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19.10.2016

Still und behutsam werden die Ikonen gemalt.

Im Fluss von Gebet, Meditation und Malen

Ikonen – von griech. Eikon, deutsch Bild oder Abbild – sind Verkündigung des Glaubens und Einladung zum betrachtenden Gebet. Die Ikonen möchten den einzelnen Betrachter ganz persönlich ansprechen. In der orthodoxen Kirche gibt es lange Traditionen der Ikonenverehrung und immer wieder werden Menschen unserer westlichen Gesellschaft davon angesprochen. Die ursprünglichen Maler der Ikonen sind Mönche. Sie malen im Auftrag der Kirche und gemäß vorgegebener Regeln, die handwerklich-künstlerisches Tun und Gebet verbinden.

Unter Anleitung von Herrn Jan Verdonk, Leiter einer Ikonenschule in Amsterdam, haben sieben Teilnehmende eine Ikone gemalt. Die bei uns gemalten Ikonen entsprechen den alten Regeln der verwendeten Materialien: Holz, Leim, Kreide, Gold, Farbpigmente, Eigelb, Leinöl oder Harzfirnis.

Immer wieder haben die Teilnehmenden während dieser sieben Tage von früh morgens bis spät abends unsere verschiedenen Kapellen im Haus besucht, um im Fluss von Meditation, Gebet und Malen zu bleiben.

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Vor Beginn des Malens hatte jeder Teilnehmende sich für ein Motiv einer Ikone entschieden, ebenso sich mit dem religiösen und geschichtlichen Hintergrund der zu malenden Ikone beschäftigt.

Zart und sachte, bedächtig und fachgerecht wurden Naturfarben gemischt, das Blattgold aufgetragen, die Pinselstriche gezogen. Es war faszinierend festzustellen, wie die Ikonen Malenden ganz bei sich geblieben sind und sich ihrem entstehenden Werk gewidmet haben.

Mit Freude und Faszination, mit angelernter Technik, mit Hintergrundwissen, Gebet und Meditation haben alle Teilnehmenden ihr Werk – ihre Ikone – am 16. September vollendet mit nach Hause genommen. In der Hoffnung auf ein nächstes Ikonen malen teilte so manch Teilnehmender freudig mit, wie viele Ikonen schon zu Hause sind, und wie Familie, Freunde und Bekannte jedes Mal auf die neue Ikone gespannt sind.

Text: Sr. Antonia Schmid SSpS

 

Veröffentlicht: 19.09.2016 / Sr. Ilse Beckmann SSpS