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20.08.2019

Verena Nerz gestaltete den Auftakt des Sommerprogramms unter dem Motto "Friedensgeschichten"

Friedensgeschichten in Moos

Jeder hat seinen Anteil am Unfrieden und am Frieden der Welt – davon konnten sich die Teilnehmer*innen zum Auftakt des diesjährigen Sommerprogramms von Sr. Bernadette Dunkel und Sr. Dorothee Laufenberg überzeugen.

Zur ersten Veranstaltung im diesjährigen Sommerprogramm hatten die Schwestern vom „kleinen Weg“ zu Friedensgeschichten mit Musik nach Moos eingeladen. Verena Nerz saß in der Kapelle auf dem „Friedensteppich“, umgeben von alten Instrumenten und verband alte und neue Geschichten, wahre Begebenheiten und vor allem den Appell: „Wir brauchen Frieden“ mit kleinen Musikstücken, die das Gehörte vertieften. pax christi, die internationale katholische Friedensbewegung, setzt für die Verwirklichung der Friedenshoffnung auf die Stärkung einer Kultur der Gewaltfreiheit. Verena Nerz hat uns mit Herz und Verstand, mit Musik, die zum Weiterhören einlud, wieder erinnert, dass Frieden mitten unter uns beginnt und jeder von uns nicht nur Anteil am Unfrieden, sondern auch am Friedensgeschehen in dieser Welt hat.

Hier eine der Geschichten dazu:

Von Leo Nikolajewitsch Tolstoi wird folgende Geschichte erzählt:
Es gehörte zu den täglichen Gewohnheiten des Gutsbesitzers und großen russischen Schriftstellers, sich am Nachmittag in den Park zu begeben, der Natur nachzuspüren und die Gedanken kreisen zu lassen. So war es auch an diesem Oktobertag, an dem die Sonne mit ihren Strahlen das Herbstlaub vergoldete. Welch friedliche Natur!

Auf seinem Weg störte ihn eine Schar halbwüchsiger Buben, die mit Geschrei durch den Park tobten. Sie hatten sich mit Stöcken und allerlei Gerät bewaffnet. Als sie geradewegs auf Tolstoi zustürmten, sah er zu seinem Entsetzen, dass einige Größere auf zwei Kleine einschlugen. Mit lauter Stimme gebot er Halt - verlegen und ängstlich versammelte sich die Gruppe um ihn.

"Welch schändliche Tat", herrschte er die Knaben an. "Wollt ihr euch gegenseitig totschlagen?" - "Aber nein, Gospodin", antwortete ein Junge, der wohl der Sprecher der Gruppe war: "Wir spielen doch nur." - "Und wie heißt dieses Spiel?" fragte der Gutsherr weiter. "Wir spielen Krieg." Tolstoi schüttelte energisch den Kopf und entgegnete laut: "Krieg, Krieg - ihr solltet lieber Frieden spielen!"

Leo Nikolajewitsch kopfschüttelnd ging weiter. Auch die Jungen waren still geworden und steckten die Köpfe zusammen. Plötzlich rannte einer von ihnen hinter Tolstoi her, zupfte ihn am Ärmel und fragte: "Bitte, Gospodin, wie spielt man denn Frieden?"

Sr. Dorothee Laufenberg

Hinweis: Das Sommerprogramm läuft noch bis Ende August!