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25.10.2016

Vertieftes Arbeiten: Viele Schulkinder haben sich von Sr. Liobas Begeisterung für die Kräuter anstecken lassen.

Die Kräutermissionarin (Rundbrief von Sr. Lioba Brand aus Rumänien)

Schwester Liobas Begeisterung für Kräuter steckt an - sogar die Schulkinder sind schon ganz vertieft in ihre Kräuterarbeit. In ihrem neusten Rundbrief gibt Schwester Lioba außerdem ein paar Hinweise, die für KräuterfreundInnen hierzulande interessant sein könnten...

Jetzt im Herbst erlebe ich einen richtigen Kräuterboom. Zuerst hatten wir einige gute Nachfragen nach den Lavendelduftsäckchen und Herzen. Jetzt, seit ich in den verschiedenen Gruppen die Beinwell-Creme gemacht habe, kommen viele Anfragen nach dieser Salbe. Diese Woche habe ich mit unserer Klasse, die sich auf den Schulbeginn in der 2. Chance vorbereitet, die 7-Kräuter-Beinwell-Salbe gemacht. Dann auch noch mit den Schülern der zweiten Chance (da sind auch zwei erwachsene Männer dabei). Die Schüler haben die Salbenherstellung auch gleich als Sachkundeunterricht genommen. In die Klasse der 2. Chance kommen Kinder erst ab 11 Jahren. Hier können sie die Klassen 1-4 nachholen. Eine Klasse kann in einem Semester nachgeholt werden, sodass die Schüler in 2 Jahren dann in der öffentlichen Schule die 5. Klasse besuchen können.

In der Klasse, in der ich mitarbeite, sind Kinder, die auf den Schulbeginn in der 2. Chance vorbereitet werden. Sie sind jünger als 11 Jahre und älter als 8 Jahre. Einige von den Kindern unserer Klasse sind inzwischen sehr interessiert an den Pflanzen und am Garten. Sie konnten sich auch schnell die Namen der Heilpflanzen merken. Bei der Salbenherstellung sind alle mit Begeisterung dabei. Wir haben ja auch schon im Sommer eine Haut- und Heilsalbe mit den Kräutern, die wir rund um die Schule gefunden haben, hergestellt.

Auch mit der Patientin aus dem Reha-Programm des Alkohol-Projektes habe ich die 7-Kräuter- Beinwell-Salbe gemacht. Die Krankenschwester, die im Olympia-Dorf in der Ambulanz ist, hat auch von meiner Wundersalbe gehört: der Haut-und Heilsalbe vom Sommer. Ich habe ihr eine große Dose gegeben, und sie verteilt sie dann in kleinen Portionen. Inzwischen höre ich schon die unglaublichsten Geschichten, was diese Salbe alles bewirkt hat. Diese Propaganda macht jetzt die Beinwell-Salbe mit. Ich bin selbst ganz überrascht, wie viele positive Wirkungen die Leute berichten können. Und die Leute, die einmal die positive Wirkung von der Salbe erfahren haben, erzählen es mit Begeisterung weiter. So kommt ohne große Planung auch noch ein kleiner Beitrag für das Alkohol-Reha-Projekt in die Kasse.

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Beinwell wächst im Schulgarten sehr viel und auch in unserem Hausgarten ist alles voll davon. Außer Beinwell habe ich noch Eisenkraut in die Salbe gemischt, das habe ich auch im Garten hinter der Schule entdeckt und gepflegt. Dann habe ich noch Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Wegerich, Aloe Vera und Salbei, auch aus dem Garten, dabei. Die Aloe-Pflanzen habe ich vom Franziskanerpater Eusebius erhalten im Tausch gegen eine Dose Salbe. Die Salbeipflanzen sind teilweise aus dem Saatgut von Rühlemanns und einige habe ich auch aus der mitgebrachten Wurzel vom Laupheimer Kräutergarten gezogen.

Für das Bienenwachs suche ich nach Imkern. Auf dem Markt habe ich einen Stand gefunden, wo Bienenprodukte verkauft werden. So hat jede einzelne Komponente der Salbe ihre Geschichte.
Die starke Heilkraft der Kapuzinerkresse habe ich erst vor kurzem erfahren, als eine Mitschwester über Haarausfall klagte und ich im Kräuterbuch nachgelesen habe, dass es hilft, den frischen Saft in die Kopfhaut einzumassieren. Nach zwei Tagen war die Wirkung schon da. Kein einziges Haar fiel mehr aus.

Es gibt hier noch mehr Heilpflanzen, die ich bis jetzt noch nicht ausprobiert habe, eine davon ist die Klette, die ich aber unbedingt noch ausprobieren will. Da man von der Klette die Wurzel benutzt, ist es sehr schwierig daran zu kommen, weil sie meist an sehr unwegsamen und steinigen Stellen wächst. Hier wächst auch noch eine andere Art von Klette mit ovalförmigen Kletten.

Gundelrebe gibt es im Garten hinter der Schule auch sehr viel, die benutze ich schon für die Hautcreme. Dann wachsen hier sehr viele Robinien (Schein-Akazien). Die Menschen hier verwenden die Blüten für Tee und Küchlein, und die Schoten gegen Schmerzen (das war in der Republik Moldau). Im Kräuterbuch steht, dass die ganze Pflanze außer der Blüte giftig ist. Ich werde also weiterhin nur die Blüte verwenden. Diese machen aber wirklich einen sehr guten Geschmack in den Misch-Tee. Tee habe ich natürlich auch schon sehr viel gemischt. Am meisten mache ich 7-Kräutertee.

Im Gemüsegarten sind mir in diesem Jahr die Pflanzen auch zum größten Teil gut gelungen. Wir konnten sehr viele aromatische gute Tomaten ernten, Zucchini, Paprika, Mangold, Radieschen, Küchenkräuter, Zuckererbsen, Bohnen und Kürbis. Nur der Salat ist im Frühjahr und Sommer komplett von den Schnecken aufgefressen worden. Jetzt im Herbst habe ich mehr Glück damit gehabt.

Jetzt bereiten wir uns intensiv auf unser Silbernes Jubiläum am 5. November 2016 vor. Die ersten drei Steyler Schwestern sind von Österreich aus im Oktober 1991 in Bukarest angekommen. Das waren Sr. Severine Seeber, Sr. Patrizia Kaiser und Sr. Lioba Hesse. So feiern wir 25 Jahre SSpS in Rumänien. Davon berichte ich dann im nächsten Brief.
Gottes reichen Segen für Euch alle.
Eure Sr. Lioba Brand

 

Veröffentlicht: 25.10.2016 / Sr. Michaela Leifgen SSpS