Trigger
02.07.2017

Sr. Lioba (li.) und ihre Kollegin Claudia (re.) mit Teilnehmerinnen aus dem ICDP-Kurs zum verantwortlichen Umgang mit Kindern.

Dem Ziel wieder ein Stück näher (Rundbrief von Sr. Lioba Brand aus Rumänien)

Der Monat Juni war voll mit schönen und intensiven Ereignissen. Inzwischen haben für unsere Kinder die Sommerferien schon begonnen, nur wir Angestellten brachten noch alles in Ordnung und bereiteten uns auf die nächsten Aktivitäten vor. Vom 17. Juli bis 11. August wird für die Grundschul- und Kindergartenkinder aus dem Olympia-Dorf eine Zeit der Sommer-Schule sein. Das ist wie ein Ferienprogramm für die Kinder.

Im April habe ich an einem Kurs teilgenommen (ICDP), wo Multiplikatoren ausgebildet werden. ICDP steht für International Childhood Development Programme (Internationales Kindheitsentwicklungsprogramm). Dieses Programm wurde von einem norwegischen Psychologen Karsten Hundeide mit Team entwickelt, um verantwortlichen Erziehern und Eltern eine Hilfe zu geben, wie sie besser mit ihren Kindern umgehen können. Die norwegische Organisation, die viele unserer Projekte in der Stiftung bei den Franziskanern finanziert, hat dieses Programm hier in Rumänien eingeführt. Sie haben Multiplikatoren ausgebildet und diese haben in kleinen Teams schon viele Eltern erreicht. Mit den Eltern werden 8 Treffen gehalten, wo diese Erkenntnisse von ICDP vermittelt werden. Die Eltern werden dabei ganz aktiv miteinbezogen.
 
Nachdem schon einige Teams bei den Eltern unserer Kinder diese Treffen durchgeführt hatten war es für Claudia und mich nicht ganz leicht, noch genügend TeilnehmerInnen für unsere Treffen zu finden. Nach einigen Besuchen im Olympia-Dorf hatten wir eine Liste von 11 Personen. Davon sind zum ersten Treffen 7 Mütter oder Großmütter gekommen. Es ist zwar eine kleine Gruppe, aber die Frauen, die jetzt kommen sind mit viel Interesse bei der Sache und machen auch gut bei den Themen mit.

Meine Kollegin Claudia, mit der ich diese Eltern-Treffen durchführe, hat leider bei der Stiftung FUP der Franziskaner gekündigt und wird ab Juli im städtischen Krankenhaus arbeiten. Inzwischen haben wir 5 von 8 Treffen mit den Eltern gehalten. Die restlichen 3 Treffen halten wir, wenn ich aus Deutschland zurück bin, am Nachmittag nach ihrer Arbeit im Spital. Es macht mir sehr viel Freude, mit den Frauen zu arbeiten. Ich habe dabei das Gefühl, dass ich meinem Ziel, mit einer Frauengruppe aus dem Olympia-Dorf verschiedenen Aktivitäten zu machen, wieder ein Stückchen näher gekommen bin.

Mit der Alkohol-Reha Gruppe habe ich schon sehr viele Döschen mit Kräutersalbe hergestellt. Die Beinwell-Salbe angereichert mit entzündungshemmenden Heilkräutern kommt sehr gut an. Auch in der FUP bei den Franziskanern habe ich eine Salbe gemacht mit vielen guten Kräutern für die Hautpflege und wundheilend, sowie auch schmerzstillend. Die habe ich St. Antonius Salbe genannt, damit sie keine Probleme bekommen mit dem Arzneimittelgesetz.

Unsere Kinder sind schon seit dem 16. Juni in den großen Sommerferien. Im Juli werden von verschiedenen Organisationen so Sommercamps für Kinder angeboten, dass es den Kindern nicht zu langweilig wird. Manche von ihnen können auch zu Verwandten oder Großeltern in die Dörfer aufs Land. Manche gehen auch in den Ferien ins Ausland zu Verwandten oder Bekannten. In der FUP (Stiftung Humanitärer Frieden der Franziskaner), wo ich angestellt bin, ist vom 17. Juli bis 11. August eine Sommerschule für die Kinder vom Olympia-Dorf.

An unserem Patronatsfest des Hl. Antonius am 13. Juni haben die Kinder auch ein kleines aber schönes Programm den Gästen dargeboten. Sie haben gesungen und getanzt. Der eine Tanz war in italienischer Sprache, ein Franziskanertanz mit der Einladung „komm zum Fest“, und der andere war der Willkommens-Tanz in haitischer Sprache für die Kinder der Sonne. Das hat den Kindern sehr viel Freude gemacht. Auch wenn es nicht perfekt vorgetragen war, war es doch sehr herzlich.

So wünsche ich Euch allen eine gute Sommerzeit der Erholung. Einige von Euch werde ich ja treffen, denn ich bin bereits in Laupheim angekommen. Bis Ende Juli werde ich in Deutschland sein und danach auch noch an der Sommerschule für die Kinder mitmachen.

Im Gebet um die Gaben des Hl. Geistes vereint mit euch, grüße ich herzlich,
eure Sr. Lioba Brand