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07.10.2020

Vorsitzende Ingeborg Vorhoff (erste Reihe ganz rechts) und Gruppengründerin und langjährige Vorsitzende Sr. Letarda Terhar (erste Reihe in der Mitte)

Engagement für Frauen nach einer Krebserkrankung gewürdigt

Große Freude und ein wenig Enttäuschung lagen am Wochenende in Wimbern sehr nah beisammen: Auf den Tag genau vor 30 Jahren gründete Sr. Letarda in Wimbern eine Selbsthilfegruppe für Frauen, die eine Krebstherapie hinter sich hatten. Jetzt wurde die Auflösung des Vereins bekanntgegeben. Der Soester Anzeiger berichtet.

Die Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. feierte Anfang Oktober ihren 30. Geburtstag und musste zugleich an diesem Jubeltag ihre Auflösung bekanntgeben. Etwa 40 Frauen der Selbsthilfegemeinschaft, darunter Gründerin und langjährige Vorsitzende, die Steyler Missionsschwester Letarda Terhar waren zu diesem Anlass in den großen Saal von Schröders Mühlenstübchen in Schwitten gekommen. Einerseits galt es die wichtigsten Aktivitäten der 30 Bestandsjahre der couragierten und ambitionierten Selbsthilfegemeinschaft, die exakt am 4. Oktober 1990 im Wimberner Marienkrankenhaus ins Leben gerufen wurde, nochmals Revue passieren zu lassen, andererseits musste Vorsitzende Ingeborg Vorhoff (seit Dez. 2005) an diesem letzten Geburtstag auch das Ende der segensreichen Institution verkünden.

Auf Anregung und Bitte des damaligen Chefarztes der Gynäkologie und Geburtshilfe im Marienkrankenhaus Dr. Reinhardt Rausch wurde Sr. Letarda als Krankenhaus-Seelsorgerin gemeinsam mit sieben betroffenen (an Krebs erkrankten) Frauen aktiv und gründete die Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“.

Die Gruppe traf sich von nun an monatlich im Verwaltungs- und Schulgebäude der Klinik und bot ein unterstützendes, aufbauendes Gesprächs- und Diskussionsforum für gynäkologische Krebspatientinnen. Fachvorträge über neue Therapien, alternative Heilmethoden, neue Operationstechniken und seelsorgerischer Halt aber auch gemeinsame Ausflüge, kleine Reisen, Grillfeste, die beliebten Bauernmärkte, gemeinsames Backen und Abendessen halfen den erkrankten Frauen direkt oder indirekt sowohl in der Akutphase als auch in der Rehabilitation. Aber auch in den ganz schweren Tagen, in denen der Krebs final zurückkam, während der Chemo- oder Strahlentherapie sowie nach einer Brustamputation oder einer anderen großen Gyn-OP waren Sr. Letarda und ihre Gruppe für die Frauen da.

Dazu bildeten sich verschiedene Gruppenmitglieder, zumeist die Vorstandsfrauen auch weiter, um den stetig wachsenden Aufgaben gerecht werden zu können. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs organisierte sich im Landes- und Bundesverband und nahm regelmäßig an Fachtagungen und Jahrestreffen teil. Im Dezember 2005 übernahm Ingeborg Vorhoff den Vorsitz und behielt ihn bis zu letztenTag inne. In vielen Phasen betreute die Gruppe bis zu 100 betroffene Frauen.

Mit der Schließung der Geburtshilfe und Gynäkologie im Marienkrankenhaus und der Abwanderung von Dr. Rausch ins Mendener St. Vinzenz-Krankenhaus verlagerte sich der Arbeitsschwerpunkt der Frauenselbsthilfegemeinschaft in die Hönnestadt. Die Häuser St. Raphael boten mit ihrer Aula der Gruppe ein neues räumliches Zuhause. Viele Feste und Tagungen der Selbsthilfe-Gemeinschaft fanden im Heilig-Geist-Kloster statt, wofür Vorsitzende Ingeborg Vorhoff sich herzlich bedankte. Zahlreiche Frauen haben mit Vorstandsarbeit, Festvorbereitungen und regelmäßigen Hilfestellungen lobenswerte und ehrenamtliche Arbeit geleistet.

Stellvertretend für sie seien hier die Oberinnen des Klosters Sr. Hildegard Maria und Sr. Maria Elisabeth sowie Irmgard Kaiser, Ursula Frank, Sr. Maria-Huberta und Brigitta Schmidt genannt. Mit der Schließung der Gyn./Geburtshilfe-Abteilung in Menden vor einigen Jahren kann/muss die Gruppe nun keine betroffenen Frauen mehr betreuen. An den Klinikstandorten mit entsprechenden Abteilungen gibt es eigene Selbsthilfegruppen. Der Frauenselbsthilfegemeinschaft nach Krebs gebührt von vielen Seiten her ein kräftiges und anerkennendes Dankeschön !

Mit freundlicher Genehmigung des Soester Anzeiger, Lokalredaktion Wickede.