Trigger
29.07.2016

Aus dem MaZ-Blockseminar

"Kartoffeln schälen" – dieser Ausdruck (der viel Interpretationsspielraum offen lässt) hat sich wie ein roter Faden durch unser Blockseminar gezogen. Aber beginnen wir am ersten Tag des Seminars, nämlich am Mittwoch, an dem wir ein Nachbarschaftsfest für die Geflüchteten im Luisental (Mönchengladbach) vorbereitet haben, welches dann am darauffolgenden Donnerstag stattgefunden hat. Dafür haben wir uns verschiedene Aktionen wie Spiele, Tänze und Kinderschminken überlegt, an denen sowohl Groß als auch Klein sehr viel Spaß hatten.

Abends sind wir nach Steyl umgezogen, um dort richtig in das Blockseminar einzusteigen. Am Freitag haben wir uns dann mit dem Begriff "Mission" beschäftigt, um den Unterschied zwischen der damaligen und der jetzigen Bedeutung von "Mission" festzustellen und zu überlegen, wie wir als MaZe Mission konkret gestalten können.

In diesem Kontext haben wir uns mit einem berühmten Beispiel für Bekehrung und Mission, nämlich Oskar Romero, auseinandergesetzt. Dieser war für uns alle sehr inspirierend, da er während seines Bischofsamtes einen Wandlungsprozess durchlaufen hat. So hat er sich nicht mehr vordergründig für die reiche Bevölkerung eingesetzt, sondern sich nach und nach immer mehr auch den Armen zugewandt.

Am darauffolgenden Tag haben wir unsere Länderausstellung vorbereitet, für die jede MaZ schon im Voraus einen Vortrag über ihr Einsatzland vorbereitet hatte. Begonnen haben wir dann mit den Vorträgen über Bolivien und Brasilien, in den nächsten Tagen ging es weiter mit Vorträgen über Argentinien, Chile, die Philippinen und die USA.

Abends haben wir uns dann in einer kleinen Abschiedsfeier von Christian (zurückgekehrter MaZ, Mitglied des MaZ-Teams Deutschland) und Hemma (Mitglied des MaZ-Teams Österreich) verabschiedet, die beide das MaZ-Team verlassen werden.

Am Sonntag haben wir uns Vorträge über die religiösen Strömungen in unseren Einsatzländern angehört und waren teilweise sehr überrascht, welche verschiedenen Ausrichtungen und Praktizierungen dieser Ausrichtungen es innerhalb einer Religion geben kann. Außerdem haben wir begonnen, den Kulturabend vorzubereiten, der dann am Montag stattgefunden hat und eines der Highlights des ganzen Seminars darstellte. Dort hatte jede MaZ die Möglichkeit, etwas aus ihrer Region vorzustellen, was für diese ganz spezifisch ist. Außerdem haben wir uns am Montag mit dem Thema Kulturschock" auseinandergesetzt, da der Kulturschock etwas sein wird, womit jede MaZ einmal in Berührung kommen wird. Zu den Anzeichen bzw. dem Umgang mit einem solchen Schock" haben wir ganz praktische Tipps an die Hand gelegt bekommen.

Am nächsten Tag haben wir uns dann mit den Ursprüngen und den Formen von Rassismus beschäftigt, um diesem in unserem Einsatz keinerlei Raum zu geben. Abends sind wir mit einer Einführung in das Stundengebet sowie einer detaillierten Erklärung des Verlaufes der Exerzitien auf ebendiese vorbereitet worden, die sich dann über den Mittwoch und den Donnerstag erstreckt haben. Während der Exerzitien hatten wir die Möglichkeit, ganz in uns zu gehen und über unsere Motivationen ebenso wie über potenzielle Sorgen und Ängste bezüglich des Einsatzes zu reflektieren. Mit einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst am Donnerstag haben wir die Exerzitien dann beendet und haben einige medizinische Tipps von einer zurückgekehrten MaZ näher gebracht bekommen

Am Freitag ging es darum, unsere eigenen Grenzen sowie unsere Rolle als MaZ besser kennenzulernen. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, uns mit den St.-Anna-Schwestern (Seniorenkommunität in Steyl) auszutauschen. Am darauffolgenden Tag haben wir uns zum Kaffee mit den MaZ der Steyler Missionare getroffen. Anschließend haben wir unsere MaZ-Kreuze gebastelt und einen Salbungsgottesdienst im kleinen Kreis gefeiert, der uns für den Auslandsaufenthalt stärken sollte.

Ausklingen lassen haben wir den Tag mit einem von uns vorbereiteten Gartenfest, zu dem wir auch die Steyler Schwestern eingeladen hatten.

Am Sonntag, dem letzten Tag des Seminars, fand dann ein feierlicher Gottesdienst statt, in dem wir unsere MaZ-Kreuze überreicht bekommen haben. Damit wurde das diesjährige Blockseminar beendet und wir können nun guten Gewissens sagen, gut vorbereitet die "Weltbühne" betreten zu können.

für die MaZ-Ausreisegruppe:
Ina, Judith und Elisabeth

 

Veröffentlicht: 29.07.2016 / Martin Eibelsgruber