaft,
damit die Ältesten jemanden haben, auf den sie zurückgreifen können.
Heute bereiten Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempel
sich darauf vor, den Obdachlosen, Kranken und Müden 
Unterschlupf zu gewähren.
Überall auf der Welt werden die Menschen langsamer und reflektieren.
Überall auf der Welt schauen die Menschen 
auf neue Art und Weise auf ihre Nachbarn
Überall auf der Welt erwachen die Menschen in einer neuen Realität:
Wie groß wir wirklich sind.
Wie wenig Kontrolle wir wirklich haben.
Was wirklich zählt.
Zu lieben.
Also beten wir und erinnern uns:
Ja, es besteht Angst.
Aber es muss nicht unbedingt Hass sein.
Ja, es gibt Isolation.
Aber es muss keine Einsamkeit herrschen.
Ja, es gibt Panikkäufe.
Aber es muss keine Gemeinheit geben.
Ja, es gibt Krankheit.
Aber es muss keine Krankheit der Seele geben.
Ja, es gibt sogar den Tod.
Aber es kann immer eine Wiedergeburt der Liebe geben.
Wachen Sie auf und entscheiden Sie, wie Sie jetzt leben wollen.
Atmen Sie heute.
Hören Sie hinter den Fabrikgeräuschen Ihrer Panik:
Die Vögel singen wieder
Der Himmel klärt sich auf,
Der Frühling steht vor der Tür,
Und wir sind immer von Liebe umgeben.
Öffnen Sie die Fenster Ihrer Seele
Und obwohl Sie vielleicht nicht in der Lage sind über den leeren Platz zu streifen,
singen Sie!

P. Richard Hendrick OFM



Hinweis: In einem Text auf der Homepage der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) wurden Online-Angebote von Ordensgemeinschaften und Klöstern während der Corona-Krise zusammengefasst. Der Text wird ständig erweitert und aktualisiert.