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09.09.2019

Die Jubilarinnen (v.l.): Sr. Heligande, Sr. Nothelma und Sr. Bertulinde

Die Jubilarinnen (v.l.): Sr. Heligande, Sr. Nothelma und Sr. Bertulinde

„Die Schwestern und ihre Mission sind ein Geschenk aus Gottes Hand“

Drei Schwestern durften am 07. September im Heilig-Geist-Kloster in Wimbern auf 65 bzw. 60 Jahre Ordensleben zurückblicken. Im feierlichen Gottesdienst wurde die Mission der Jubilarinnen am Beispiel der Hände sichtbar gemacht.

Ordensjubiläen sind Anlass zu dankbarem Rückblick auf jahrzehntelanges treues Wirken unserer Mitschwestern als Steyler Missionarinnen, oft im Hintergrund und wenig beachtet. Das gilt vielleicht noch mehr für jetzt, da die Schwestern aufgrund ihres Alters ihre Mission noch verborgener verwirklichen als früher. Ihre Mission heute sehen sie im Gebet für die weltweiten Anliegen und im stillen, tapferen Durchtragen der Gebrechen des Alters.

Ihr 65-jähriges Profess-Jubiläum durften feiern:

Sr. Nothelma Steffens stammt aus Brünen am Niederrhein. Von Beruf ist sie Krankenschwester und Kinderkrankenschwester. In diesen Aufgaben war sie eingesetzt in Haan, Fröndenberg und vor allem 20 Jahre im Neugeborenenzimmer im Marienkrankenhaus in Wimbern. Dies schloss selbstverständlich die praktische Anleitung der Krankenpflegeschülerinnen ein.1993 kam Sr. Nothelma zum Heilig-Geist-Kloster und arbeitete, bis ihre Kräfte nachließen mit auf der Pflegeabteilung unserer Schwestern. Jetzt ist sie selbst auf Hilfe angewiesen, für die sie sehr dankbar ist.

Sr. Heligande Lammerding kommt aus Stadtlohn-Estern im Münsterland. Sie war in verschiedenen Kommunitäten der Provinz in häuslichen Arbeiten eingesetzt. 1970 kam sie ins Heilig-Geist-Kloster Wimbern und sorgte lange für die Besucherzimmer. Sr. Heligande ist ein kontaktfreudiger Mensch. Bis ins hohe Alter machte sie täglich ihre kleinen Fahrradtouren in Wimbern und Umgebung und freute sich an vielen spontanen Begegnungen. Die Gebrechen des Alters machen ihr zu schaffen, beeinträchtigen jedoch nicht ihre dankbar-frohe Stimmung. Sie ist sehr dankbar für alles Entgegenkommen und alle Hilfe, die sie jetzt braucht.

Das Diamant-Jubiläum beging:

Sr. Bertulinde Schneider stammt aus Horhausen im Westerwald. Vor ihrem Eintritt bei den Steyler Missionsschwestern war sie bereits ausgebildete Hauswirtschafterin und examinierte Krankenschwester. Vor allem im St. Josef-Krankenhaus in Haan brachte Sr. Bertulinde jahrzehntelang ihre beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen zum Wohl der Kranken und der praktischen Ausbildung der Krankenpflegeschülerinnen ein, ebenso als Mitarbeiterin in der Verwaltung. Seit 2007 ist Sr. Bertulinde im Heilig-Geist-Kloster Wimbern und inzwischen selbst vermehrt auf Hilfe angewiesen.

Pater Herbert Scholz SVD sagte in seiner Predigt: „Wir wollen das Leben unserer Jubilarinnen und das Thema des Jubiläums „Der Dank für die missionarische Berufung“ im Spiegel der Hände betrachten. Denn Hände sprechen. Leben und Berufung kommen aus ‚Gottes Hand‘. Die Schwestern offenbarten in ihrer Missionsarbeit das Zusammenspiel der eigenen Hände und der Hände Gottes. Die Schwestern und ihre Arbeit sind ein Geschenk aus Gottes Hand. Blicken wir auf betende und gefaltete Hände. Sie sind Zeichen, dass der Mensch sich im Gebet für Gott öffnet. Und Gott antwortet darauf, mit seinen Händen. ‚Dein Name ist in meine Hände geschrieben, du bist mir ständig vor Augen‘ (Jes 49).
Die Hände unserer Jubilarinnen waren stets tätige Hände: Mit den Gelübden vor 60 bzw. 65 Jahren haben die Jubilarinnen ihr Leben Gott als Missionsschwestern geweiht. Sie haben damals die Hand an den Pflug gelegt. Ihre Hände waren tätig in selbstlosen Dienst. Wenn das diamantene und eiserne Jubiläum kommt, dürfen sie die Hände in den Schoß Gottes legen, auch dies geschieht Hand in Hand mit Gott. Es ist ein Vertrauensbeweis in Gott: ‚In deine Hände lege ich mein Leben‘. Immer noch Mensch und Gott Hand in Hand.

Text: P. Herbert Scholz SVD (aus der Predigt), Sr. Maria Elisabeth Hemkemeier SSpS, Sr. Hildegard Maria Hau SSpS

Foto: Andreas Hein