Trigger
20.12.2018

Die Geschichte von Weihnachten neu geschrieben

"Weihnachten erinnert uns daran, dass Jesus ein Migrant war wie die heutigen Flüchtlinge", schreiben unsere Schwestern aus Athen. In ihrem Weihnachtsbrief lassen sie uns teilhaben an der Aktualität der Weihnachtsgeschichte an den Grenzen Europas.

Papst Franziskus sagte: "Gott ist gegenwärtig in den unwillkommenen, oft unkenntlichen Besuchern, die durch unsere Städte und Nachbarschaften gehen, die in unseren Bussen sitzen und an unsere Türen klopfen. Diese Erfahrung Gottes sollte sich zu einer neuen Form der Beziehung entwickeln, in der niemand spüren muss, dass es auf dieser Erde keinen Platz für ihn oder sie gibt. Weihnachten ist eine Zeit, in der die Macht der Angst in die Macht der Nächstenliebe umgewandelt wird."

Die traurige Erfahrung dieser Brüder und Schwestern erinnert uns an das Jesuskind, das zum Zeitpunkt seiner Geburt keine Unterkunft finden konnte, als er in Bethlehem geboren wurde. Wir sehen heute Millionen von Flüchtlingen und Migranten, die nicht weggehen wollen, sondern von ihrem Land vertrieben werden und ihre Lieben wegen politischer Unruhen, Krieg, Gewalt gegen die Menschenrechte oder die Gefährdung ihres eigenen Lebens zurücklassen. In vielen Fällen ist dieser Aufbruch voller Hoffnung, Hoffnung auf die friedliche und strahlende Zukunft; für viele andere jedoch kann dieser Aufbruch nur einen Namen haben: ÜBERLEBEN.

Gott kam in Einfachheit und Sanftmut auf die Erde. Dieses Weihnachten lädt uns ein, uns auf die Zeichen des Jesuskindes zu konzentrieren und es in den Gesichtern von kleinen Kindern, verletzlichen Müttern, unschuldigen Gesichtern von Jugendlichen und vor allem von denen, für die es wie Jesus keinen Platz im Gasthaus gibt, zu erkennen.

In unserem Leben hier in Athen teilen und hören wir die wahren Geschichten von Menschen, die wie die Geschichten von Josef, Maria und dem Jesuskind sind. Athen ist voll von Flüchtlingen, die in Gruppen leben, in Lagern, die nur über sehr begrenzte Möglichkeiten verfügen und leere Gebäude besetzen, nur um sich selbst zu schützen. Wirtschaftlich ist die griechische Regierung nicht in der Lage, die Nachfrage zu decken. Wann immer wir durch die Straßen von Athen gehen, stoßen wir auf Flüchtlinge, die auf der Straße schlafen. Manchmal sind wir hilflos, aber die Situation erinnert uns an den Weg der Heiligen Familie, die nach dem Ort für die Geburt ihres Sohnes Jesus sucht. Wir können uns vorstellen, wie frustriert und besorgt sie aussahen, wenn sie keinen Platz oder ein Haus zum Übernachten fanden.

Das obenstehende Bild ist ein Beispiel für die Realität des heutigen Weihnachtsfestes. Wie vertraut ist das Bild! Es ist die Geschichte eines 19-jährigen Paares, das aus Afghanistan floh, um ihr Leben zu retten. Sie gingen kilometerweit über die Grenzen Afghanistans und des Iran und erreichten schließlich die Türkei. Als sie weiter gingen, spürte die Frau, dass sie keine Kraft mehr hatte, weiterzugehen, und an diesem Punkt bot ihnen ein Mann einen Esel an.

Eine neue Hoffnung, ein neues Leben und ein neuer Traum. Wir erinnern uns oft an die Geschichte von Weihnachten vor 2000 Jahren. Heute ist es an der Zeit, die Geschichte vom Weihnachten der Schwächsten zu überdenken und neu zu schreiben und ihn bei Fremden, Kindern, Flüchtlingen, Migranten und Süchtigen zu suchen.

Die Anwesenheit von Kindern in unserer Unterkunft ist eine wahre Freude an Weihnachten. Zur Zeit leben 35 Menschen in der Unterkunft, sie kommen aus dem Kongo, Kamerun, Afghanistan, Iran, Pakistan und Syrien, Äthiopien und Eritrea.

Wir möchten Ihnen gerne für all Ihre Unterstützung und Gebete danken und Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen. Möge der Geist von Weihnachten Ihnen Frieden bringen. Die Freude an Weihnachten gebe Ihnen Hoffnung. Die Wärme von Weihnachten schenke Ihnen Liebe.

Schwestern Ada, Preethi, Carmen und Ewa